Kein Alkohol mehr bei Hochrisikospielen

Der SCB und die Young Boys haben gemeinsam mit der Stadt Massnahmen gegen Gewalt bei Sportveranstaltungen beschlossen. Verstärkte Zuganskontrolle und ein Alkoholverbot für Minderjährige sind die Eckpunkte des Abkommens.

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Stade de Suisse-CEO Stefan Niedermaier zur Vereinbarung gegen Gewalt bei Sportveranstaltungen.


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Die Stadt Bern sei mit dieser Vereinbarung die erste Stadt in der Schweiz, die die Massnahmen der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeibehörden (KKJPD) umsetze, betonten die Verantwortlichen anlässlich einer Medienkonferenz in Bern.

Vereinbart wurden elf Massnahmen:

  • Mit flächendeckender Videoüberwachung sollen die Fans überwacht werden. Im Stade de Suisse sind die Kameras schon installiert, der SCB soll die Postfinance Arena innert zwei Jahren mit fixen Kameras ausrüsten.
  • Die Klubs müssen ihr Sicherheitskonzept alljährlich mit der Kantonspolizei absprechen.
  • Die Klubs arbeiten bei der Identifizierung von Gewalttätern eng mit der Poliziei zusammen.
  • Die Klubs verpflichten sich, Stadionverbote rigoros auszusprechen und durchzusetzen.
  • Die Zutrittskontrollen zum Stadion werden verschärft. Renintente und alkoholisierte Besucher werden konsequent weggewiesen.
  • Die Klubs bauen die Fanarbeit weiter aus und verbessern die Zusammenarbeit mit der Polizei.
  • Mit Sensibilisierungskampagnen distanzieren sich die Klubs konsequent von Gewalt und sensibilisieren im Stadion und in Spots gegen Gewalt.
  • Bei Hochrisikospielen kann der Ausschank von Alkohol verboten werden. Unter 18-Jährige dürfen generell keinen Alkohol mehr konsumieren.
  • Falls es Sicherheitsprobleme im Bereich der Stehplätze gibt, müssen die Klubs Gegenmassnahmen prüfen.
  • Die Klubs müssen die Fans im Stadion und rund um das Stadion noch konsequenter trennen.
  • An Auswärtsspielen werden die Fans in Absprache mit der Polizei von Fanbegleitern begleitet. Sie sollen sicherstellen, dass sich die Matchbesucher korrekt verhalten.

Die Massnahmen seien mit dem Kanton abgesprochen, betonte Gemeinderat Reto Nause vor den Medien. Nicht alle von der KKJPD vorgeschlagenen Massnahmen können auf städtischer Ebene gelöst werden. Dazu seien nationale Massnahmen nötig.

Stefan Niedermaier, CEO des Stade de Suisse und Delgeierter des Verwaltungsrates BSC YB, legte Wert auf die Feststellung, dass bereits sehr viel für die Sicherheit gemacht werde. Pro Jahr würden 2,5 Millionen Franken für die Sicherheit ausgegeben. Viele der Massnahmen seien bereits umgesetzt, würden aber noch verstärkt.

Einbussen in Kauf nehmen

Den Entscheid, keinen Alkohol an Minderjährige mehr auszuschenken, bezeichnet Niedermaier als «mutig». Das führe zu Umsatzeinbussen, die man in Kauf nehmen müsse.

Für Marc Lüthi, CEO des SCB, ist es ein zentrales Anliegen, dass die Spiele friedlich ablaufen. Diese Aufgabe würden sehr ernst genommen. Die Sicherheitskosten seien in den letzten zehn Jahren von 50'000 Franken auf eine Million gestiegen. Er betont, dass es beim Thema nicht um Gewalt im Sport gehe, sondern um Gewalt im Umfeld von Sportverantaltungen.

Er stellte auch klar, dass das Verbot von Stehplätzen oder ein totales Alkoholverbot der Tod dieser Sportveranstaltungen wäre. (Bernerzeitung.ch/Newsnetz)

Erstellt: 19.11.2009, 12:55 Uhr

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14 KOMMENTARE

Roland Müntener

20.11.2009, 11:09 Uhr

@Christina von Waldkirch: mit dieser Logik müsste auch die Veranstaltung Ausgang, Diskothekenbesuch, Turnfeste usw. abgesagt resp verboten werden. Weil dort haben wir Gewalt und auch Schwerverletzte, ja sogar schon Tote. (Street-Parade usw.)


Martin Haller

20.11.2009, 10:05 Uhr

@ Frau Waldkirch Wie wollen Sie das Fussballspiel, welches weltweit von Millionen von Menschen gespielt wird verbieten? Ihr Vorschlag ist ja hoffentlich wirklich nicht erst gemeint. Ich vermute sie haben Mühe König Fussball als Weltsport Nr. 1 akzeptieren zu können. Schade.


christina von Waldkirch

19.11.2009, 22:03 Uhr

Die Fussballberichterstattung ist reine Volksverhetzung mit den bekannten gewalttätigen Folgen. Wenn absehbar ist, dass eine Veranstaltung Gewalt und Sachbeschädigungen verursachen wird, erhält sie keine Bewilligung zur Durchführung oder kann verboten werden. Für den Fussball gilt das nicht, denn dahinter stehen riesige finanzielle Interessen auf dem Buckel der Steuerzahler. Er gehört verboten.


Ruedi Bosshard

19.11.2009, 21:17 Uhr

Was nützt ein Alkoholverbot in Stadionnähe, wenn allenfalls Fanclubs mit Cars durch die halbe Schweiz daher-gekarrt kommen, wo Gepäck- u/o Kleiderablagen von Bierkartons (über)belegt sind? Nun, wie sollen da die per Car herangekarrten Fans diesbezüglich konkret(er) (extra ... ) kontrolliert werden (können)? Und ob Steh- od. Sitzplätze: Radaus à la FCB gibt es immer ....


hans meier

19.11.2009, 16:20 Uhr

Diese Massnahmen werden sehr wenig dazu beitragen, dass den Chaoten (bei YB ~100 Personen) Einhalt geboten werden kann. Viel mehr wird der gemässigte Besucher von YB und SCB Spielen unnötig drangsaliert und unter Generalverdacht gestellt. Solange die Polizi nicht wehement gegen die Gewalt ausübenden Fans ausserhalb des Stadions vorgeht, wird sich an der Situation nichts ändern.


Reto Gerber

19.11.2009, 14:58 Uhr

@ Simon Bon: Entschuldigen Sie, aber offensichtlich verstehen sie nicht viel von dem Thema. Praktisch niemandem, vielleicht 20 oder 30 Leuten von 10'000 geht es um das, was Sie Beschreiben. Allen anderen geht es um das Team. Ausserdem gibt es keine Probleme IM Stadion, oder kann mir irgend jemand ein Beispiel der letzen 3 Saisons nennen? Und Stehplätze haben nichts mit Gewalt zu tun.


Rolf Zimmerli

19.11.2009, 14:32 Uhr

@tom meier: das ist nur in england (und auch dort nur in der obersten liga) der fall, ansonsten kennt ganz europa noch stehplätze. übrigens ist der letzigrund ein reines sitzplatzstadion. die fans stehen einfach.


Tom Meier

19.11.2009, 13:50 Uhr

Die Aussage von CEO Marc Lüthi ("Er stellte auch klar, dass das Verbot von Stehplätzen oder ein totales Alkoholverbot der Tod dieser Sportveranstaltungen wäre") kann nicht ohne weiteres hingenommen werden. Mir scheint, dieser Mann ist von allen guten Geistern verlassen. In vielen Stadien Europas gibt es keine Stehplätze mehr. Der Sport ist deswegen nicht tot, und er wäre es auch nicht ohne Alkohol


Markus Streit

19.11.2009, 13:45 Uhr

Aha, das sind jetzt die neuesten Witze der Sicherheitsapostel. Statt neue Vorschriften einzuführen würden klugerweise erst einmal die Alten richtig umgesetzt. Aber eben, mit Hobbysecurity kann im Stadion verständlicherweise kein Chaote aus einer Horde gleichgesinnter herausgeholt und dem Richter zugeführt werden. In- und um die Stadien Ueberwachen, Eingreiffen, Aussortieren, bessert sofort.


Hans Erni

19.11.2009, 12:16 Uhr

unglaublich diese Berner Schaumschlägerei..... Für mich wird es immer offensichtlicher, der SCB will dieses Problem gar nicht wirklich lösen. p.s. nicht ganz überraschend, dass es in Bern 2 Jahre dauert bis die Kameras montiert sind ;-)


Karl Gross

19.11.2009, 12:07 Uhr

Komisch das der Club eine Million ausgibt um eine kleine Minderheit der Fans zu schützen, statt stärkere Sanktionen zu ergreiffen und sich (nachdem die Sanktionen gegriffen haben) die Million zu sparen..... es würden alle davon profitieren, echte Fans wie auch der Club


Simon Bon

19.11.2009, 12:02 Uhr

Heutzutage geht es beim Fussballspiel nicht mehr um den gebotenen Fussball, sondern um die Zeit nach dem Spiel. Viele gehen nur am die Spiele um sich zu raufen, egal wie das Ergebniss der Partie ist. Sollte es nicht eigentlich um die Mannschafts-Verbundenheit gehen und nicht um sie Schlägerei? Ich finde die Masnahmen gut und vielleicht finden die Fans raus, um was es beim Fussball wirklich geht!


Robert Aeschlimann

19.11.2009, 11:50 Uhr

Das währe schön wenn Fussball wieder das währe was es eigendlich sein soll.Ein Spiel mit zwei Manschaften und nicht ein Plattform für Chaoten ,Schläger und ein Grund sich sinnlos zu besaufen.


Fritz Huber

19.11.2009, 11:41 Uhr

Möchte mal wissen, wo sich die Million die SCB-Lüthi anpricht versteckt? Einfach lachhaft.



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