SVP-Basis stellt sich gegen Erich Hess
Von Tobias Habegger. Aktualisiert am 20.12.2011 16 Kommentare
Kommentar: Chance für die gebeutelte FDP
Die gemässigten Kräfte in der SVP haben sich durchgesetzt. Das freut vor allem die FDP. Denn die Chancen auf einen Gemeinderatssitz der vereinten Bürgerlichen sind nun intakt – mit Vorteil beim Freisinn.
Die SVP hat der FDP ein Angebot unterbreitet, das die Partei nach Wochen der Rückschläge annehmen muss. Sonst verschwindet sie aus der Exekutive. Nach den Absagen der profilierten Exponenten Philippe Müller und Christian Wasserfallen weiss die FDP nun immerhin ein gewisses Wählerpotenzial hinter sich.
Die SVP läuft Gefahr, Steigbügelhalter der FDP zu sein. Doch mit Blick auf eine mittelfristige Zusammenarbeit der Bürgerlichen hat die Basis realistisch entschieden. Nach der Erfahrung bei den nationalen Wahlen hätte sie mit dem Hardlinerkurs einen schweren Stand gehabt.
Ein Kommentar von Wolf Röcken, Ressortleiter Stadt Bern
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Die SVP klopft bei der FDP an. Nach einer engagierten Debatte gestern Abend haben die SVP-Mitglieder mit 44:38 Stimmen eine gemeinsame Liste mit der FDP für die Gemeinderatswahlen 2012 beschlossen. Parteipräsident Peter Bernasconi ist erleichtert: «Obschon ich den Glauben an eine gemeinsame Liste nie aufgegeben habe, bin ich positiv überrascht über den Entscheid.»
Dieser Entscheid ist ein Statement der Basis gegen die angekündigte Gemeinderatskandidatur von Hardliner Erich Hess. Hess selber hatte den Plan des Alleingangs gegen den Willen von Parteipräsident Peter Bernasconi ausgeheckt – und damit gemeinsam mit seinem Mentor Thomas Fuchs die Volkspartei gespalten. «Es ist schade, dass wir der FDP den Regierungssitz nun kampflos überlassen», sagt Erich Hess. Doch er sei ein Demokrat und akzeptiere diesen Entscheid. «Es ist gut, dass wir parteiintern über mehrere Strategien gesprochen haben», sagt Erich Hess.
Peter Bernasconi fügt an: «Wir haben engagiert, aber fair um unsere Positionen gefeilscht.» Er sei zuversichtlich, den bürgerlichen Sitz in der Stadtregierung gemeinsam mit der FDP zu sichern.
Fuchs: «Mutloser Entscheid»
Vizepräsident Thomas Fuchs dagegen spricht von einem «mutlosen Entscheid» der SVP-Mitglieder. «Die eigenen Leute trauen der SVP nicht zu, einen Regierungssitz zu gewinnen.» Das sei eine schlechte Einstellung fürs kommende Wahljahr. «Die SVP spielt ein weiteres Mal Wahlhelfer für die FDP.» Denn auch bei den kommenden Wahlen dürfte sich laut Fuchs einer der FDP-Kandidaten durchsetzen. «Viele FDPler werden die SVP-Kandidaten streichen, während unsere Basis den Freisinn geschlossen unterstützt», sagt Fuchs.
Dana: «Sieg der Vernunft»
FDP-Präsidentin Dolores Dana kommentiert den Entscheid der SVP-Basis auf Anfrage wie folgt: «Der vernünftige Flügel in der Stadtberner SVP hat sich glücklicherweise durchgesetzt.» Grundsätzlich sei die FDP einer Zusammenarbeit mit der SVP positiv gesinnt. «Es hängt aber stark von den Personen ab, ob unsere Basis einer gemeinsamen Liste zustimmt.» Falls die Allianz zwischen FDP und SVP tatsächlich zustande kommt, werden die vereinten Bürgerlichen aus wahlarithmetischen Gründen mit fünf Kandidaten zu den Gemeinderatswahlen antreten. Über die Verteilung sind sich beide Parteien einig: Sowohl der FDP wie auch der SVP würden zwei Listenplätze zustehen. Vermutlich würde Jimi Hofer der fünfte Platz angeboten.
Hess gibt nicht auf
Erich Hess selber will sich trotz der Niederlage noch nicht aus dem Gemeinderatsrennen verabschieden. «Ich will mir alle Optionen offen lassen», sagt er. Allerdings hat Hess die Unterstützung von Thomas Fuchs verloren. «Eine Kandidatur von Erich Hess macht keinen Sinn mehr», sagt Fuchs. Auch Peter Bernasconi spricht von einer «Vorentscheidung» zu Ungunsten der Kandidatur Hess. «Unseren Mitgliedern war beim Entscheid bewusst, dass die FDP Vorbehalte gegen einige unserer Kandidaten hat», sagt Bernasconi. «Es ist somit klar, in welche Richtung es nun geht.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 20.12.2011, 09:18 Uhr
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16 Kommentare
Hess, gab es nicht schon mal einer der Hess hiess?
Ich frage mich was ein Lastwagenchauffeur dem schon sein Ausweis entzogen wurde, den Wählern vormachen will? Wenn sich ein Politiker schon gegen Ausländer, anders Denkende, Mosleme negativ äussert, sollte er zumindest eine reine Weste haben. Da fällt mir ja noch Zuppiger ein...
Antworten
Ein weiser, konstruktiver Entscheid der SVP – Dank + Gratulation an die Basis und an Präsident Peter Bernasconi. Wenn FDP und SVP nicht zusammengehen, ist der Sitz weg. Lachende Dritte wäre – einmal mehr – die (stets geschlossen auftretende) Linke. Antworten
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