Reithalle: Haben Polizisten zu viel Gewalt angewendet?
Von Christian Liechti, Urs Wüthrich. Aktualisiert am 26.09.2011 139 Kommentare
Der Präsident des kantonalen Polizeiverbands, Markus Meyer, sieht den Untersuchungen gespannt entgegen. (Bild: Stefan Anderegg)
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Die Untersuchungen haben erst begonnen, doch im Internetforum von Bernerzeitung.ch häufen sich die Einträge. Die Meinungen darüber, was am vergangenen Donnerstag in der Berner Reithalle passiert ist und wer die Schuld trägt, gehen auseinander. Ein Polizeieinsatz von Zivilfahndern in der Reitschule hatte mit einer heftigen Auseinandersetzung und verletzten Polizisten geendet.
Markus Meyer, SP-Grossrat und Präsident des kantonalen Polizeiverbands, blickt einer Untersuchung der Vorfälle gespannt entgegen. Bei Einsätzen folgten die Polizistinnen und Polizisten einer Deeskalationsstrategie. «Gewalt, die von Polizisten ausgeht, wird nicht geduldet», so Meyer. Erst wenn kein anderes Mittel zum Ziel führe, werde konsequent durchgegriffen. Meyer kann sich jedoch nicht daran erinnern, dass in den letzten Jahren ein Polizist verurteilt wurde, weil er bei einem Einsatz zu viel Gewalt angewendet hatte. «Die Vorwürfe liessen sich in den Untersuchungen nicht erhärten.»
«Partielle Schliessung»
Die CVP der Stadt Bern schreibt in einer Pressemitteilung: «Der Gemeinderat wird aufgefordert, sich beim Regierungsstatthalter für Verwaltungszwangsmassnahmen gegen die Betreiber der Reitschule einzusetzen.» Die Partei fordert als Folge der Übergriffe «eine partielle Schliessung des Restaurantbetriebes in der Reitschule». Zudem soll dem Gastrobetrieb bei weiteren Übergriffen gegen die Sicherheitsorgane die Betriebsbewilligung entzogen werden. Weiter beantragt die CVP dem Parlament, den Leistungsvertrag zurückzuweisen, solange keine verbindlichen Auflagen formuliert sind.
«Inakzeptables Verhalten»
Für Stadtrat Hasim Sancar (GB/Junge Alternative) sind es die Ordnungshüter, die in der Reithalle provoziert haben. Er schreibt: «Wieder scheint es, dass die Polizei die Provokation gesucht und unverhältnismässig gehandelt hat.» Es seien kaum zwei Polizisten von 30 bis 40 Personen angegriffen worden. «Wenn es wirklich so wäre, würden wir auch gegen die Reitschule-Aktivisten protestieren.» Sancar unterstellt Gemeinderat Reto Nause zudem ein «inakzeptables Verhalten». Er mobilisiere gegen den Leistungsvertrag, noch bevor das in der Reitschule Vorgefallene geklärt sei. (Berner Zeitung)
Erstellt: 26.09.2011, 07:01 Uhr
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