Mann im Bärenpark angefallen
Rettung: Der verletzte Mann wird aus dem Bärengehege geborgen. (Bild: Keystone)
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Um zirka 16.10 Uhr gelangte der Mann aus noch ungeklärten Gründen von einem Treppenaufgang aus auf eine Mauer, welche die Besucher vom Bärengehege trennt, wie die Kantonspolizei Bern am Samstagabend mitteilte. Von dort fiel er dann zirka vier Meter in den Bärenpark hinunter. Der vierjährige Bär Finn ging sofort auf den Eindringling zu und griff ihn an. Augenzeugen rund um den Bärenpark schrien und warfen Gegenstände ins Gehege, um den Bären abzulenken.
Finn angeschossen
Doch erst als ein Polizist einen Schuss auf das Tier abfeuerte, liess es von seiner Beute ab, wie Franz Märki, Sprecher der Kantonspolizei Bern, bereits am Nachmittag ausführte. Nachdem Finn in die Stallungen gesperrt werden konnte, wurde der verletzte Mann geborgen, ärztlich versorgt und ins Spital gebracht.
Weder zum Gesundheitszustand des Mannes noch des Bären konnte die Polizei zunächst etwas sagen. Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause, der nach dem Vorfall zum Ort des Geschehens gefahren war, sagte, dem Tier gehe es offenbar inzwischen etwas besser.
Er sei wegen der Geschehnisse zutiefst schockiert, fügte Nause an. Da die Details des Vorfalls noch nicht geklärt seien, könne er jedoch nur wenige Angaben machen.
«Wir sind nun dabei, die von den Überwachungskameras aufgezeichneten Bilder zu analysieren.» Demnach sei der junge Mann offenbar auf den Bären zugerannt. Für weitere Angaben verwies der Berner Gemeinderat auf die für Sonntagnachmittag anberaumte Medienkonferenz der Stadt Bern.
Vor einem Monat eröffnet
Der Bärenpark wurde vor einem Monat mit einem grossen Volksfest eröffnet. Das neue, endlich artgerechte Zuhause des Bärenpaars Björk und Finn zog an seiner offiziellen Einweihung über 40'000 Besucher in die Bundesstadt.
Im Vorfeld hatte das rund 6000 Quadratmeter grosse Gehege am Aarehang unterhalb der beiden alten Bärengräben wegen der Kostenüberschreitung zu reden gegeben. Der Park wird statt wie budgetiert 14,5 Millionen Franken bis zu 23,6 Millionen kosten. Dies wegen des schwierigen Untergrunds.
Vor eineinhalb Wochen lehnte es der Berner Stadtrat jedoch ab, zur Untersuchung der Kostenüberschreitung eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) einzusetzen. Dafür soll die laufende Administrativuntersuchung zeigen, wer die Schuld an der finanziellen Fehlplanung trägt. (zes/sda)
Erstellt: 22.11.2009, 10:13 Uhr
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