Kalter Krieg im Uvek-Gebäude

«Höchstens 18 Grad war es im Büro», sagt eine Kaderfrau über ihren Arbeitsplatz im Ittiger Uvek-Gebäude. Nur mit einem Heizlüfter habe sie die Kälte überstanden. Nächstens befasst sich die Bundespolitik mit dem Öfelistreit.

Wie letzte Jahr: Im Uvek-Gebäude ist es zu kalt.

Susanne Keller

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Sie frieren noch immer. Allerdings nicht mehr alle. Die in den oberen Büros schwitzen jetzt. Die Uvek-Gebäude in Ittigen bleiben ein heizungstechnischer Sorgenfall. Wie in den letzten Jahren helfen die eigentlich verbotenen Elektroöfeli mehr schlecht als recht gegen klamme Finger.

Seit einigen Tagen klettern die Thermometer kaum mehr über den Gefrierpunkt. Das kalte Wetter hält auch in den nächsten Tagen an. «In meinem Büro war es sehr kalt, maximal 18 Grad», sagt Marianne Zünd, Mediensprecherin beim Bundesamt für Energie (BFE). Sie habe allerdings einen besonders exponierten Arbeitsplatz, schränkt sie ein, ein Eckbüro im Erdgeschoss. Die Kaderfrau der Energie-(Spar-)Behörde war gezwungen, ihren Arbeitsplatz mit einem Heizlüfter zu wärmen, mit einer Energieschleuder also. «Nur so musste ich nicht schlottern.»

Zünds Bundesamt für Energie gehört zum Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek). Am Hauptsitz des Uvek in Ittigen arbeiten seit 2006 rund 1100 Angestellte. Die Bauten sind architektonisch interessant. Doch litten und leiden die hier Beschäftigten unter verschiedenen Baumängeln. Probleme verursacht unter anderem die Heizung, die schon im vergangenen kalten Winter die Minusgrade nicht meisterte. Bereits damals wärmten sich die Mitarbeiter mit mobilen Elektroöfen.

Verantwortlich für den Uvek-Gebäudekomplex ist das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL). Das Amt als Besitzerin untersagte die Heizlüfter, aus «energetischen und sicherheitstechnischen Gründen.» Väterchen Frost hatte allerdings mehr Einfluss als die BBL-Weisung: Die Elektroöfeli blieben weiterhin in Betrieb.

«Ein bisschen besser»

Auch in diesen Kältetagen arbeiten die Uvek-Beschäftigten mit warmer Luft aus den Energieschleudern. Generell sei die Situation allerdings «ein bisschen» besser, räumt Marianne Zünd ein. Neue Zwischentüren würden die Zugluft vermindern. Ausserdem habe das BBL die Temperaturfühler versetzt.

Weil es letztes Jahr in den Büros so kalt war, kursierten frostige Briefe zwischen der Vermieterin BBL und den in den Ittiger Gebäuden einquartierten Bundesämtern. Jetzt will man den kalten Krieg eindämmen. Marianne Zünd spricht von «Waffenstillstand». Sie will «kein Öl ins Feuer giessen» – was auch schwierig wäre, weil hier vorwiegend mit Wärmepumpen geheizt wird.

Das BBL möchte den Konflikt gar ganz auf Eis legen. «Bei uns hat sich niemand über die Kälte beschwert», erklärt BBL-Sprecherin Katja Lunau. Die Temperaturen würden innerhalb der Normen liegen. Ihr Amt habe «zahlreiche positive Rückmeldungen zu den Räumen und zur Infrastruktur erhalten». Die Unzufriedenen haben ihre Kritik wohl anderswo deponiert – bei der Nationalratskommission für öffentliche Bauten, die sich mit dem Problem befassen wird. «Es besteht kein Heizlüfterverbot», schreibt Lunau. Sondern: «Der Gebrauch von Heizlüftern ist ausgeschlossen.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.12.2009, 11:55 Uhr

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