Keine Alternative zum Tiefbahnhof

RBS-Direktor Hans Amacker bleibt dabei: Ohne Tiefbahnhof geht es nicht. Er bezweifelt, dass die von der Projektleitung beschlossene Extrarunde daran etwas ändert. Der Spielraum am heutigen Standort sei einfach zu klein.

1/6 Erweiterte Hauptpassage.
Foto: www.be.ch

RBS-Direktor Hans Amacker

RBS-Direktor Hans Amacker (Bild: Susanne Keller)

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Burger-Landpassage

Hinter dem Burgerspital könnte dereinst eine Ladenpassage Christoffelpassage und Bogenschützenstrasse verbinden.

Die Berner Burgergemeinde ist in die Planung für den neuen Bahnhof Bern involviert. Burgerratspräsident Franz von Graffenried sitzt im Leitorgan. Das Burgerspital selber spielt bei der Planung weniger eine Rolle. Das historische und denkmalgeschützte Gebäude ist inklusive Untergrund denkmalgeschützt. Dafür ist das Areal dahinter und daneben interessant, wie von Graffenried auf Anfrage darlegt. Möglich sei etwa eine unterirdische Verbindung zwischen der Christoffelpassage und der Bogenschützenstrasse. Schon heute gebe es dort eine Tiefgarage.

Der Platz würde sogar für eine Ladenstrasse ausreichen, so von Graffenried. Dazu plant die Burgergemeinde, das heutige Schwesternhaus an der Bogenschützenstrasse dereinst abzureissen und an dessen Stelle ein Gewerbezentrum zu bauen. Sowohl Ladenpassage wie Gewerbezentrum könnten von bester Lage profitieren und sollten auch dementsprechend lukrativ vermietet werden können, erhofft sich von Graffenried.

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«Als Vorbild kann der jetzige RBS-Bahnhof gelten», sagt Hans Amacker, Direktor des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS), im Hinblick auf den Ausbau des Berner Bahnhofs. Einst in den Sechzigerjahren für rund 16'000 Fahrgäste konzipiert, schluckt er heute 55'000 pro Tag. Amacker plädiert beim neuen Bahnhof Bern ebenso für Weitsicht und also weiterhin für «den grossen Schritt». Auch der Ersatz des heute hoffnungslos überlasteten Kopfbahnhofs müsse Leistungsreserven haben. Sonst wäre das Geld schlecht investiert. Er spricht damit das am Montag präsentierte ETH-Gutachten an, worin die Höhe der Kosten für den Tiefbahnhof und die Pendlerzahlen kritisch hinterfragt werden.

Von den 2,4 bis 3 Milliarden Gesamtkosten würden die Kosten für den Tiefbahnhof rund einen Drittel ausmachen. Das vom Bund genehmigte Agglomerationsprogramm geht für den RBS für eine Frequenzzunahme von heute 55'000 auf 70'000 Fahrgäste pro Tag im Jahr 2030 aus.

Bus ungeeignet

Zwei der drei im Gutachten gemachten und nun zu prüfenden Vorschläge zur Reduktion der Kosten sind für Amacker unrealistisch. Der Ausbau des heutigen Bahnhofs sei eine fragwürdige Option. Auch die Umstellung der Bahnlinie nach Unterzollikofen auf Busbetrieb ist für ihn «zweifelhaft», weil es für die Fahrgäste unzumutbare Folgen hätte. Immerhin gehe es dabei um jährlich 2,5 Millionen Passagiere. Die Umstellung der Schmalspurlinie nach Solothurn auf Normalspur werde man prüfen. Amacker gibt aber zu bedenken, dass dies die SBB auf ihrem stark ausgelasteten Trassee ab Mattstetten vor Probleme stellen dürfte.

Ob eine Umstellung auf Normalspur den Verlust der Linie, die immerhin der Bahnunternehmung den Namen gibt, bedeuten würde, darüber mag Amacker nicht spekulieren. «Es geht um die Sache, nicht um Emotionen. Wir sprechen von einem Zeithorizont von 20 bis 30 Jahren.» Trotz anderer Schlüsse fühlt er sich gut ins Projekt «Zukunft Bahnhof Bern (ZBB)» eingebunden. «Wir sind einer der vier Partner und als solcher in die jüngsten Schritte eingeweiht. Wir werden auch künftig mit von der Partie sein.»

Übergangslösung nötig

Egal wie der RBS-Bahnhof dereinst aussieht. Die Übergangszeit müsse so oder so angeschaut werden: Die Zugänge zum heutigen Kopfbahnhof müssten dringend erweitert werden, um die laufend steigenden Pendlermassen umwälzen zu können. «Wir sitzen in diesem Sommer mit der SBB zusammen», kündigt Amacker an. Eine Option könnte ein alter Posttunnel sein, der in die SBB-Unterführung unter den Perrons mündet, oder die Reduktion der Geschäftsfläche zwischen den beiden heutigen Aufgängen. Beides will Amacker nicht kommentieren. Weil es hier um Eigentum der SBB gehe, müsse auch sie entscheiden. Nicht möglich sei hingegen ein Zugang in Richtung Bollwerk. «Die gesamte Versorgung des Bahnhofs inklusive Notfallzugang wird über diese Seite abgewickelt», sagt Amacker. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.06.2009, 09:31 Uhr

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8 KOMMENTARE

Rudolf Burgener

19.06.2009, 09:15 Uhr

Die radikalste Lösung wäre Totalabriss und Neubau des gesamten Bahnhof, so wie jetzt in Aarau. aber das würde viel zu viele Milliarden verschlingen. Der Berner HB ist von Anfang her eine Fehlkonstruktion gewesen. Das trifft nicht nur die RBS-Station in Bern.


Catherine Weber

17.06.2009, 16:35 Uhr

Der Aus- und Umbau des eigentlichen Bahnhofs ist ja nur eine (Kehr-)Seite des ganzen Projekts. Das Projekt hat ganz harsche Konsequenzen für die Wohnquartiere wie etwa Lorraine/Wyler. Geleiseausbau, neue Brücken und Tunnels könnten ganze Häuserzeilen und Wohnquartiere verdrängen. Wäre noch schön, wenn man auch darüber mal berichten würde.


Eric Sauter

17.06.2009, 16:19 Uhr

Bern ist einfach nur grössenwahnsinnig! Es würde auch anderst gehen!


Peter Beer

17.06.2009, 15:59 Uhr

Der neue Tiefbahnhof ist nötig. Bern soll nicht wieder den gleichen Fehler begehen, wie beim bisherigen Bahnhof. Auch dort wurde abgeschnitten und jetzt ist er zu klein. Beim Ausbau könnte ja eine etwas weniger luxuriöse Bauweise angewendet werden, die weniger kostet. Wir bauen für die nächsten 100 Jahre, also weit genug denken.


Johannes Hugentobler

17.06.2009, 13:38 Uhr

Das Projekt tönt gut, dennoch ist es viel zu teuer. Es ist fraglich, woher man die 2.4 - 3 Mrd. Franken nehmen will...


Martin Haller

17.06.2009, 12:53 Uhr

Es müsste möglich sein,wenn man soviel Geld in die Finger nimmt, eine U/S-Bahn in Bern zu bauen.Ich schlage vor die Normalspur Strecke Bern-Schwarzenburg in eine Schmalspurbahn umzuwandeln.Im Liebefeld würde die S-Bahn zur U-Bahn und unterirdisch via U-Bahn Stationen direkt in den neuen Tiefbahnhof geleitet. Man hätte quasi eine Durchmesserline Solothurn-Schwarzenburg.10erTram wäre überflüssig.


Müller Peter

17.06.2009, 10:25 Uhr

Zollikofen ist schon heute vom Verkehr stark belastet eine weitere Busline bringt mehr Verkehr und ist daher ungeeeignet - insbesondere wenn die Bahninfrastruktur schon steht! Es gibt nur eine Lösung:neuer Tiefbahnhof Bern. Ich hoffe den Autoren der ETH- Studie gehts finanziell jetzt besser, gebracht hat sie nichts!


Rudolf Burgener

15.06.2009, 16:04 Uhr

Im RBS-Bahnhof Bern hat es eine Schiene zuviel, nämlich für die Linie Bern Unterzollikofen. Das ist die kürzeste Linie. Diese könnte heute schon aufgehoben werden und ab Worblaufen würde Busse fahren. Das gäbe es Platz, die übrigen 3 Schienen werden neu versetzt, die Perrons verbreitert. Da steht man nicht mehr einander so auf den Zehen herum.



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