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Kritik an der Schloss-Stiftung

Von Hans Ulrich Schaad. Aktualisiert am 08.02.2012

Neuenegg wird der Stiftung Schloss Laupen nicht beitreten. Das Konstrukt sei zu wenig ausgearbeitet und das finanzielle Risiko zu gross.

Das Schloss Laupen habe für die Bevölkerung von Neuenegg einen zu wenig grossen Nutzen, findet der Neuenegger Gemeindepräsident.

Das Schloss Laupen habe für die Bevölkerung von Neuenegg einen zu wenig grossen Nutzen, findet der Neuenegger Gemeindepräsident.
Bild: Urs Baumann

Der Gemeinderat von Neuenegg ist skeptisch. «Der Businessplan ist zu optimistisch und das finanzielle Risiko für unsere Gemeinde zu gross», erklärt Gemeindepräsident René Wanner (SVP). Der Gemeinderat hat deshalb entschieden, der Stiftung Schloss Laupen vorerst nicht beizutreten. Die Stiftung soll am 21.Juni gegründet werden. Sie wird das Schloss Laupen vom Kanton als neue Besitzerin übernehmen und den Betrieb und den Unterhalt sicherstellen.

Für Neuenegg ist das Konzept zu wenig ausgearbeitet: «Wir wissen nicht genau, was auf uns zukommt.» Wanner zweifelt daran, dass der Betrieb selbsttragend ist. Er erachtet die Annahmen als «sehr optimistisch». Wenn es finanziell nicht klappt, sei die Stiftung verpflichtet, Geld nachzuschiessen, befürchtet er. Bei der aktuellen Anfrage ging es um einen Betrag unter 10'000 Franken.

Kein Nutzen da

Solidarität sei gut, betont René Wanner. Aber: «Die Bevölkerung sollte davon profitieren können, wie beim Schwimmbad.» Das sei bei der Vermarktung des Schlosses nicht der Fall. «Der Nutzen für die Bevölkerung von Neuenegg ist nicht da», sagt der Gemeindepräsident. Das Geld könne sinnvoller innerhalb der Gemeinde eingesetzt werden.

Urs Balsiger (SVP), Gemeindepräsident von Laupen, findet es schade, dass die Kollegen der Nachbargemeinde abgesagt haben. «Wir haben ein Gespräch angeboten, um das Projekt näher vorzustellen», sagt Balsiger. «Aber sie haben uns leider nicht kontaktiert.» Es sei eine einmalige Investition, und die Stiftung werde kein zusätzliches Geld fordern. «Die Mitglieder werden nicht bluten müssen», so Balsiger. Es brauche sicherlich Geduld, bis es angelaufen sei.

Von Vermietung abhängig

Der Kanton Bern tritt das Schloss an die Stiftung ab mit dem Auftrag, dass das Schloss der Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Und wenn das über die Stiftung nicht finanzierbar sei, müsse diese wieder den Kanton einschalten, erläutert Balsiger. Die Stiftung habe sich den Betrieb des Schlosses zur Aufgabe gemacht, es seien keine Rückstellungen für den Unterhalt vorgesehen. Sollten grössere Investitionen anfallen, dürfe die Stiftung beim Kanton Subventionen beantragen. Balsiger gibt zu, dass es finanziell schwierig werde, wenn keine Mieter für die Büroräume gefunden werden. Die Vermietung der Säle sei inzwischen gut angelaufen. Aufgegleist sind das Ortsmuseum und das Projekt «Schlafen im Knast». Bis jetzt war aber noch kein Geld da, um diese Ideen umzusetzen.

Urs Balsiger ist zuversichtlich, dass die Stiftung das Startkapital von 50'000 Franken zusammenbringt. Alleine mit den Beiträgen der Einwohner- und der Burgergemeinde Laupen werde der Betrag fast erreicht. Bereits zugesagt hat die Gemeinde Kriechenwil. Nicht abgeneigt, der Stiftung beizutreten, ist Mühleberg. Bevor der Beitrag aber beschlossen werde, müssten offene Fragen geklärt werden, sagt Gemeindepräsident Kurt Herren (SVP). Auf Freiburger Seite möchte Bösingen mithelfen und dazu die Region Sense ins Boot holen. Diese Woche finden erste Gespräche statt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.02.2012, 07:24 Uhr

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