Jungunternehmer pilgern nach Bern auf der Suche nach Geschäftsideen
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Der Berner Wirtschaftsmarkt wird dominiert von grossen Unternehmen wie Swisscom oder Post. Die Anzahl an Start-up-Unternehmen sei klein, findet der Verein Start-up-Weekend. Zu klein: Um Nachwuchsunternehmer zusammenzubringen und zu fördern, organisiert der Verein zum ersten Mal in Bern ein Start-up-Weekend für Studenten. Dieses wird von Dozenten und Studierenden der Universität Bern, der Hochschule für Wirtschaft Freiburg sowie der Berner Fachhochschule durchgeführt.
«Workshops und Coachings für Jungunternehmer gibt es wie Sand am Meer», sagt Adrian Wüthrich (24), Student der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bern. Was das Start-up-Weekend von anderen Workshops unterscheide, sei die Interdisziplinarität. Der Verein lockt für den Anlass mit Slogans wie «Ich Molekül – du Marketing» oder «Ich Buchhaltung – du Reagenzglas». «Wir wollen Studenten der verschiedenen Disziplinen vernetzen und sie dazu bringen, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen», sagt Dariush Daftarian (23), Vorstandsmitglied des Vereins. Die Gründung eines Unternehmens sei erfolgreicher, wenn die Beteiligten aus unterschiedlichen Berufsfeldern stammten, ist Kim Oliver Tokarski, Professor für Unternehmensführung an der Berner Fachhochschule, überzeugt. Und: «So nimmt jeder einen anderen Blickwinkel auf eine Idee ein.» Jeder mache, was er am besten beherrsche: Der Medizinaltechniker entwickelt beispielsweise ein neues, chirurgisches Gerät, der Ökonom vermarktet es.
Offen für alle
Das Start-up-Weekend ist bereits zweimal erfolgreich in Zürich durchgeführt worden. Der Berner Workshop findet vom 18. bis 20.November im Stade de Suisse statt. Auf keinen Fall wollen die Organisatoren, dass der Anlass ein Blockseminar für Projektmanagement wird. Willkommen sei jeder, der sich für Unternehmertum interessiere, egal ob BWL-Student, Mediziner oder Landwirtschaftsstudent. Durch den Anlass führen Unternehmer und Wirtschaftsprofessoren.
Die Teilnehmer besuchen den Workshop entweder mit einer ersten Geschäftsidee im Kopf, oder sie suchen sich einen Teilnehmer, dessen Idee sie mitverfolgen wollen. Am Freitag werden Ideen gesammelt und Projektgruppen gebildet, am Samstag arbeiten die Teilnehmer Geschäftsmodelle aus und am Sonntag sollen die Ideen einer Jury aus Experten vorgestellt werden. «Das Idealziel ist natürlich, dass eine Gruppe ihre Idee nach dem Workshop weiterverfolgt», sagt Sabine Frischknecht (27) von der Hochschule für Wirtschaft in Freiburg. Aber man wolle realistisch bleiben. Diese drei Tage seien eher ein Nährboden für Ideen, als der Start eines erfolgreichen Unternehmens.
Der Business-Guru referiert
Stolz sind die Berner Organi-satoren, dass sie Dozent und Buchautor Alexander Osterwalder für ein Referat am Start-up-Weekend gewinnen konnten. «Osterwalder hat es geschafft, auf eine verständliche Art Geschäftsmodelle zu erklären», sagt Frischknecht. Hinter dem Start-up-Weekend in Bern stehen zudem die Swisscom, die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) sowie die Kantonale Wirtschaftsförderung. (Berner Zeitung)
Erstellt: 15.11.2011, 15:20 Uhr
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