Nauses Plan verärgert FDP
Von Christoph Aebischer. Aktualisiert am 29.03.2011 21 Kommentare
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an
4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Das Kirchenfeld sieht einer ungestörten Sonntagsruhe am ersten Julisonntag entgegen. Die Stadt beabsichtigt, am 3.Juli die Verkehrshauptachsen im Kirchenfeld und einem Teil des Monbijouquartiers für den Autoverkehr zu sperren. Geplant wird der autofreie Sonntag von der Sicherheits-, Umwelt- und Energiedirektion. Das Programm war bisher nicht bekannt.
Nun hat FDP-Stadtrat Alexandre Schmidt Wind davon bekommen. Er arbeitet in der Bundesverwaltung, die am 8.März in einem Schreiben über die Sperrung informiert worden ist. Schmidt wohnt selber im Kirchenfeld und hat überhaupt keine Freude an den Plänen der Stadt: «Das kann doch nicht sein», habe er sich gedacht. Ein Gespräch mit dem zuständigen Gemeinderat Reto Nause (CVP) verschaffte ihm aber Gewissheit: Zwischen 9 und 18 Uhr wird das Quartier für den motorisierten Verkehr und sogar für Bernmobil-Busse abgeschnitten sein. «Gehört Gemeinderat Reto Nause das Kirchenfeld?» fragt er in einer dringlichen Motion. Denn die Ausgestaltung des Anlasses liege in dessen alleiniger Kompetenz.
Widerstand formiert sich
Schmidt gewann an der letzten Hauptversammlung auch die Mitglieder der FDP-Sektion Kirchenfeld/Brunnadern. In einer Mitteilung kündigen sie Widerstand gegen die «irrwitzige Aktion» an, notfalls gar mit rechtlichen Schritten. «In einer Nonchalance, die seinesgleichen sucht», wolle Gemeinderat Reto Nause eigenmächtig die Sperrung eines Quartiers verfügen. «Die wichtigste Verkehrsachse über die Aare zwischen Thun und Bern, die Monbijoubrücke, soll für den Verkehr vollends gesperrt werden», wird gewettert.
Schmidts Vorstoss verlangt, dass zumindest die ansässige Bevölkerung mit dem Auto zu- und wegfahren kann. Der öffentliche Verkehr müsse frei zirkulieren können. Die Interessen der Quartierbewohner seien zwingend einzubeziehen in die Planung eines solchen Anlasses. Wieso ausgerechnet die neuralgischen Stellen Eiger- und Thunplatz für Veranstaltungen und die Hauptachsen für einen Parcours herhalten müssen, begreift Schmidt nicht. «Die Stadt kann doch nicht den Anwohnern eines ganzen Quartiers einen Ausflug oder die Abreise in die Ferien verbieten.»
Nause plant ein «Volksfest»
«Familien, die an diesem Tag in die Ferien fahren wollen, sollen sich melden. Dieses Problem werden wir lösen», bietet der angegriffene Reto Nause an. Der vorgesehene autofreie Sonntag sei in seinen Augen «die Mindestvariante». Eigentlich habe er Kritik aus dem rot-grünen Lager erwartet, weil er statt zweier nur einen solchen Anlass plane. Über das Programm werde im Detail in zwei, drei Wochen informiert, doch im Grundsatz stimmten Schmidts Angaben. Nause geht es darum, «nicht einfach Strassen zu sperren und Leute zu verärgern, sondern auch Anregungen zur Mobilität zu machen». Die Strasse zwischen Eigerplatz und Thunplatz werde zur «attraktiven Achse für den Langsamverkehr». «Wir wollen ein kleines Volksfest veranstalten.» Das Verkehrskonzept sei mit Bernmobil abgesprochen. Ob der Tierpark per Bus erschlossen wird, konnte Nause nicht sagen.
Stadtrat will autofreie Tage
Der Stadtrat selber hat den autofreien Sonntag gegen den Willen der Regierung an der Budgetdebatte durchgeboxt. Er verlangte gar zwei solche Veranstaltungen. Die Umsetzung obliegt Reto Nause. 370'000 Franken stehen ihm dafür zur Verfügung. Doch vorerst hat er sich der Kritik aus dem Kirchenfeld zu stellen. Der Stadtrat wird gemäss Reglement den FDP-Vorstoss «Nein zum autofreien Sonntag auf Kosten unseres Quartiers» spätestens am 12.Mai behandeln. (Berner Zeitung)
Erstellt: 29.03.2011, 06:51 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
21 Kommentare
Der Gemeinderat wollte mangels Geld Ka-We-De und Muubeeri schliessen. Für die Sanierung des Stadttheaters fehlen die Mittel. Die Pensionskasse des Stadtpersonals ist unterfinanziert. Schulhäuser müssten renoviert werden.... 370'000 Fr. finden sich aber dennoch locker für Stadtärgernisse wie autofreie Sonntage. Sind das wirklich die Prioritäten? Antworten
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Bitte warten





