Mit Idealismus und Sturheit ans Ziel
Von Hans Ulrich Schaad. Aktualisiert am 17.01.2012
Mehrere Anläufe
Das Restaurant Traube in Kriechenwil ist am 2.März 1988 vollständig ausgebrannt. Die Gebäudereste wurden 1990 abgebrochen, nachdem ein Projekt für einen Wiederaufbau gescheitert war. In den 1990er-Jahren gab es weitere Bauprojekte. Diese konnten aber aus ortsplanerischen oder finanziellen Gründen nicht realisiert werden. Im Sommer 2001 kaufte Jürg Rytz, der angrenzend einen Landwirtschaftsbetrieb führt, das Grundstück.
Die Idee von Jürg Rytz, auf dem brach liegenden Terrain eine Überbauung mit Alterswohnungen und einem Café zu verwirklichen, verzögerte sich mehrmals. Entweder waren die ortsplanerischen Vorgaben zu streng, oder das Vorhaben sprengte den finanziellen Rahmen. 2006 folgte ein Neuanfang. 2009 wurden mit einer Teilrevision der Ortsplanung Kriechenwil die Bauvorschriften gelockert. Ende 2009 wurde die Wohnbaugenossenschaft Traubenhof gegründet.
Jürg Rytz brauchte einen langen Atem. Vor elf Jahren kaufte er das brach liegende Grundstück des abgebrannten Restaurants Traube in Kriechenwil. Nach mehreren Projektanläufen hat es endlich geklappt: gestern erfolgte der Spatenstich für das erste Gebäude der Überbauung Traubenhof. 6,5 Millionen Franken wird Rytz in den nächsten zwei Jahren investieren. Der Spatenstich stand unter dem Motto «das Aufwachen aus dem Dornröschenschlaf». Denn der Brand der Traube liegt 24 Jahre zurück (siehe Kasten). So wurde Dornröschen von Rytz wachgeküsst. Gespielt wurde Dornröschen von einer jungen Frau, deren Grossmutter in den Traubenhof einziehen wird.
Wie ein Krimi
Angesichts der Rückschläge und der Hürden dachte Jürg Rytz manchmal ans Aufgeben. «Aber es war wie in einem Krimi. Wenn man einmal drin ist, kann man nicht mehr loslassen», erklärt er. «Es brauchte etwas zwischen Idealismus und sturem Kopf.» Zudem war es ihm als Landwirt und Nachbar nicht egal, was auf dem Grundstück passiert.
Im ersten Gebäude befinden sich zehn Wohnungen. Vom Studio bis zur Dreieinhalbzimmer-Wohnung sind alle behindertengerecht. Angesprochen sind in erster Linie ältere Menschen. Rytz nimmt dabei die Idee des Stöcklis auf. Ältere Personen sollen die Möglichkeit haben, von ihrem Einfamilienhaus in eine kleine Wohnung umzuziehen. Ihr Haus würde frei für eine junge Familie. So werde der Wohnraum im Dorf optimal genutzt, ist Rytz überzeugt. Im ersten Gebäude sind sieben der zehn Wohnungen reserviert. Geheizt werden die Gebäude mit einer neuen Holzschnitzelheizung. Daran sollen in einer späteren Phase weitere Häuser in der Nachbarschaft angeschlossen werden. Der Bau des zweiten Gebäudes mit zwölf Wohnungen ist für den Frühling 2013 vorgesehen.
Darlehen des Bundes
Für die Finanzierung wurde die Wohnbaugenossenschaft Traubenhof gegründet. Zudem schiessen die Mieter einen Pflichtanteil als Darlehen ein. Unterstützt wird das Projekt auch vom Bundesamt für Wohnungswesen. Es beteiligt sich mit einem Darlehen von fast einer Million Franken. (Berner Zeitung)
Erstellt: 17.01.2012, 07:00 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Bitte warten





