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Künftig gehört das Fähribeizli dem Volk

Von Anna Tschannen. Aktualisiert am 22.02.2011

Die Bevölkerung von Muri-Gümligen hat für 300'000 Franken Aktien gezeichnet und damit das Fähribeizli an der Aare gekauft. Die Gemeinde gibt das Restaurant im Baurecht ab.

Beliebt für die Rast  an der Aare. Die Bevölkerung von Muri-Gümligen hat das Fähribeizli erworben. Später soll?das alte Haus saniert werden.

Beliebt für die Rast an der Aare. Die Bevölkerung von Muri-Gümligen hat das Fähribeizli erworben. Später soll?das alte Haus saniert werden.
Bild: Urs Baumann

Das Fähribeizli in Muri, direkt neben der Bodenackerfähre, ist ein beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänger. Wie viel es der Bevölkerung von Muri-Gümligen bedeutet, hat sich gerade wieder gezeigt: In Scharen folgten die Muriger dem Aufruf, Aktien für die Übernahme des Restaurants zu zeichnen. 300'000 Franken Kapital sowie noch einmal derselbe Betrag als Darlehen sind zusammengekommen. Damit kann die «Fähribeizli AG» gegründet werden, welche die Liegenschaft von der Gemeinde im Baurecht übernehmen will. Die AG wird gegründet, sobald der Baurechtsvertrag durch das Parlament genehmigt ist. Das Geschäft wird voraussichtlich an der Maisitzung traktandiert.

«Lustiger Mix der Aktionäre»

Federführend für diese Aktion ist die FDP Muri-Gümligen. Sie hat im Mai 2009 eine Motion eingereicht, welche eine Volks-AG forderte. Notar und Alt-Gemeinderat Thomas Hanke hat nun die Anteilscheine gesammelt. Er ist erfreut, wie schnell und unproblematisch das Geld für die Übernahme zusammengekommen ist: «Es gab grosse Anteilnahme, die Mischung der Aktionäre ist lustig», sagt Hanke. Er ist momentan daran, Dankesschreiben für die rege Zeichnung der Aktien zu verfassen.

Gemeinde im Verwaltungsrat

Notwendig wurde die Initiative für das Fähribeizli, weil das Baurecht nach Ablauf der Frist im Jahr 2008 an die Gemeinde Muri-Gümligen zurückgefallen ist. Die bisherigen Baurechtseigentümer, eine Erbengemeinschaft, wollten das Fähribeizli nicht länger behalten. Die Entschädigung für die Rückgabe des Baurechts an die Gemeinde kam diese auf 270'000 Franken zu stehen. Wie der Gemeinderat in der Antwort auf ein Postulat der FDP schreibt, war es von Anfang an klar, dass es nicht Kernaufgabe einer Gemeinde sei, eine Beiz zu betreiben, und machte sich auf die Suche nach einer Trägerschaft.

In einem Zwischenbericht zur überwiesenen FDP-Motion schrieb der Gemeinderat im Herbst 2010, dass sich der Wert des Baurechts auf 300'000 Franken und der jährliche Baurechtszins auf 10'000 Franken belaufe. Die Gemeinde zeichnete aber für ein Zehntel ebenfalls Aktien und sicherte sich so einen Sitz im Verwaltungsrat.

Gäste merken nichts

An den Kauf der Aktien für das Fähribeizli war die Zeichnung eines Darlehens in der gleichen Höhe gekoppelt. Mit diesen zusätzlichen 300'000 Franken ist der Betrieb der AG ohne Darlehen einer Bank gesichert.

Gehe alles rund, könne die Volks-AG ihre Tätigkeit im Frühsommer aufnehmen, schätzt Hanke. Auch die neuen Baurechtsnehmer übernehmen den Vertrag mit der langjährigen Pächterin und Wirtin Renate Meier, sodass sich für die Aaregänger vordergründig nichts ändert. Längerfristig muss die etwas baufällige Liegenschaft saniert werden: Der Verwaltungsrat wird in Zusammenarbeit mit Meier die Massnahmen an die Hand nehmen, «aber nicht vor dem Herbst», so Hanke.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 22.02.2011, 06:34 Uhr

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