Kinder laben sich an Luft und Licht
Luminarium
Sa, 25.Juni, 11–17 Uhr, und So, 26.Juni, 10–17 Uhr; Kappelenring, Hinterkappelen.
Eintritt: 2/5 Franken (Kind/Erw.).
Die Kindergärteler rennen in den roten Kuppelraum, taumeln fast, gleiten benommen die Plastiksäulen entlang zu Boden und bleiben dort staunend liegen. Nur ein Junge läuft in den Raum nebenan und ruft: «Ich bin blau, ich bin blau.»
Den kollektiven Rausch der Sinne ausgelöst hat das Werk der englischen Künstler Architects of Air. Die «Luftarchitekten» nähen von Hand farbige Kunststoffblachen aneinander und blasen das Gebilde auf. In dessen Innern entsteht ein Labyrinth aus Tunnels, Buchten und Gewölben, die in unterschiedlichen Farben und Mustern schimmern.
Delirium dank Farbe und Hitze
«Die Effekte entstehen nur durch das einfallende Sonnenlicht», schwärmt Andreas Jost, Geschäftsleiter der Gfeller Elektro AG in Hinterkappelen. Um ihr 100-Jahr-Jubiläum zu feiern, hat die Firma für etwa 23000 Franken das «Luminarium» namens «Levity 2» gemietet. Für das 55 mal 32 Meter grosse Kunstwerk wird ein Teil des Rapsfeldes gleich gegenüber dem Firmengebäude genutzt.
«Das ‹Luminarium› symbolisiert unsere klimafreundliche Haltung», sagt Jost. Erst am Wochenende ist es für die Bevölkerung offen; bis dahin dürfen sich nur geladene Gäste am Lichtspiel laben. Gestern waren das alle 56 Wohlener Schulklassen und der Gemeinderat. Während die Kinder mit ihren Ausrufen die japanische Zenmusik im Zeltinnern fast übertönen, übt sich Gemeindepräsident Eduard Knecht in stiller Bewunderung: «Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die verschiedenen Farben auf einen wirken.» Die Bucht in Blau beispielsweise wirkt wohltuend erfrischend – die Hitze im «Luminarium» und der leichte Gummigeruch verstärken den deliriösen Zustand, den das Kunstwerk auslöst. Mitarbeiter holen die Besucher mit Wassersprühern aus der Benommenheit.
Am Boden sei es kühler, weiss ein Konstrukteur des «Luminariums», und legt sich hin. Sein Werk wird er von Hinterkappelen nach England und dann nach Tschechien bringen. Weltweit würden die Leute gleich darauf reagieren: «They smile.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 22.06.2011, 08:06 Uhr
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