Knallfred Burri pulvert Bern in den Himmel
Von Tobias Habegger. Aktualisiert am 26.07.2011 1 Kommentar
Feuerwerk für kranke Kinder
Fürs 1.-August-Feuerwerk auf dem Gurten hat Wilfred Burri alias Knallfred ein Feuerwerksbild entworfen. Zu Beginn des Feuerwerks gehen über
160 verschiedene Herzen am Berner Nachthimmel auf.
Das Eröffnungsbild ist mit einer Benefizaktion verknüpft: Mittels Zertifikaten kann man sich für 50 Franken an den Kosten beteiligen. Pro Zertifikat fliessen
25 Franken ins Projekt «Eine lebensrettende Reise» der Terre des Hommes. Ausländische Kinder mit einem Herzfehler, die vor Ort nicht operiert werden können, werden für einen Eingriff unter anderem in die Schweiz überwiesen.
Die Käufer erhalten zwei «Herzbrillen». Beim Blick durch diese verwandelt sich nachts jede Lichtquelle in unzählige Herzen. Die Zertifikate gibts in der Dropa-Drogerie am Waisenhausplatz und auf www.knallfred.ch. Das Zertifikat kann am 30.Juli am Stand der Terre des Hommes beim Käfigturm in Bern sowie am 1.August auf dem Gurten bezogen werden.
In einer weissen Schürze empfängt er die Menschen in seiner Drogerie am Waisenhausplatz in Bern. Wenn Wilfred Burri den Kunden die Hand entgegenstreckt und sagt: «Hallo, ich bin der Knallfred», dann steckt seine Freundlichkeit an. Und wenn Knallfred den Lift besteigt und in den fünften Stock hochfährt, nimmt seine Vorfreude von Etage zu Etage spürbar zu – die Freude darauf, seine Raketen präsentieren zu können. Zu jedem Zuckerstock auf dem Estrich kennt er eine Anekdote. Die Bilder, die die Feuerwerke nach dem Anzünden in den Himmel spucken, sind in Knallfreds Kopf entstanden. Neben seiner Tätigkeit als Drogist erfindet er Feuerwerk zum Thema Bern.
Seine Leidenschaft für Feuerwerk zeigte sich bereits in seiner Jugend, als er mit Schweizer Krachern und leeren Konservendosen experimentierte. In seiner Lehrzeit, die ihn zum diplomierten Drogisten machte, lernte Knallfred Burri, was passiert, wenn man verschiedene Metallsalze miteinander vermischt. «Es ist wie Farben mischen», sagt er. «Aus Eisen und Kohle entsteht Gold.» Mit diesem Wissen hat er bisher rund dreissig Feuerwerksbilder entworfen. Sie tragen Namen à la «Bärner Mutz», «Venus vo Bümpliz», «Gurte-Festival», «Bärner Müntschi» oder «Marzili-Gnuss». Die Idee zum Bouquet «Ds blaue Bähnli» überkam ihn, als er im Radio den berühmten Sketch «Dr schnällscht Wäg nach Worb» von Ernst Mischler hörte. Die pyrotechnische Umsetzung ist ein blauer Aufstieg mit weissen Sternen.
Umgesetzt werden Knallfred Burris Ideen durch Toni Bussmann von der Bugano AG in Neuendorf. Die fertigen Raketen und Töpfe sind heuer wieder an der 1.-August-Feier auf dem Gurten zu bestaunen. Dazu reisen Knallfred Burri und dessen Assistent Bomben-Steph (Stephan Gulyas) durch die ganze Schweiz. Ob am Open Air in Laax, am Leichtathletikmeeting in Frauenkappelen oder an der Silvesterparty in Flims, überall pulvert Knallfred sein Bild der Stadt Bern in den Nachthimmel hinaus. (Berner Zeitung)
Erstellt: 26.07.2011, 06:54 Uhr
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1 Kommentar
Wenn ich an die brandschutztechnischen Vorschriften bei Einfamilienhausbau denke, wundert es mich ein wenig, dass Feuerwerk mitten in der Stadt auf dem Dachboden gelagert werden kann. Wahrscheinlich noch solange bis den Bernern die Ziegel um die Ohren fliegen .. Antworten
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