Die Ostermundiger haben das Tram wieder aufgegleist

Die Stimmung hat gekehrt: Am Sonntag sagten die Mundiger Ja zum Tram und zur Sanierung der Bernstrasse. Im Herbst 2014 hatte das Stimmvolk das Tram Region Bern noch abgelehnt.

Siegesfreude der Initianten: Die früheren Gemeindepräsidenten Theo Weber und Christian Zahler.

Siegesfreude der Initianten: Die früheren Gemeindepräsidenten Theo Weber und Christian Zahler. Bild: Walter Pfäffli

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Für Ostermundigen hat das Tram wieder Zukunft: Der 10er-Bus soll dereinst durch eine Tramlinie ersetzt werden. Diesen Entscheid haben die Stimmberechtigten am Wochenende gefällt. Zur Abstimmung gelangten die Initiative «Bernstrasse sanieren – Verkehr optimieren» sowie der Gegenvorschlag des Gemeinderates. Beide wurden gutgeheissen, mit 53,3 respektive 55,6 Prozent. Bei der Stichfrage wurde dem Gegenvorschlag der Vorzug gegeben.

Entscheid umgestossen

Das gestrige Resultat stösst den Entscheid zum Tram Region Bern vor anderthalb Jahren um. Damals sagten die Stimmenden etwa im gleichen Verhältnis Nein zur Vorlage. Auch Köniz verwarf gleichentags das Tram Region Bern, wogegen die Stadt Bern die Vorlage guthiess.

Bei den Initianten herrschte am Sonntag Genugtuung. «Dass die Vorlagen angenommen wurden, ist erfreulich», sagte der Mitinitiant und frühere Gemeindepräsident Christian Zahler. «Das gibt Ostermundigen eine Perspektive.» Zahler verwies auf die Sanierung der Bernstrasse und den Umbau der Bahnhofunterführung. Diese Projekte sind Teile von Intitiative und Gegenvorschlag. Die Initiative wollte das Tram aber bis unterhalb der Rüti fahren lassen und liess offen, wie die Rüti erschlossen werden sollte. Der Gegenvorschlag sieht ein Tram bis mindestens zur Ecke Bernstrasse/Rütiweg vor. Ein Shuttlebus sollte das Quartier Rüti erschliessen.

Initianten und Gemeinderat hatten aufgezeigt, dass Ostermundigen sowohl das Tram als auch die Sanierungen für total 28 Millionen Franken erhalten werde. Die Bauarbeiten für die Bernstrasse und die Bahnhofunterführung kämen ohne Tramlinie gleich teuer zu stehen, weil das Projekt keine Subventionen erhalten würde.

Der gestrige Entscheid sei ein «erster Schritt, wenn auch ein sehr wichtiger», betonte am Sonntag Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos). «Die Arbeit beginnt erst, es gibt noch extrem viele Hürden zu nehmen.» Denn nun gelte es, die Stadt Bern, den Kanton und den Bund einzubeziehen. Die Bundesgelder der ersten Tramvorlage seien weiterhin vorhanden, erklärte Iten. «Jetzt müssen wir jedoch an den Kanton gelangen und über politische Prozesse erreichen, dass auch er unser Projekt mitfinanziert.»

Ursula Wyss freut sich

Auf offene Ohren stösst Ostermundigen bei der Stadt Bern. Eine der Gratulantinnen bei den Siegern war am Sonntag Gemeinde­rätin Ursula Wyss (SP). «Die Stadt erhielt von ihrer Stimmbevölkerung mit dem Ja zum Tram Region Bern einen Auftrag», sagte sie gegenüber dieser Zeitung. «Wir waren aber blockiert, weil Ostermundigen damals ablehnte.» Sie sei dankbar, dass die Initianten und der Gemeinderat das Projekt wieder aufgegriffen hätten. Denn es gebe keine überzeugende Alternative. «Alles andere ist teurer.» In der Stadt Bern müsse aber nochmals über den Kredit abgestimmt werden.

Enttäuscht zeigte sich am Sonntag Ruedi Gygax von der IG Verkehr Ostermundigen, welche die Vorlagen bekämpft hatte. «Wir respektieren den demokratischen Entscheid», sagte er. «Es wurde aber zu viel versprochen, das in den Sternen steht.» Er glaube nicht, dass alles realisiert werden könne.
ResultatInitiative: 2354 Ja (53,3%), 2064 Nein (46,7%); Gegenvorschlag: 2438 Ja (55,6%), 1947 Nein (44,4%). Stichentscheid pro Gegenvorschlag. Stimmbeteiligung 45,4%. (Berner Zeitung)

Erstellt: 03.04.2016, 21:37 Uhr

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