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Rentenalter: Angestellte protestierten gegen Erhöhung

Aktualisiert am 11.06.2010 2 Kommentare

Der Entscheid des Berner Stadtrats zur Erhöhung des Rentenalters hat auch am Donnerstag hohe Wellen geworfen. Hunderte städtische Angestellte protestierten vor der Parlamentssitzung vor dem Berner Rathaus.

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Die Stadträtinnen und Stadträte mussten sich ihren Weg durch ein Meer von Fahnen und Transparenten bahnen. Vor dem Eingang zum Rathaus hatten die Kundgebungsteilnehmer einen Kehrichtwagen parkiert. «Hier stinkt's - uns auch» stand auf einem angehängten Transparent.

Der Stadtrat habe ohne Warnung den Arbeitsfrieden gebrochen, kritisierte ein Sprecher der Gewerkschaft VPOD, die zur Kundgebung aufgerufen hatte. Das Mitwirkungsrecht der Sozialpartner sei mutwillig missachtet worden.

Die Gewerkschaft gebe dem Stadtrat bis am Montagabend Zeit, den Entscheid zurückzunehmen, sonst drohe der Streik.

Aussprache im Stadtrat

Im Stadtparlament wurde aus aktuellem Anlass eine Diskussion zum Thema gewünscht. Die rot-grünen Parteien wetterten gegen den «skandalösen Entscheid» und verlangten, dass man nochmals darüber diskutieren müsse.

Die Bürgerlichen betonten indessen, sie wollten nicht auf den Entscheid zurückkommen, dieser sei schliesslich demokratisch gefällt worden. Gegen den Entscheid könne man das Referendum ergreifen.

Aus den Reihen der BDP/CVP-Fraktion ging indessen eine Motion ein, die Diskussionen immerhin im Rahmen der nötigen Änderung des Pensionskassenreglements zulassen würde.

Gemeinderat wettert gegen Entscheid

Der Gemeinderat hielt mit seiner Kritik an der geplanten Erhöhung des Rentenalters nicht hinter dem Berg. Er sprach von einem Schnellschuss, der beim Personal grosse Verunsicherung ausgelöst und die Sozialpartner düpiert habe. Der Entscheid zeuge von einem «Mangel an Respekt gegenüber dem Personal».

Ein Entscheid sei ein Entscheid; der rot-grüne Gemeinderat sei ein schlechter Verlierer, konterte die CVP prompt. Die SVP ereiferte sich, der Stadtberner Gemeinderat verkomme zu einer Diktatur, wenn er demokratische Parlamentsbeschlüsse nicht unverzüglich umsetze.

Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) appellierte an die beiden Lager, einen Schritt aufeinander zuzugehen. Im Namen des Gemeinderates stellte er den Antrag, den Entscheid nochmals zu diskutieren. Das Parlament wird an einer der nächsten Sitzungen darüber abstimmen.

Das Berner Stadtparlament beschloss am Donnerstag letzter Woche überraschend, dass städtische Angestellte nicht mehr mit 63 in Pension gehen können, sondern Frauen erst ab 64 und Männer ab 65. Eingebracht hatte die Forderung die BDP/CVP-Fraktion. Der Stadtratsentscheid fiel mit 32 zu 30 Stimmen sehr knapp aus.

(vh/sda)

Erstellt: 10.06.2010, 10:47 Uhr

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2 Kommentare

Rudolf Burgener

10.06.2010, 11:50 Uhr
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Gleichberechtigung, das fordern ja die Feministinnen, dann sollen sie die Gleichberechtigung haben. Wie die Männer Militärdienst leisten, gleiches Pensionierungsalter, kein Jahr weniger. Alles Klar? Antworten


Bernard Berner

10.06.2010, 12:33 Uhr
Melden

Der Stadtrat hat beschlossen, dass Männer einzig aufgrund ihres Geschlechts ein Jahr länger arbeiten müssen als Frauen. Also ein klar sexistisch diskriminierender Akt gegen städt. Mitarbeiter. Bis heute habe ich vom Gleichstellungsbüro für Mann und Frau noch keinen Ton zu diesem sexistischen Vorschlag gehört. Es ist halt einfacher, irgendweche Sprachführer zu produzieren ... Antworten



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