Region

Sans-Papiers können Protestcamp bis Freitag fortsetzen

Mehr als 100 Sans-Papiers und Schweizer Sympathisanten dürfen ihr Protestcamp auf der Kleinen Schanze in Bern fortsetzen: Der städtische Sicherheitsdirektor Reto Nause hat ihnen erlaubt, bis Freitag 10 Uhr auf der Kleinen Schanze zu bleiben.

1/5 Die Berner Stadtregierung erlaubte das Zelten bis am Freitag. Die Aktivisten hielten die Frist ein und bauten ihre Zelte ab.
Bild: Jonathan Spirig

   

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(Video: TeleBärn)

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Die Besetzer zeigten sich am Montag willens, ihre Zelte im beliebten Park in der Innenstadt fristgerecht abzubrechen. «Das heisst aber nicht, dass die Aktion am Freitag beendet sein wird», sagte ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Es sei denkbar, dass man sich an einen anderen Standort verlegen werde.

Die Berner Behörden wollten das Camp in der Nachbarschaft des Bundeshauses ursprünglich nur über das Wochenende tolerieren. Doch die Aktivisten widersetzten sich am Montag der Räumungsaufforderung und einigten sich dann mit Nause auf eine neue Frist für den Abzug.

Das unbewilligte Camp werde nur toleriert, wenn die Aktion weiterhin friedlich verlaufe, die Lärmimmissionen möglichst gering gehalten, die Nachtruhe ab 22 Uhr respektiert und der Abfall beseitigt werde, betonte Nause. Am Freitag müsse der Park dann in einwandfreiem Zustand hinterlassen werden.

Bislang stelle das Lager für die Stadt «kein Sicherheitsproblem» dar, räumte Nause ein. Allerdings habe es vereinzelt Klagen gegeben, denn schliesslich werde in der Gegend gearbeitet. Deshalb sei es «wichtig und richtig», dass das Camp in absehbarer Zeit zu Ende gehe.

Papierlose legalisieren

Die Besetzer fordern die «kollektive Regularisierung» aller Menschen ohne Aufenthaltsbewilligung. Heute müssten mehr als 100'000 Menschen in der Schweiz ohne Papiere und in ständiger Angst vor Polizeikontrollen leben.

Die Kleine Schanze war am Samstagnachmittag nach einer Kundgebung gegen Rassismus besetzt worden. Nach Angaben der Organisatoren befanden sich ursprünglich rund 300 Menschen in dem improvisierten Zeltlager.

Berner und Widmer-Schlumpf eingeladen

Am Montag luden die verbliebenen Besetzer alle Bewohner der Stadt ein, das Camp zu besuchen. «Wir hoffen auf die Solidarität der Bernerinnen und Berner, welche die unmenschlichen Asyl- und Ausländergesetze abgelehnt haben», heisst es in einem Communiqué.

Zunächst war auch ein «Protestspaziergang» zum Bundesamt für Migration in Wabern geplant, doch die Vollversammlung verwarf das Vorhaben. «Wir fordern Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf auf, zur Kleinen Schanze zu kommen und unsere Forderungen entgegen zu nehmen», erklärte Saidou Bah vom Bleiberecht-Kollektiv.

Gemischtes Echo

Bei den städtischen Parteien löste das Protestcamp gemischte Reaktionen aus. So begrüsste die Grüne Partei Bern - Demokratische Alternative (GPB-DA) die «friedliche Besetzung». Auch das grüne Bündnis schloss sich den Forderungen der Besetzer an.

Die FDP verurteilte die Aktion dagegen als «Zelt- und Brätli- Plausch», dessen Nutzen für die Sans-Papiers unergründlich sei. Die rotgrün dominierte Stadtregierung müsse «durchgreifen» und das Recht durchsetzen - «notfalls mit einer polizeilichen Räumung». (sgl/sda/)

Erstellt: 28.06.2010, 16:29 Uhr

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10 Kommentare

Willi Ammann

29.06.2010, 17:41 Uhr
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Indem die Linken die illegale Aktion unterstützen offenbaren sie ihr seltsames Rechtsverständnis. Mit ihrer Haltung machen sie beste Werbung für die Ausschaffungsinitiative und geben der SVP einen willkommenen Steilpass für die Wahlen 2011.Dass sich Illegale vor laufender Kamera erlauben, Forderungen an ihr Gastland zu stellen schlägt dem Fass endgültig den Boden aus. Antworten


Manuela Keller

29.06.2010, 11:52 Uhr
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@ H. Müller: ein sans-papier kostet uns CHF 8.50.- pro Tag, die er gleich wieder ausgeben muss. Was aber ein UBS-Manager durch pure Gier oder ein KPT-Kader durch sehr bewusste Manipulationen kostet, interessiert hier niemanden. Das finde ich stossend, auch, dass wir nicht genügend unternehmen, dass diese sans-papiers nicht in ihren Ländern in Würde leben können, nein, wir plündern sie noch aus! Antworten


Hans Müller

29.06.2010, 11:26 Uhr
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@Manuela Keller:Der Spruch, und die Erklärung ist super... Aber auch ich finde Sie sehen auch nur, was Sie sehen wollen. Ob gewollt oder nicht. Sollten Sie es noch nicht gemerkt haben, das Thema hier ist nicht die Bank und die KPT-Manager..( Auch wenn ich hier Ihre Meinung teile....) Antworten


Manuela Keller

29.06.2010, 10:45 Uhr
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@ P. Zwahlen: das Kraut ist über der Erde, das sehen alle (oder zumindest die, die es sehen wollen), die Rübe, die fette, ist unterirdisch, die kann nicht jeder sehen. Ernten tut sie stets jemand anderes, aber wenn man so überirdisch reagiert, kann man auch das nicht sehen. Trotzdem wünsche ich Ihnen eine gute Ernte. Antworten


Patrick Zwahlen

29.06.2010, 10:21 Uhr
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@Manuela Keller: Aber, aber... Was wollen Sie uns sagen, und vermitteln ? Sie verwechseln da Kraut mit Rüben..Gleichwohl einen schönen Tag... Antworten


Manuela Keller

29.06.2010, 10:04 Uhr
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@ Ulrich Fischer: das sind aber viele Vorwürfe! Können Sie einen belegen? Kennen Sie nur einen papierlosen Menschen persönlich? Für mich ist dieser Camp strafrechtlich etwa so relevant wie die Parkscheibe nachstellen. Was aber niemanden stört, sind Bank und KPT-Manager, die sich unterdessen mit Ihrem Geld die Taschen vollstopfen. Das ist leider legal. Und macht erst noch ein paar wenigen Spass. Antworten


Hans Müller

29.06.2010, 09:19 Uhr
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Ja die Rot-Grünen lassen grüssen in Bern. Alles lassen sie durch, welches aus Ihren Kreisen kommt. Hauptsache sie können ihr Süppchen kochen, und die andern, welche eine andere Meinung haben, sind laut ihnen die Bösen.. Aber eben, die Gesetze gelten nicht für alle...Leider.... Aber bezahlen dürfen wir natürlich.. Wie immer... Antworten


Elsa Lüthi

29.06.2010, 00:26 Uhr
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Die Rot-Grünen in der Stadt Bern haben es weit gebracht, indem sie Gesetze nicht befolgen und durchsetzen. Illegale sind Ungesetzliche, d.h. diese Leute müssten längst ausgeschafft oder interniert worden sein. Das Schänzli zu besetzen und auch noch das grosse Wort führen ist eine absolut unglaubliche Frechheit. Eine sofortige Räumung ist durchzuführen, alles andere ist untolerierbar. Antworten


Ulrich Fischer

28.06.2010, 22:32 Uhr
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Wann endlich macht man in Bern den illegalen Asylbetrügern, welche CH seit Jahren an der Nase herum führen, klar, dass sie so wie jeder Schweizer, unsere Gesetze zu respektieren haben ? Ihre Karrieren als Gratis-Kurgäste in CH haben ja Alle schon vor Jahren mit einer Kaskade von Lügen begonnen ! (= Irre-Führung der Oeffentlichkeit) Wann endlich bestrft man dort die so genannten CH -Aktivisten ? Antworten


Hans-Rudolf Fischer

28.06.2010, 20:13 Uhr
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Herr Gemeinderat tun sie etwas Seit dem Samstag kampieren die "Sans Papiers" auf der "Kleinen Schanze" - ohne Bewilligung. Und was macht der Gemeinderat - nichts. Am Sonntagabend verkündete Gemeinderat Nause, dass die Frist am Montagmorgen, 10 Uhr, ablaufen werde. Und jetzt: Es wird wieder eine neue Frist gesetzt. Das ist die Politik dieses schwachen Gemeinderates. Antworten




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