Passkontrolle soll Hooligans fernhalten
Von Andrea Sommer. Aktualisiert am 01.11.2011 3 Kommentare
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Forderungen aus dem Grossen Rat
Wer bezahlt die Kosten, wenn es vor oder nach Fussball- und Eishockeyspielen zu Gewaltexzessen kommt? Die Grossräte Philippe Müller (FDP, Bern), Daniel Kast (CVP, Bern), Christine Häsler (Grüne, Burglauenen), Peter Siegenthaler (SP, Thun) und Moritz Müller (SVP, Bowil) wollen, dass Lösungen, welche Gemeinden von Zusatzkosten entlasten, rasch umgesetzt werden.
Der Regierungsrat erkennt zwar Handlungsbedarf und kritisiert selbst das Scheitern des nationalen runden Tisches unter Führung von Bundesrat Ueli Maurer. Doch vier Forderungen aus dem Grossen Rat will die Regierung im besten Fall als unverbindliches Postulat gutheissen. Der Grund für die Zurückhaltung: Die Ressourcenverträge, welche alle sicherheitspolitischen Aufwendungen der Kantonspolizei Bern zugunsten der Vertragsgemeinden umfassen, genügten meist, um die Forderungen zu erfüllen.
Philippe Müller verlangt per Motion eine Zusatzvereinbarung zum Ressourcenvertrag. Mit dem Ziel, die Polizeiaufwände bei Sportveranstaltungen von jenen der ordentlichen Polizeipräsenz abzugrenzen. Fakt sei nämlich, so Müller, dass die Sicherheit in Strassen und Gassen beeinträchtigt sei, weil Polizisten zur Bekämpfung von Gewalt zu den Stadien abgezogen würden.
Prüfen will der Regierungsrat dagegen, ob gesetzliche Grundlagen geschaffen werden sollen, «mit denen Sportgrossveranstaltungen einer Bewilligungspflicht durch die Gemeinden unterzogen werden». Diese Bewilligungspflicht wollen Christine Häsler und Peter Siegenthaler gerne auf sämtliche Grossveranstaltungen ausdehnen. Doch die Regierung will davon nichts wissen – nicht zuletzt, weil der administrative Aufwand für kommunale Behörden beträchtlich sei.
Bereits als erfüllt sieht der Regierungsrat die Forderung von Moritz Müller: Der Fussballverband müsse die von der Fifa verlangten Sicherheitsmassnahmen konsequent anwenden.
Der Grosse Rat behandelt diese vier Motionen in der Novembersession.ue
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Wer in der Postfinance-Arena einen SCB-Match sehen will, muss neben dem Ticket künftig auch einen gültigen Ausweis dabeihaben. Dieser wird am Eingang elektronisch mit der Hooligandatenbank Hoogan abgeglichen. Damit ist sichergestellt, dass mit einem Stadionverbot belegte Fans tatsächlich draussen bleiben. Wie die Bundespolizei (Fedpol) gestern mitteilte, testet sie die neue Eintrittskontrolle derzeit als Pilotversuch gemeinsam mit dem SCB.
Letzten Samstag gegen Servette fand laut SCB-Sicherheitschef Peter Bischoff bereits der zweite Feldversuch statt. Dafür habe man 100 Probanden eingeladen, mit Ausweis beim Stadioneingang zu erscheinen. «Auch im zweiten Versuch klappten die Kontrollen fast reibungslos», so Bischoff. Allerdings gebe es noch die eine oder andere Kinderkrankheit, die es auszumerzen gelte. «Das Handling soll schneller sein, damit die Zuschauer nicht zu lange warten müssen.»
Datenschutz gewährleistet
Laut Fedpol werden die Ausweise mit Geräten gelesen, wie sie bei Grenzkontrollen verwendet werden. Der Datenschutz sei dabei gewährleistet: Die Sicherheitsverantwortlichen der Veranstalter dürften die Daten in den elektronischen Personenerkennungssystemen zwar bearbeiten, müssten diese nach der Sportveranstaltung aber umgehend vernichten. «Es werden zu keiner Zeit Personendaten von Fans erhoben oder gespeichert», schreibt der Bund in seiner Mitteilung. Dass Fedpol den Organisatoren von Sportveranstaltungen Daten zur Identifizierung registrierter Gewalttäter zur Verfügung stellt, ist nicht neu. Bisher wurden die Daten allerdings auf Papier weitergegeben. Die Zutrittskontrollen waren damit aufwendig, und die Organisatoren waren auf den Sperberblick von Szenekennern angewiesen. «Die Tests zeigen, dass wir für die neuen Kontrollen nicht mehr Personal benötigen», so Peter Bischoff. Im Gegenteil: «Die Leute, die bisher im Einsatz waren, können anderweitig eingesetzt werden.»
Kosten unbekannt
Für Dezember ist ein weiterer Test geplant. «Dann schreiben wir einen Bericht», so Bischoff. Ob der Pilotversuch damit beendet ist, ist unklar. Bischoff: «Ist ein weiterer Test nötig, dann machen wir den.» Offen ist auch die Frage der Kosten. Darüber soll ebenfalls der Bericht Aufschluss geben. (Berner Zeitung)
Erstellt: 01.11.2011, 06:10 Uhr
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3 Kommentare
Ich will keine Gewalt weder in noch ausserhalb eines Sportstadions, das sei vorweg im aller Deutlichkeit geagt. Doch ich will auch keine zusätzlichen Schikanen, um als bekennender YB-Fan ein Fussballmatch anschauen zu dürfen. Es kommt auch niemanden in den Sinn, bei jeder Autobahneinfahrt Kontrollen durchführen zu lassen, um sicherzustellen, dass niemand unerlaubt Auto fährt. Verhältnismässigkeit! Antworten
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