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Kommentar: Deutliche Sprache

Von Jürg Spori. Aktualisiert am 23.01.2012 2 Kommentare

Bei den meisten Anti-WEF-Demos in Bern kam es in den letzten Jahren zu Krawallen und Sachbeschädigungen. Die von der Reitschule aus ausgerückten Chaoten lieferten sich mit der Polizei jeweils ein Katz-und-Maus-Spiel.

Jürg Spori (Bild: BZ)

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Der Wille der rot-grünen Regierung fehlte offenbar, um präventiv gegen Vermummte und Bewaffnete vorzugehen. Man setzte auf Deeskalation, liess die Demozüge marschieren, nahm so aber auch Scharmützel in Kauf.

Mit dem Einsatz am letzten Samstag hat die Polizei nun ein anderes Signal ausgestrahlt. Sie hat gezeigt, dass sie sich von Chaoten nicht auf der Nase herumtanzen lässt, wenn sie vom Gemeinderat grünes Licht dazu erhält. Die Einkesselung der Teilnehmer der unbewilligten Demo zeigt ein neues Vorgehen der Polizei auf. Bisher rannten Polizisten den Vermummten nach, weil sie überrumpelt wurden. Nicht so am Samstag: Die Polizei setzte ihre Strategie konsequent durch. Auffallend ist auch: Die Polizei war im Vergleich zu früheren Demos mit Gewaltpotenzial gut vorbereitet, klar organisiert und gut aufgestellt.

Das Polizeiaufgebot war in der Tat immens. Vor der Demo jedoch kursierten Aufrufe zu Gewalt. Die Polizei fand zudem verstecktes Vermummungsmaterial, Petarden und Spraydosen – was nicht auf friedliche Absichten hinweist. Und im Demozug war die radikale Zürcher Linksaktivistin Andrea Stauffacher, die in den letzten Jahren mit Aufrufen zu Gewalt aufgefallen war.

Die Aufgabe der Politik wird es sein, für künftige Kundgebungen jeweils das richtige Einsatzdispositiv der Polizei abzusegnen. Dabei gilt es unbedingt Augenmass zu wahren. Am Samstag aber war das Grossaufgebot gerechtfertigt.

Mail:juerg.spori@bernerzeitung.ch
Diskussion: blog.bernerzeitung.ch/leserblog (Berner Zeitung)

Erstellt: 23.01.2012, 06:43 Uhr

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2 Kommentare

urs berger

23.01.2012, 09:38 Uhr
Melden 5 Empfehlung

und wenn wir die Zunahme der Strassenverkehrsunfälle anschauen (aufgrund von Regelverletzungen) dann wäre es angebracht, vor Fussgängerstreifen Nagelbänder zu installieren? Oder sind Fensterscheiben schutzbedürftiger als Kinder? Antworten



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