Region

SP-Nationalrat Lumengo: «Ich erwarte das Urteil mit Zuversicht»

Der Bieler SP-Nationalrat Ricardo Lumengo will zurücktreten, falls er vor Gericht wegen Wahlfälschung verurteilt wird. Lumengo muss sich deswegen vor einem Bieler Einzelrichter verantworten.

Wird wegen Wahlfälschung angeklagt: SP-Nationalrat Ricardo Lumengo

Wird wegen Wahlfälschung angeklagt: SP-Nationalrat Ricardo Lumengo (Bild: Andreas Blatter)

Stichworte

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Er erwarte das Urteil mit Zuversicht, teilte Lumengo am Dienstag mit. Er sei aber auch froh, wenn das Verfahren bald abgeschlossen sei und Klarheit herrsche. Den Vorwurf der Wahlfälschung bestreitet Lumengo.

Er räumt aber ein, bei den Grossratswahlen 2006 Personen, die mit dem Wahlprozedere überfordert gewesen seien, beim Ausfüllen der Wahlzettel geholfen zu haben. Er habe aber nicht die Absicht gehabt, das Wahlresultat zu verfälschen.

Die SP Kanton Bern machte am Dienstag ebenfalls klar, sie werde keine wegen Wahlfälschung verurteilten Mandatsträger in ihren Reihen dulden. Werde Lumengo tatsächlich verurteilt, müsse er sofort zurücktreten.

Bestätigt, was längst bekannt ist

Auslöser für diese Verlautbarungen war die Tatsache, dass nun auch die Berner Untersuchungsbehörden über den Fall offiziell informieren konnten. Dies, nachdem eine Beschwerde Lumengos gegen die Veröffentlichung einer entsprechenden Medienmitteilung abgewiesen wurde.

Von tragender Bedeutung war dieser Entscheid aber nicht mehr, denn die Fakten sind längst bekannt. Nachdem die Zeitung «Blick» das Strafverfahren Mitte Februar publik gemacht hatte, gelangte Lumengo selber an die Presse und schilderte die Vorfälle aus seiner Sicht.

Die Mitteilung der Untersuchungsbehörden vom Dienstag bestätigt denn auch die bekannten Tatsachen.

Nur ein Vorfall überwiesen

Die Vorwürfe betrafen die Nationalratswahlen 2007, wo es um 47 Wahlzettel ging, und die Grossratswahlen 2006, wo es um 44 Wahlzettel ging.

Die Berner Untersuchungsbehörden haben nur den Vorfall von 2006 ans Gericht überwiesen. Die Untersuchung habe den Verdacht erhärtet, dass die sichergestellten 44 Wahlzettel für die damaligen Grossratswahlen von Lumengo selbst handschriftlich ausgefüllt worden seien.

Im Zusammenhang mit den Nationalratswahlen von 2007 habe sich der Verdacht nicht konkretisiert, heisst es in der Mitteilung weiter. Wann Lumengo vor dem Einzelrichter des Gerichtskreises Biel-Nidau erscheinen muss, ist noch offen.

Exemplarische Wahlzettel

Lumengo selber gab Mitte Februar an, er habe für unerfahrene oder überforderte Wähler Beispiel-Wahlzettel ausgefüllt mit seinem und anderen Namen - stets im Einklang mit dem Willen der betroffenen Wähler.

Manche hätten dann den von ihm ausgefüllten Beispielzettel in die Urne gelegt, statt selber einen Zettel auszufüllen. Die Stimmrechtsausweise hätten die Betroffenen jedoch immer selber unterzeichnet.

Steile Politkarriere

Der erste dunkelhäutige Schweizer Nationalrat hat eine steile Politkarriere hinter sich. 2006 wurde er in den bernischen Grossen Rat gewählt, nur ein Jahr später schaffte er den Sprung in den Nationalrat.

Lumengo kam 1982 als Asylbewerber aus Angola in die Schweiz. Nach Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung studierte er in Freiburg Jura. In seiner politischen Laufbahn sah sich Lumengo immer wieder heftigen, teilweis auch rassistischen Angriffen ausgesetzt. (aw/sda/)

Erstellt: 10.03.2010, 11:37 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

16 Kommentare

Manuel C. Widmer

10.03.2010, 08:22 Uhr
Melden

@T. Rölli: Nicht einmal Herr Blocher selber bestreitet im Jahre 1994 Abstimmungsfälschung begangen zu haben. Verurteilt wurde er nicht, weil die Ahndung des Vergehens dem Büro des Nationalrates oblag - er wurde aber für das Fehlverhalten "gerügt". Der zusätzliche Knopf, den man heute bei Abstimmugen als Sicherheit drücken muss heisst denn auch "Blocherknopf". Soviel zu den Tatsachen... Antworten


Elsa Lüthi

10.03.2010, 01:23 Uhr
Melden

Schon das zweite Gerichtsverfahren. Unfall mit Entfernung vom Unfallplatz, dann Wahlfälschungen. Es reicht, so eine Person hat weder im Nationalrat noch sonst in irgend einem Amt zu sein. Im Nationalrat hat er sich dafür eingesetzt, dass Red Bull verboten werden soll. Zudem vertritt er weder das CH-Volk noch unser Land. Er setzt sich für Asylanten aus Afrika ein. Rücktritt per sofort. Antworten


Daniel Steiner-Brütsch

09.03.2010, 23:21 Uhr
Melden

Solange Herr Lumengo nicht verurteilt ist, gibt es von links bis rechts nichts zu husten. Falls er verurteilt werden sollte, ist seine Politkarriere (erst mal) zu Ende. Antworten


Lahor Jakrlin

09.03.2010, 21:57 Uhr
Melden

Salonsozialistische Scheinheiligkeit. Vollmer katzbuckelt in der Terror-DDR. Klaus Baumgartner macht Einsprache gegen eine (kleine) Mieterhöhung in der von ihm günstigst bewohnten Stadtvilla. SP-Bonze Kiener Nellen beschwindelt ihre Mieter. Politclown Tschäppät bricht Versprechen (Progr) und hetzt primitiv gegen politische Gegner. SP-Jurist füllt 2 x über 40 fremde Wahlzettel aus. Rücktritte? Nööö Antworten


Florian Wanner

09.03.2010, 17:01 Uhr
Melden

Müssen wir uns jetzt darauf gefasst machen, dass am 28. März 2010 die OSZE Wahlbeobachter schickt? Antworten


daniel tüscher

09.03.2010, 16:41 Uhr
Melden

Es gibt in der Schweiz viele anständige, integrierte und ganz normal arbeitende Afrikaner. Aber die SP suchte sich als Quotenschwarzen einen Typen aus, der zu Unrecht Asyl erhielt, von Anfang an und bis heute auf Steuerzahlers Tasche lag und bei jedem Problemchen "Rassismus" schreit. Passt zusammen mit Garbani, Banga, Tschäppät, Mauch und dem anderen "Wahlbeobachter" Gross bestens ins Gruppenbild! Antworten


Willi Ammann

09.03.2010, 16:28 Uhr
Melden

@M.C.Widmer, wie würde wohl Ihr Kommentar ausfallen wenn ein bürgerlicher Politiker wegen Wahlfälschung vor Gericht erscheinen müsste. Ihre Vorwürfe an Grossrat Fuchs betr. "Stadtauben" in der heutigen Ausgabe dieser Zeitung lassen Ihre Absicht erkennen:linke Politiker reinwaschen, Bürgerliche in die Pfanne hauen. Antworten


christoph scheidegger

09.03.2010, 16:23 Uhr
Melden

lasst diesen kelch an uns vorbei..., der beliebte nationalrat ricardo lumengo gehört in den nationalrat, er ist vom volk gewählt und fähig, jeden tag etwas neues zu lernen...! ich wünsche herrn lumengo weiterhin viel erfolg und gute gesundheit...!! Antworten


Thomas Rölli

09.03.2010, 14:51 Uhr
Melden

@ Manuel C. Widmer Ich wusste nicht, dass Blocher Wahlfälschung betrieben hat! Welcher Staatsanwalt hat gegen ihn wegen Wahlfälschung ermittelt? Welches Gericht hat ihn dieses Tatbestandes überführt? Wer sagt, dass er mehrere (?) Knöpfe gedrückt hat? Also immer schön fair bleiben. Herr Lumengo steht vor Gericht! Wahlbetrug der Vorwurf! Nicht das erste strafrechtlich Verhalten von Hr. Lumengo! Antworten


Manuel C. Widmer

09.03.2010, 13:59 Uhr
Melden

Ein Rücktritt nach Verurteilung ist eine logische Folge des eigenen Handelns - alles andere ist Politgeplänkel. Wo blieben denn die Foderungen nach Rücktritt, nach dem Chrtistof Blocher 1994 im Nationalratssaal Abstimmungsfälschung durch das Drücken mehrere Knöpfe begangen hatte? Man darf von Lumengos Handeln halten was man will - aber immer fair bleiben und die Unschuldsvermutung gilt für alle. Antworten


Michael Möri

09.03.2010, 13:04 Uhr
Melden

Seit dieser Herr gewählt wurde klagt er nur über Rassismus gegen seine Person anstelle sich um das Wohl des Volkes zu kümmern. Oder habe ich da etwas falsch verstanden ... ? Antworten


Martin Meier

09.03.2010, 12:43 Uhr
Melden

Der Herr Lumengo soll sofort zurücktreten.Was gäbe das bei der SVP von linker Seite für ein (Zettermordio).Aber diese Partei hat wenigsten noch Anstand. Für einen Gelehrten ist das nicht zu Glauben.Hoffe die Quittung kommt bei den Wahlen. Antworten


Sonja Bucher

09.03.2010, 11:35 Uhr
Melden

Ein Nationalrat muss wissen, wie er sich zu verhalten hat. Wir sind alle nicht fehlerfrei, aber in einem solchen Amt sollte sich jede/jeder Gewählte seiner Verantwortung bewusst sein. Herr Lumengo ist Jursit und muss die Vorschriften von berufswegen bestens kennen. Antworten


Ronald Lack

09.03.2010, 11:22 Uhr
Melden

Die SP hat sicher nicht vor Lumengo fallen zu lassen. Hr. Bernasconi hat Recht mit seinem Kommentar ein Jurist als Betrüger in Bern, da darf nur gelacht werden. Leider ist es die traurige Wahrheit. Antworten


Regula Aebi

09.03.2010, 10:34 Uhr
Melden

Dass man Wahlzettel nicht fälscht, weiss jeder - da muss man nicht einmal wie Hr. Lumengo Jura studiert haben. Ein Politiker, der sich so eklatant gegen zentralste Werte unserer direktien Demokratie stellt, ist für mich schlicht nicht mehr tragbar. Enttäuscht bin ich einerseits von Hr. Lumengo - aber noch viel mehr von der SP, die dies ohne Konsequenzen tolerieren will. Antworten


Romano Bernasconi

09.03.2010, 09:34 Uhr
Melden

Herr Lumengo Wenn Sie nur ein bisschen Anstand haben, treten sie sofort zurück. Andernfalls fällt ein grosser Schatten auf die SP. Im eidgenössischen Parlament ein Jurist als Betrüger, das geht einfach nicht! Antworten



Region

Populär auf Facebook – Privatsphäre

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

Mitarbeiter/in Online-Marketing 50% Mercedes-Benz Automobil AG, Schlieren

Plant Layout Designer (m/w) (Ausbildung als Konstrukteur/in) inova Personal AG Frauenfeld, St. Gallen

Kindergärtner/in 100% UZH/ETH Stiftung kihz, Zürich


Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie ein Wochenende am Blausee für 2 Personen...

Emil Frey AG Autocenter Bern

Geniessen sie die Strasse mit dem neuen Subaru XV. Nur im Emil Frey Autocenter Bern.