Katzen-Drohne kommt nach Bern

Am Freitag tritt Bart Jansen, der seine tote Katze auf eine Drohne spannte, am «Mad Scientist Festival» in Bern auf. Der 37-jährige Holländer über unnütze Erfindungen, was er bei Hassreaktionen tut und warum manchmal die Polizei kommt.

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Bart Jansen, Sie haben 2012 Ihre tote Katze auf eine Drohne gespannt und damit grosse Aufmerksamkeit bekommen. War es nicht hart für Sie, das Ihrem geliebten Haustier anzutun?
Nein, Orville wurde ein Jahr zuvor von einem Auto überfahren und wir lagerten ihn im Gefrierfach. Bis zum Start des Projektes ist ein Jahr vergangen und somit war auch die Trauerzeit vorbei.

Wie war das für Ihre Kinder?
Meine Tochter war damals ein Jahr alt und mein Sohn noch nicht einmal geboren, sie haben keine Erinnerung daran. Heute finden sie es normal, dass unsere Katze herumfliegt. Es ist zwar komisch, aber sie sehen das als normalen Weg, um etwas loszulassen.

Ein Jahr nachdem seine Katze Orville überfahren wurde, spannte Bart Jansen das Fell auf eine Drohne. Quelle: Youtube.com/AJ+

Nach Orville haben Sie eine Ratte, ein Dachs, ein Hai und einen Strauss fliegen lassen. Was finden Sie daran faszinierend?
Orville war nach einem Flieger benannt, deshalb war es nur logisch, dass er später fliegen muss. Aber grundsätzlich finde ich es faszinierend, Dinge zu erfinden, für die niemand einen Nutzen hat. Ich mag unnütze Dinge. Unsere Gesellschaft ist so auf Fortschritt getrimmt, dass wir eine Erfindung, die nicht progressiv ist, nicht einordnen können.

Ist es nicht morbid, ein totes Tier so weiterleben zu lassen?
Ist denn beerdigen besser? Unser Leben ist einfach kurz und dann sterben wir. Wenn man tot ist, ist man tot. Was ich mache, geht manchmal nicht in die Köpfe. In ihrer Realität können mich manche nicht verstehen. Wenn sie mich fragen, warum ich meine Katze nicht einfach beerdigt habe, sage ich, das habe ich ja gemacht, einfach nicht alles.

Auch vor schwimmenden Tieren macht Jansen nicht Halt. Quelle: Youtube.com/pricordia

Nicht alle Reaktionen der Öffentlichkeit waren positiv, nicht wahr?
Einige fühlen sich angegriffen, das äussert sich meist im Internet, aber manchmal auch live. Manche Leute laufen bei einer Show weg, was ja in Ordnung ist. Manchmal bekomme ich Hassmails, ich mache mir einen Spass daraus und beantworte eigentlich alle. Manche entschuldigen sich dann, andere werden noch wütender. Die meisten, die schreiben, sind normale Leute, keine Aktivisten und deshalb denke ich, dass es leere Drohungen sind.

Persönlich angegriffen wurden Sie nie?
Nein, aber manchmal wenn wir Testflüge machen, ruft jemand die Polizei. Wenn die Beamten dann da sind, fragen sie, was wir machen. Und normalerweise mögen sie es.

Der fliegende Strauss trägt den Namen «OstrichCopter», ist 22 Kilogramm schwer und wird in Bern ebenfalls zu sehen sein. Quelle: Youtube.com/pricordia

Am Freitag sind Sie mit Ihrem Ingenieur und Partner Arjen Beltman zu Gast am «Mad Scientist Festival». Welche Drohnen bringen Sie dem Publikum mit?
Sicher Orville und den Strauss. Wenn es einen Ort gibt, wo man sie steigen lassen kann, werden wir das auch tun. Der Ratcopter ging leider kaputt und beim Dachs müsste ich eine Bewilligung mitbringen, da es in Holland ein geschütztes Tier ist. Den Zettel habe ich allerdings verlegt. Und da fällt mir ein, der Motor ist letzthin explodiert, wir müssen ihn zuerst reparieren.

3. Mad Scientist Festival: Freitag, 9. September ab 19 Uhr im Naturhistorischen Museum. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.09.2016, 16:47 Uhr

Mad Scientist Festival

Mensch und Maschine: Um diese Beziehung dreht sich dieses Jahr das Mad Scientist Festival, das am Freitag, 9. September zwischen 19 Uhr und 2 Uhr im Naturhistorischen Museum in Bern stattfindet.
Im Mittelpunkt des Interessens des Abends zwischen Kunst, Wissenschaft und Wahnsinn stehen die Roboter. Zum Beispiel Cocktail-Roboter aus Wien, die es locker mit Barkeepern aufnehmen können.

Zu Gast sind auch Pioniere wie der jurassische Tüftler François Junod oder Katzendrohnenmann Bart Jansen.

www.madscientist-festival.ch

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Zur Person

Bart Jansen lebt im holländischen Arnhem. Er hat mit seiner Partnerin zwei Kinder und verdient seinen Lebensunterhalt in der Solarbranche. Der 37-Jährige hofft allerdings, diesen Job irgendwann an den Nagel hängen zu können.

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