Mit Raben gegen Rassismus
Widmer-Schlumpf: angeregte Diskussion über Raben.
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10 Kinderbundesräte entsteigen der Staatskarosse und betreten das Bundeshaus. Im «Salle du Président» in der Bundeshausloge West empfängt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf die Kinder zum Zvieri. Alle haben sich fein in Schale geworfen. Der Kinderbundesrat entstand nach einer offiziellen Version des Bundesratsfotos am Originalschauplatz. «Wir haben uns über die doofen Rabenplakate der SVP aufgeregt, weil sie so ausländerfeindlich sind», sagt Kinderbundesrätin Sasime Osmani vom Departement für Lesen, Schreiben und Reden. Deshalb hätten sie etwas Witziges dagegen unternommen und ein Bundesratsfoto nachgestellt. Von dieser mutigen Idee angetan, lud Bundesrätin Widmer-Schlumpf die Kinder aus dem Tscharnergut kurzerhand zu einem gemütlichen Zvieri ins Bundeshaus ein.
Das Projekt «Kidswest» im Tscharnergut ist eine offene Kinderkunstwerkstatt für ausländische Kinder und Jugendliche. «Im Zentrum Paul Klee gibt es eine tolle Kinderkunstplattform», sagt «Kidswest»-Leiterin Meris Schüpbach. Diese zu besuchen könnten sich Migrantenkinder jedoch meistens nicht leisten. Deshalb habe sie vor drei Jahren dieses Angebot im Tscharnergutquartier, wo der Ausländeranteil der Bevölkerung und die Jugendarbeitslosigkeit hoch sind, lanciert.
Leuenbergers Krawatte
Die «Kidswest»-Bundesräte haben alle einen schwarzen Raben aus eisenhaltigem Ton getöpfert und ihn an der Sitzung mit der Justizministerin vor sich auf dem Tisch aufgestellt. Der grösste Rabe stellt Bundesrat Couchepin dar. Die Kids haben jeden Raben mit einer roten Schleife dekoriert, in der sie dem Originalbundesrat Wünsche aufgeschrieben haben. «Ich habe mir für das nachgestellte Bundesratsfoto extra die gleiche Krawatte wie Bundesrat Leuenberger gekauft», erzählt Ihab Atta vom Departement für Informatik. «Ich werde die Raben meinen Regierungskollegen gerne an der nächsten Sitzung überreichen», sagt Widmer-Schlumpf und lobt die aufgeweckten ausländischen Kinder für ihr «grosses und kreatives soziales Engagement». (Berner Zeitung)
Erstellt: 10.09.2009, 08:24 Uhr
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