Kein Alkohol mehr für Minderjährige
Von Hans Ulrich Schaad. Aktualisiert am 20.04.2011 8 Kommentare
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Würden Sie es generell begrüssen, wenn Alkohol erst an mindestens 18-Jährige verkauft würde?
«Ich mache wohl weniger Umsatz. Aber ich habe weniger aggressive, dafür mehr zufriedene Kunden.» Zimovir Petrovic, selbstständiger Denner-Partner, war sofort einverstanden, als er von der Gemeinde Laupen angefragt worden ist, keinen Alkohol mehr an unter 18-Jährige zu verkaufen. Ähnlich tönt es bei Peter Röthlisberger, Geschäftsleiter der Landi Laupen. Es gehe einiges an Umsatz verloren, dafür würden andere Probleme wie Vandalismus zurückgehen. Als «gute Sache» bezeichnet Peter Schmid, Verkaufsleiter Region Bern bei Coop, die Vereinbarung. Seit zwei Jahren verkauft der Grossverteiler in der ganzen Schweiz keinen Alkohol mehr an Minderjährige.
Kein Misstrauen
Die Vorgeschichte der Vereinbarung (siehe Kasten) zwischen den drei Handelsketten und der Gemeinde Laupen beginnt mit Vorfällen vor rund zwei Jahren. Damals häuften sich die Reklamationen von Anwohnern und Passanten. Sie beklagten sich über Lärm und Littering beim Zusammenfluss von Saane und Sense sowie im Gebiet des Jugendtreffs in der Nähe der Landi mit dem Tankstellenshop. Gerade der Shop mit den verlängerten Öffnungszeiten ist der ideale Ort, um sich an Abenden oder Wochenenden mit alkoholischen Getränken einzudecken.
Ende 2009 suchten die Gemeindebehörden das Gespräch mit den Verantwortlichen der Landi und stiessen auf offene Ohren, unter der Bedingung, dass alle – auch Restaurants – mit einbezogen würden und die Regelung regional gelte. Die Nachbargemeinde Bösingen wurde informiert, aber nicht weiter einbezogen. Ebenfalls die Restaurants fielen raus, weil sie teurer sind als Landi, Denner oder Coop. So wurde die Vereinbarung nur zwischen den drei Geschäften und der Gemeinde unterschrieben. Gemeindepräsident Urs Balsiger (SVP) betonte, die Vereinbarung dürfe nicht als Misstrauen verstanden werden, dass die Vorschriften bisher nicht angewandt worden sind. Balsiger weiss, dass damit die Probleme Littering, Lärm oder Alkoholkonsum nicht auf einen Schlag gelöst werden. Insbesondere könne nicht verhindert werden, dass die Jugendlichen andernorts Alkohol kaufen oder ihre älteren Kollegen vorschicken. Urs Balsiger ist aber überzeugt, dass es ein Schritt in die richtige Richtung ist.
Interne Kontrollen
«Die Gemeinde wird nicht Polizist spielen und Testpersonen zum Einkaufen schicken», erklärte Gemeindepräsident Balsiger. Er vertraut auf die internen Kontrollen in den Läden. Diese seien sehr strikt, betonten die Vertreter von Landi, Coop und Denner. Beim ersten Verstoss gibt es eine Verwarnung, im Wiederholungsfall droht die Kündigung. Entsprechend werde auch das Verkaufspersonal geschult, sagt Peter Röthlisberger. (Berner Zeitung)
Erstellt: 20.04.2011, 07:35 Uhr
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8 Kommentare
Gratuliere zu dem Entschluss. Was mir zu denken gibt ist die Aussage das nun weniger Gewinn gemacht wird. Es muss katastrophal sein wie sich Jugendliche mit Alk eindecken. Dem müssen rasch Grenzen gesetzt werden. Ansonsten müssen wir Heime bauen wo in 10-20 Jahren die heutigen Kids mit Matschbirnen betreut werden. Weniger Scherben an der Sense. Antworten
janu, dann werden die Jugendlichen halt anders an Alkohol kommen. Während der Prohibition wurde am meisten Alkohol getrunken. Wann werden wir einsehen das dies nur Symptombehandlungen sind?!?
Wieso trinken Jugendliche? Der Grund liegt nicht im fehlenden Gesetz! Immer neue Gesetze aufstellen bringt nix, rein gar nix! Ausser das es wieder ein paar neue gesetze gibt.
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