Job-Börse nur für Jugendliche
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Die anderen Preise
Zum 15.Mal hat die Burgergemeinde gestern ihre Jugendpreise vergeben. Neben dem Förderpreis für die Job-Börse (siehe Hauptartikel) wurden drei weitere Preise vergeben.
Der mit 10'000 Franken dotierte Hauptpreis ging an den 23-jährigen Filmemacher Oliver Schwarz. In mehreren Kurzfilmen und im Dokufilm «Liebeslied», der die Schweizer Künstlerin Suzanne Baumann porträtiert, lege er ein beeindruckendes filmerisches Können an den Tag, begründet die Burgergemeinde in einer Mitteilung. Die restlichen 20'000 Franken gingen an den Popbarden Blomstre alias Christian Lundsgaard-Hansen und die Macher der Internetseite «weekend4two.com», auf welcher man verschiedene Freizeitangebote buchen kann. azu
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Die Vergabe des Jugendpreises von der Burgergemeinde steht unter dem Motto «Von Jugendlichen für Jugendliche». Das Projekt, das gestern den Förderpreis erhalten hat, erfüllt diese Devise voll und ganz: Die Job-Börse Bern bietet Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren eine Möglichkeit, ihr Taschengeld aufzubessern und erste Erfahrungen in der Arbeitswelt zu machen. Das Projekt wurde von den beiden Schülern Adrian Pasquinelli und Ruben Abruzzese aufgebaut. Auf dem Sekretariat arbeiten zwei weitere Teenager mit. Die Jugendlichen sind nicht nur bei der Job-Börse, sie sind die Job-Börse: Sie haben die Ruder in der Hand und treffen Entscheidungen.
Verbindliche Vermittlung
«Brauchen Sie Unterstützung? – Wir vermitteln Jugendliche, welche Ihnen Arbeit abnehmen», heisst es auf dem Flyer für die Arbeitgeber. Auf der von Adrian und Ruben gestalteten Webseite können Privatpersonen oder auch Firmen für Jugendliche geeignete Arbeiten in Auftrag geben. Die jobsuchenden Jugendlichen können sich jeden Mittwochnachmittag persönlich bei Info Bern an der Predigergasse 6 anmelden. Sie geben an, was sie gut können oder was sie am liebsten machen würden.
Am beliebtesten sind Babysitten, Putzen, Flyerverteilen, Zügeln oder Gartenarbeit. Wenn ein geeignetes Angebot hereinkommt, wird ihnen die Adresse des Arbeitgebers vermittelt, mit dem sie sich eigenständig in Verbindung setzen. Bei gegenseitigem Gutdünken wird von beiden Seiten ein Vertrag unterschrieben. Der Arbeitgeber gibt auf einem Rapportblatt an, wie viele Stunden der Jugendliche gearbeitet hat. Die Job-Börse zahlt den Jugendlichen das Geld direkt aus und stellt danach Rechnung an die Arbeitgeber. «So wird den Jugendlichen garantiert, dass sie ihren Lohn gleich nach dem Arbeiten ausbezahlt bekommen», erklärt Adrian Pasquinelli.
Von Jugendlichen geleitet
Vier Jugendliche, darunter Adrian und Ruben, gründeten das kleine Unternehmen im August 2007 nach einer Idee des Berner Jugendamts. «Es existierten bereits viele Jobvermittlungsstellen, doch ein Portal allein für Jugendliche hatte es bis dahin nicht gegeben», erklärt Adrian. Die Job-Börse wird von den Jugendlichen selbstständig betrieben und geleitet. Adrian und Ruben übernehmen vor allem strategische Aufgaben wie die Sitzungen, die Planung der Abläufe und die Werbung.
11 Franken pro Stunde
Das Jugendamt stellt Räumlichkeiten und Infrastruktur zur Verfügung, hat aber sonst nichts mit dem Projekt zu tun. Eine Mitarbeiterin ist lediglich für Angelegenheiten zuständig, für die man volljährig sein muss. Dazu gehören etwa das Abschliessen einer Kollektivversicherung, die Eröffnung eines Postkontos oder notarielle Aufgaben.
Die Arbeitgeber bezahlen 13 Franken pro Stunde, von denen 2 Franken zur Deckung der Kosten an die Job-Börse gehen. Der Rest geht an die jugendlichen Arbeitnehmer. «Klar, für einen 18-Jährigen sind 11 Franken heute ziemlich wenig, aber für einen 13-Jährigen ist das viel Geld», meint Adrian Pasquinelli.
Noch rote Zahlen
Im Moment schreibe die Job-Börse noch rote Zahlen. Das liege daran, dass sie bei den Arbeitgebern noch zu wenig bekannt sei: Bisher seien auf der Datenbank weit mehr Jugendliche registriert, als Jobangebote vorhanden sind. «Aber wir sind nicht gewinnorientiert, uns geht es um das Projekt selber.» Immerhin wurden seit der Gründung schon rund 150 Jobs vermittelt.
Einen ordentlichen Zustupf erhalten Adrian Pasquinelli und Ruben Abruzzese nun von der Burgergemeinde: Der Förderpreis ist mit 8'000 Franken dotiert. (Berner Zeitung)
Erstellt: 14.11.2009, 11:09 Uhr
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