Region

Reitschule bleibt unter Druck

Reto Nauses erster heikler Einsatz als Berner Polizeidirektor ging glimpflich aus. Die Polizei drängte gewalttätige Demonstranten zurück in die Reitschule. Diese müsse stärker in die Pflicht genommen werden, findet Nause.

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Polizisten beim Bollwerk im Einsatz.
Bild: Jürg Spori

   

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Diese Bilder hat man in Bern schon oft gesehen: Schwarz vermummte Demonstranten formieren sich in der Reitschule und wollen von dort via Bollwerk Richtung Innenstadt ziehen. Sie werfen Steine, Petarden, Flaschen und Farbbeutel gegen die Polizisten, welche die Strassen blockieren.

Personen kontrolliert

Samstagnacht kamen die etwa 100 Demonstranten nicht weit. Die Kantonspolizei drängte sie mit Tränengas und Gummischrot in die Reitschule zurück. Bis auf wenige Meter näherten sich die Beamten dabei dem Eingang des Gebäudes – was bei vergangenen Einsätzen nicht immer der Fall war. Nach Mitternacht führte die Polizei zudem rund um die Reitschule Personenkontrollen durch. Man fragt sich, ob die Kantonspolizei striktere Weisungen vom Berner Gemeinderat erhalten hat.

«Nein, neue Weisungen haben wir nicht herausgegeben», sagt Polizeidirektor Reto Nause (CVP) auf diese Frage. Aber die Haltung der Stadtregierung sei klar: «Wir dulden keine unbewilligten und gewalttätigen Demonstrationen mehr.» Und nichts anderes sei dieser «Gewaltausbruch» vom Samstag gewesen, sagt er.

Einsatz «verhältnismässig»

Die Demonstranten seien frustriert aus Genf zurückgekommen, einzeln in die Reitschule gegangen, hätten sich dort vermummt und zu einer Nachdemo formiert. «Dabei ging es ihnen nicht darum, ein politisches Anliegen zu vertreten. Sie wollten bloss zerstören», sagt der politisch Verantwortliche. Nause, der mit der Polizei im telefonischen Kontakt stand, lobt deren Einsatz: «Die Polizei hat einen Saubannerzug durch die Stadt verhindert, und sie tat dies mit verhältnismässigen Mitteln.»

Unter der Leitung von Regierungsstatthalterin Regula Mader wird die Stadt in den kommenden Monaten die Gespräche mit der Reitschule weiterführen (wir berichteten).

Er wolle nicht vorgreifen, betont Reto Nause, aber aus seiner Sicht müsse die Reitschule endlich stärker in die Pflicht genommen werden. Abmachungen seien da, damit man sie einhalte. «Nach meinen Informationen hat am Samstag niemand aus der Reitschule gemeldet, dass sich dort gewaltbereite Demonstranten versammeln.» Damit hätten sich die Reitschüler einmal mehr nicht an die Vereinbarungen mit der Stadt gehalten.

Reitschüler wehren sich

Dem widersprechen die Verantwortlichen der Reitschule jedoch. «Um 21.20 Uhr hat jemand von uns bei der Polizei angerufen», sagte gestern ein Sprecher der Reitschule. Man habe mit dem Einsatzleiter sprechen wollen, dieser sei aber nicht erreichbar gewesen.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 02.02.2009, 07:39 Uhr

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11 Kommentare

David Hartmann

03.02.2009, 09:08 Uhr
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@W. Ammon: Die Reitschule ist keineswegs ein rechtsfreier Raum. Nur werden die Regeln von den Reitschülern gemacht und die Stadt hat nichts zu melden, was da drin passiert. Es ist unter jeder Sau, dass die Polizei die Leute immer vor die Reitschule treibt! Das sollte sich Herr Nause mal überlegen... Antworten


W. Ammonn

02.02.2009, 18:13 Uhr
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Kaum sind in Bern die Wahlen vorbei geht die Polemik um die Reithalle weiter. Wer, ja wer hat denn die unfähige Stadtregierung gewählt, die auf ihrem Territorium einen solchen Schandfleck bezw. rechtsfreien Raum toleriert? Natürlich die Berner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Dass in Bern immer alles etwas langsamer geht als anderswo zeigt der dringend nötige Machtwechsel deutlich. Antworten


David Hartmann

02.02.2009, 17:50 Uhr
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Reitschule abreissen? Klar, macht nur, aber wer trägt die Konsequenzen, wenn dann doch was kaputt geht? Jetzt ist an allem die Reitschule schuld. An den Demos, an den Drogensüchtigen, warscheinlich auch noch an der Wirtschaftskrise und der Klimaerwärmung... Was passiert, wenn sich Polizisten vermummen wie in Genf oder Bern?! Die Reitschule bleibt, wie sie ist und es stehen genug Leute hinter ihr! Antworten


David Walter

02.02.2009, 12:36 Uhr
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Wie Hr. Aebsicher bereits geschrieben hat: Hütte abreissen ein Park mit Bäumen hinpflanzen!! Ist besser für die Umwelt, Gesundheit und für das Portemonnaie! Antworten


Elsa Lüthi

02.02.2009, 12:14 Uhr
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Wieder Wischi-Waschi, seit Jahren wird diskutiert mit den Reitschulbetreibern. Wer zahlt befiehlt! Die Reitschule braucht eine neue Führung, neue Strukturen, neues Konzept! Alles andere ist Zeit- und Geldverschwendung. Ich verstehe nicht, weshalb die Stadt nicht endlich Klartext spricht und handelt! Mit den bestehenden Verhältnissen ist die Reitschule in jedem Fall abzulehnen. Antworten


Pascal Pfister

02.02.2009, 11:50 Uhr
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Solange wir in der Stadt Bern eine solche Regierung haben (die durchs Volk gewählt wurde) wird sich an dieser Situation auch nichts ändern. Die Reithalle und Ihre ''Demonstranten'' werden immer ein Problem bleiben. Antworten


Peter Müller

02.02.2009, 11:46 Uhr
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Ich würde das Bundeshaus abreissen. Vor dem demonstrieren auch immer Leute und einige, die mit demonstrieren und dann auf den Bühnen und hinter Rednerpulten stehen. Die kommen aus dem Bundeshaus Antworten


lory strasser

02.02.2009, 11:22 Uhr
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Es ist endlich Zeit,dass die Polizei hart durchgreift!! Im Ausland werden solche Kaoten härter bestraft.Denn was diese Leute Woche für Woche für Schäden anrichten ist uns Steuerzahler nicht mehr Wurst!!Macht endlich mal Nägel mit Köpfen,denn von dem grossen Bla-Bla haben wir schon lange genug!!! Antworten


Yves Kläy

02.02.2009, 11:03 Uhr
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Diese Ausschreitungen haben noch lange nichts mit dem Kulturbetrieb Reitschule zu tun. Die Polizei treibt die Demonstranten jedes Mal zur Reitschule, da dies offenbar ein aus taktischer Sicht geeigneter Ort ist. Wenn sie nun die Demonstrationen immer wieder zum Casino oder zum Kursaal treiben würde, würden dann wohl Leute wie Herr Aebischer auch den Abriss dieser Gebäude fordern? Antworten


Stefan Jordi

02.02.2009, 10:57 Uhr
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Zitat: "Diese Bilder hat man in Bern schon oft gesehen: Schwarz vermummte Demonstranten formieren sich in der Reitschule". Dann: Fotos von schwarz vermummten Polizisten! hmm.. Antworten


Peter Aebischer

02.02.2009, 08:29 Uhr
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Also jetzt ist aber die Zeit gekommen. Reisst doch jetzt aber endlich die Reithalle ab. Ich kann nicht verstehen wieso, dass man die Stadt Bern. mit einem so Katastrophalen Gebäude präsentieren muss. Reisst die Hütte ab!!!! Antworten



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