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Neuer Bürokomplex auf der Carba-Brache

Von Lucia Probst. Aktualisiert am 31.10.2011

500 neue Arbeitsplätze werden auf der Carba-Industriebrache beim Liebefeld-Park entstehen. Danach soll sich das Areal weiterentwickeln: Mehr Büros und auch Wohnungen sind geplant.

Zwischen den älteren Gebäuden der Carbagas soll sich im Liebefeld dereinst ein grosser Büroneubau mit 500 Arbeitsplätzen erheben.

Zwischen den älteren Gebäuden der Carbagas soll sich im Liebefeld dereinst ein grosser Büroneubau mit 500 Arbeitsplätzen erheben.
Bild: zvg

Schon heute hat es viele Arbeitsplätze im Könizer Liebefeld. Bald werden es 1200 mehr sein. Der Bund plant neben dem Liebefeld-Park ein neues Bürogebäude mit 700 Arbeitsplätzen. Wenige Hundert Meter entfernt wird auch auf dem Carba-Areal ein Büroneubau für 500 Arbeitsplätze entstehen. Das Baugesuch dafür ist bereits eingereicht. «Wir beanspruchen für den Bau keine Ausnahmen», sagt Peter Morgenthaler, Geschäftsführer der Carba-Gruppe.

Das Berner Architekturbüro Itten+Brechbühl hat ein dunkelgraues Bürogebäude mit viel Glas und Metall entworfen. Vier Stockwerke und ein Attikageschoss wird der Flachdachbau umfassen. 18 Meter hoch, 42 Meter breit und 75 Meter lang wird das Gebäude sein. Stehen wird es dort, wo derzeit das alte Gasdepot mit der Abfüllanlage ist.

Kein Platz für Discounter

Wer einzieht, ist noch offen. «Wir sind mit Interessenten im Gespräch. Es sieht vielversprechend aus», sagt Morgenthaler. 2012 soll Baustart sein. Im Erdgeschoss hat es Platz für Gewerbe- und Freizeitnutzungen wie ein Fitnesscenter. Auch öffentlich liesse sich das Gebäude nutzen. Von Discountern hat Morgenthaler auch schon Anfragen erhalten. «Doch grössere Läden wird es nicht geben, dafür hat es zu wenig Parkplätze.»

Seit 1998 gehört das Areal nicht mehr zur Firma Carbagas. Im Rahmen einer Umstrukturierung übernahmen damals die Schweizer Aktionäre das Areal. Sie wollen die Industriebrache sukzessive entwickeln. Auf dem südlichen Teil des Areals steht seit 2006 ein moderner Bürobau, alte Gebäude wurden zudem renoviert. Für den nördlichen Teil hat die Carba Immobilien AG in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde einen Masterplan erarbeitet. Wird der Nordteil ähnlich dicht überbaut wie das benachbarte Vidmarareal, lassen sich insgesamt 50000 Quadratmeter Büro- und Wohnfläche schaffen. Der geplante Bürobau ist denn auch nur die erste von drei grossen Bauetappen, die Morgenthaler und die Investoren der Carba-Gruppe noch umsetzen wollen. Auf zwei weiteren Parzellen sollen in den nächsten Jahren Wohnungen und Büros entstehen.

Pendlerdruck steigt

Für die Gemeinde Köniz ist das Areal ein Vorzeigebeispiel. Sie strebt in der laufenden Ortsplanungsrevision an, die zentralen Gebiete zu verdichten. «Das Carba-Areal entspricht genau unserer Strategie. An einem gut erschlossenen Ort wird dichter gebaut, wir freuen uns über die Entwicklung», sagt Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP). Drei Buslinien und die S-Bahn führen zum Carba-Areal. Aufwind für die Tramdebatte verspricht sich Sedlmayer vom neuen Bürogebäude noch nicht. Sie geht davon aus, dass sich die künftigen Pendler auf die ÖV-Angebote aufteilen werden. «Aber mit diesen Arbeitsplätzen und jenen des Bundesgebäudes ist die Entwicklung im Liebefeld nicht abgeschlossen, deshalb braucht es wirklich ein Tram.»

Ob Bus oder Tram, das sei den Mietern unwichtig, erzählt Peter Morgenthaler von seinen Verhandlungen. Hauptsache, das Areal sei gut erschlossen. Doch auch er ist Trambefürworter: «Wir beeinflussen nicht, ob das Tram kommt. Aber wir sind froh, wenn es kommt.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 31.10.2011, 09:30 Uhr

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