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Lob für neuen Direktor der Finanzverwaltung

Seit April ist der 50-jährige Ökonom Fritz Zurbrügg Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung. Linke wie rechte Finanzpolitiker trauen dem fundierten Kenner des nationalen und internationalen Finanzwesens viel zu.

Viel Vorschusslorbeeren für Fritz Zurbrügg, den neuen Direktor der Eidgenössichen Finanzverwaltung.

Viel Vorschusslorbeeren für Fritz Zurbrügg, den neuen Direktor der Eidgenössichen Finanzverwaltung.
Bild: Keystone

Wer nach kritischen Stimmen sucht, sucht vergeblich: Finanzpolitiker verschiedener Parteien finden nur lobende Worte für den neuen Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung (EFV). Anfang April hat der bisherige Vizedirektor Fritz Zurbrügg seinen Vorgänger Peter Siegenthaler an der Spitze abgelöst. Unter Parlamentarier kennen ihn vor allem Finanzpolitiker schon längere Zeit – seit 2006 leitet der Berner die Abteilung Finanzplanung, Budget und Rechnung und vertritt in dieser Funktion Geschäfte in den vorberatenden Kommissionen der eidgenössischen Räte.

«Extrem gründlich»

Zurbrügg sei ein «sehr zuverlässiger und kompetenter Gesprächspartner», der «extrem gründlich und minuziös arbeitet», sagt beispielsweise Margret Kiener Nellen, Berner SP-Nationalrätin und Präsidentin der Finanzkommission. Nicht zuletzt aufgrund seiner internationalen Erfahrung traut sie ihm zu, für diesen Posten der richtige Mann zu sein. Tatsächlich hat die Bedeutung der internationalen Verflechtung zugenommen, was zum Beispiel im Steuerstreit mit den USA oder anderen Ländern zum Ausdruck kommt. Deshalb wurde im Finanzdepartement nun auch eigens ein Staatssekretariat geschaffen, das sich um die Koordination und die strategische Führung in internationalen Finanz-, Währungs- und Steuerfragen kümmert. Dennoch ist Kiener Nellen überzeugt, dass es solche Kompetenzen auch an der Spitze der Finanzverwaltung braucht.

Viele Auslandsaufenthalte

Angesichts seines Lebenslaufs und der beruflichen Erfahrungen dürfte Zurbrügg für solche Aufgaben in der Tat ideale Voraussetzungen mitbringen. Seine Kindheit erlebte er in Burma, die ersten Schuljahre im Iran, an der Schweizer Schule in Rom die Gymnasialzeit. So lernte Zurbrügg Fremdsprachen und den Umgang mit verschiedenen Kulturen: In Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Deutsch kann er heute Fachgespräche führen, auf Russisch ist eine Unterhaltung möglich. Seine eigentliche Heimat Frutigen wurde für den Berner Oberländer zur Ferienheimat: Jahr für Jahr hielt er sich im Sommer und Winter mit seinen Eltern dort auf. Während des Studiums und der Arbeit als Assistent am Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik an der Universität Bern war Frutigen seine Freizeitheimat – vor allem im Tennisklub verbrachte er in dieser Zeit viele Stunden. Sein Ökonomiestudium schloss der heute 50-Jährige 1989 mit Doktortitel ab. Darauf folgte eine Anstellung an der Finanzverwaltung als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Ab 1992 hielt sich Zurbrügg als Volkswirtschafter im afrikanischen Departement des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf. Chef der Sektion IWF und internationale Finanzierungsfragen in der EFV sowie Senior Advisor und Exekutivdirektor im schweizerischen Büro beim IWF in Washington waren weitere Aufgaben, die er übernahm. Als Leiter der Abteilung Finanzplanung erarbeitete und formulierte Zurbrügg in den vergangenen Jahren die Grundlagen für Budget- und Finanzplanung zuhanden des Bundesrats. Somit verfügt der neue EFV-Direktor im internationalen wie auch im nationalen Finanzwesen über vertieftes Wissen.

Oft in Frutigen

Interviews und Gespräche mit Fritz Zurbrügg zu seinem neuen Amt lehnt die zuständige Medienstelle derzeit ab – die übliche Einarbeitungsfrist von 100 Tagen soll abgewartet werden. Aus anderem Anlass am Telefon erreicht, erzählt der neue EFV-Chef aber, dass er immer noch häufig nach Frutigen fährt, wo seine Mutter lebt. Zurbrügg selber wohnt wie sein Vorgänger Peter Siegenthaler in Bremgarten. Die Freizeit widmet er vor allem der Familie mit seinen drei «Buben» im Alter von 13, 17 und 20 Jahren. Gerne spielt er nach wie vor Tennis. Und im Winter fährt Zurbrügg oft tageweise zum Skifahren ins Berner Oberland.

«Ruhig und zuverlässig»

Nationalrat Bruno Zuppiger (SVP, ZH) lobt die «ruhige und zuverlässige Art» Zurbrüggs, der sich vor allem durch eine fundierte Dossierkenntnis auszeichne. Bisher habe er zurückhaltender und nicht so prägend agiert wie sein Vorgänger Peter Siegenthaler. Den Grund dafür sieht Zuppiger aber eher in Zurbrüggs bisheriger Funktion als Vizedirektor denn in seinen Fähigkeiten – als Amtschef dürfte er sich nun stärker exponieren.

Zurbrügg spüre im Gespräch sofort, um was es gehe, sagt CVP-Nationalrat Arthur Loepfe (AI). «Dabei agiert er fachkundig, souverän und bleibt dabei stets bescheiden.» Löpfe hält Zurbrügg deshalb für einen «würdigen Nachfolger» Siegenthalers. (Berner Zeitung)

Erstellt: 26.04.2010, 08:31 Uhr


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