Region
Reitschule bleibt unter Druck
Von Mirjam Messerli. Aktualisiert am 02.02.2009 11 Kommentare
Artikel zum Thema
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Diese Bilder hat man in Bern schon oft gesehen: Schwarz vermummte Demonstranten formieren sich in der Reitschule und wollen von dort via Bollwerk Richtung Innenstadt ziehen. Sie werfen Steine, Petarden, Flaschen und Farbbeutel gegen die Polizisten, welche die Strassen blockieren.
Personen kontrolliert
Samstagnacht kamen die etwa 100 Demonstranten nicht weit. Die Kantonspolizei drängte sie mit Tränengas und Gummischrot in die Reitschule zurück. Bis auf wenige Meter näherten sich die Beamten dabei dem Eingang des Gebäudes – was bei vergangenen Einsätzen nicht immer der Fall war. Nach Mitternacht führte die Polizei zudem rund um die Reitschule Personenkontrollen durch. Man fragt sich, ob die Kantonspolizei striktere Weisungen vom Berner Gemeinderat erhalten hat.
«Nein, neue Weisungen haben wir nicht herausgegeben», sagt Polizeidirektor Reto Nause (CVP) auf diese Frage. Aber die Haltung der Stadtregierung sei klar: «Wir dulden keine unbewilligten und gewalttätigen Demonstrationen mehr.» Und nichts anderes sei dieser «Gewaltausbruch» vom Samstag gewesen, sagt er.
Einsatz «verhältnismässig»
Die Demonstranten seien frustriert aus Genf zurückgekommen, einzeln in die Reitschule gegangen, hätten sich dort vermummt und zu einer Nachdemo formiert. «Dabei ging es ihnen nicht darum, ein politisches Anliegen zu vertreten. Sie wollten bloss zerstören», sagt der politisch Verantwortliche. Nause, der mit der Polizei im telefonischen Kontakt stand, lobt deren Einsatz: «Die Polizei hat einen Saubannerzug durch die Stadt verhindert, und sie tat dies mit verhältnismässigen Mitteln.»
Unter der Leitung von Regierungsstatthalterin Regula Mader wird die Stadt in den kommenden Monaten die Gespräche mit der Reitschule weiterführen (wir berichteten).
Er wolle nicht vorgreifen, betont Reto Nause, aber aus seiner Sicht müsse die Reitschule endlich stärker in die Pflicht genommen werden. Abmachungen seien da, damit man sie einhalte. «Nach meinen Informationen hat am Samstag niemand aus der Reitschule gemeldet, dass sich dort gewaltbereite Demonstranten versammeln.» Damit hätten sich die Reitschüler einmal mehr nicht an die Vereinbarungen mit der Stadt gehalten.
Reitschüler wehren sich
Dem widersprechen die Verantwortlichen der Reitschule jedoch. «Um 21.20 Uhr hat jemand von uns bei der Polizei angerufen», sagte gestern ein Sprecher der Reitschule. Man habe mit dem Einsatzleiter sprechen wollen, dieser sei aber nicht erreichbar gewesen.
(Berner Zeitung)
Erstellt: 02.02.2009, 07:39 Uhr
WRITE A COMMENT
11 Kommentare
Kaum sind in Bern die Wahlen vorbei geht die Polemik um die Reithalle weiter. Wer, ja wer hat denn die unfähige Stadtregierung gewählt, die auf ihrem Territorium einen solchen Schandfleck bezw. rechtsfreien Raum toleriert? Natürlich die Berner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Dass in Bern immer alles etwas langsamer geht als anderswo zeigt der dringend nötige Machtwechsel deutlich. Antworten
Reitschule abreissen? Klar, macht nur, aber wer trägt die Konsequenzen, wenn dann doch was kaputt geht? Jetzt ist an allem die Reitschule schuld. An den Demos, an den Drogensüchtigen, warscheinlich auch noch an der Wirtschaftskrise und der Klimaerwärmung... Was passiert, wenn sich Polizisten vermummen wie in Genf oder Bern?! Die Reitschule bleibt, wie sie ist und es stehen genug Leute hinter ihr! Antworten
Wieder Wischi-Waschi, seit Jahren wird diskutiert mit den Reitschulbetreibern. Wer zahlt befiehlt! Die Reitschule braucht eine neue Führung, neue Strukturen, neues Konzept! Alles andere ist Zeit- und Geldverschwendung. Ich verstehe nicht, weshalb die Stadt nicht endlich Klartext spricht und handelt! Mit den bestehenden Verhältnissen ist die Reitschule in jedem Fall abzulehnen. Antworten
Es ist endlich Zeit,dass die Polizei hart durchgreift!! Im Ausland werden solche Kaoten härter bestraft.Denn was diese Leute Woche für Woche für Schäden anrichten ist uns Steuerzahler nicht mehr Wurst!!Macht endlich mal Nägel mit Köpfen,denn von dem grossen Bla-Bla haben wir schon lange genug!!! Antworten
Diese Ausschreitungen haben noch lange nichts mit dem Kulturbetrieb Reitschule zu tun. Die Polizei treibt die Demonstranten jedes Mal zur Reitschule, da dies offenbar ein aus taktischer Sicht geeigneter Ort ist. Wenn sie nun die Demonstrationen immer wieder zum Casino oder zum Kursaal treiben würde, würden dann wohl Leute wie Herr Aebischer auch den Abriss dieser Gebäude fordern? Antworten
Region
- 18:45Am Samstag findet eine weitere Anti-Wef-Demo statt
- 18:20Kommission will Campus Technik in Biel
- 17:48Fünf Baustellen stellten Arbeit wegen Kälte ein
- 16:46Kanton Bern hat keine Hinweise auf mangelnde Pflege in zwei Heimen
- 15:21Mit einem Spanier auf Tapas-Tour
- 15:17Zivilschutz leistete 16'000 Einsatztage im Jahr 2011
Remund – für Ihr Fahrzeugdesign
Hier erhält jedes Fahrzeug eine individuelle Note. Car-Wrapping in Vollendung vom Spezialisten in der Nähe.
Emil Frey AG Autocenter Bern
Geniessen sie die Strasse mit dem neuen Subaru XV. Nur im Emil Frey Autocenter Bern.




David Hartmann
@W. Ammon: Die Reitschule ist keineswegs ein rechtsfreier Raum. Nur werden die Regeln von den Reitschülern gemacht und die Stadt hat nichts zu melden, was da drin passiert. Es ist unter jeder Sau, dass die Polizei die Leute immer vor die Reitschule treibt! Das sollte sich Herr Nause mal überlegen... Antworten