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Jimy Hofers Bronco-Loge verstösst gegen das Rauchverbot
Von Andrea Sommer. Aktualisiert am 19.01.2010 24 Kommentare
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Seit dem 1.Juli 2009 ist im Kanton Bern das Rauchverbot in Kraft. Der Berner Mundartrocker Polo Hofer scherte sich letzten September nicht drum und rauchte im Restaurant Lorenzini trotzdem. Tags darauf rief Hofer im «Blick am Abend» öffentlich zum zivilen Ungehorsam auf: «Wenn möglichst viele Leute meinem Beispiel folgen, gerät die Situation ausser Kontrolle.»
Wie ein Augenschein in städtischen Beizen und Bars zeigt, halten sich tatsächlich längst nicht alle Beizer ans Rauchverbot und lassen ihre Gäste auch ohne Fumoir weiterrauchen. So etwa in der von der Stadt subventionierten Reitschule, genauer im «Rössli», der Front-Raum-Bar des Kulturzentrums. So hatte es FDP-Stadtrat Mario Imhof zwei Monate vor Einführung des Rauchverbots befürchtet. Damals erklärte Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP), dass das Verbot für alle gelte, und dass die Gewerbepolizei auch in der Reitschule kontrollieren werde.
Die Mediengruppe der Reitschule schreibt in ihrer Stellungnahme, dass sich die Reitschule wie andere Klubs und Restaurants auch bemühe, das Rauchverbot «so gut wie möglich umzusetzen». Zudem lasse «die praxisfremde und strikte Formulierung des Rauchverbots» keinen Raum für «situationsangepasste Umsetzungen und Konzepte».
«Unsinniges Gesetz»
Ebenfalls nicht ans Rauchverbot hält sich der parteilose Stadtrat Jimy Hofer. In seiner Broncos-Loge in der Matte wird tüchtig weitergequalmt. «Offiziell gilt auch bei uns das Rauchverbot», sagt Hofer. «Aber wir schicken keinen Raucher vor die Türe.» Er habe den Einbau eines Fumoirs in der Loge geprüft, sagt Hofer, dies dann aber verworfen. «Dabei hätten wir nach 30 Jahren den Billardtisch von der Galerie entfernen müssen», sagt Hofer. Dies, weil im Raucherbereich nicht mehr angeboten werden dürfe, als im Nichtraucherbereich.
Der Stadtrat, der sich gern als Law&Order-Politiker gibt, der öffentlich die «chaotischen, anarchischen und nicht tolerierbaren Zustände in der Reithalle» anprangert und fordert, dass für alle die gleichen Regeln zu gelten hätten, hat hier eine eigene Auffassung von Recht. «Ich habe schon immer gegen unsinnige Gesetze verstossen», sagt Hofer. Er rechtfertigt den Verstoss damit, dass es auch ein Vermummungsverbot gebe, an das sich viele nicht hielten. Oder mit der Ausbootung des Wettbewerbgewinners beim Progr, die für Hofer «unter aller Sau» war. «Wenn Unrecht zu Recht wird, ist Widerstand Pflicht.» Dass es zu einer Wettbewerbsverzerrung kommt, wenn sich nicht alle Beizer ans Verbot halten, nimmt Hofer in Kauf. «Die Wirte sind selber schuld, sie haben sich im Vorfeld zu wenig gewehrt.»
Kontrolleure überfordert
Seit Umsetzung des Rauchverbots wurden weder die Broncos-Loge noch die Reithalle von der Gewerbepolizei kontrolliert. «Bei insgesamt 660 Gastrobetrieben fehlen uns die Ressourcen für eine lückenlose Kontrolle», sagt der stellvertretende Polizeiinspektor Marc Heeb. Für die schnelle Einführung des Rauchverbots sei der Vollzug nicht schlecht, findet Heeb. Die angezeigten Wirte könne man an einer Hand abzählen. Wirte, die gegen das Rauchverbot verstossen, müssen mit einer Busse und im Wiederholungsfall sogar mit einer vorübergehenden Betriebsschliessung rechnen. Auch der rauchende Gast kann gebüsst werden. Dass die Gewerbepolizei ein Auge zudrückt, verneint Heeb. «Wenn jemand das Gesetz vorsätzlich übertritt, dann diskutieren wir nicht lange.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 19.01.2010, 15:17 Uhr
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24 Kommentare
..und dann gibt es auch Lokale, welche mehrere Buffets haben, das Hauptbuffet befindet sich im Saal, das andere in der Gaststube, welche praktischerweise gleich auch das Fumoir ist. Ein energiesparender Nebeneffekt davon ist, dass man im Saal abends selten das Licht einschalten muss, da er leer bleibt! Auch Nichtraucher bevorzugen häufig die offensichtlich geselligeren Raucher. Schon komisch... Antworten
KEINE andere Minderheit dürfte dermassen ausgegrenzt u. diskriminiert werden. Da ginge ein Aufschrei durch die Bevölkerung! Wenn z.B. all dies mit den Fettleibigen geschähe! Wir Raucher sind aber so tolerant, dass wir uns still und leise aus den Restaurants vertreiben lassen, keine Raucherräume in etlichen Firmen, ... . Toleranz, liebe Nichtraucher, Toleranz würde auch gut stehen Antworten
@Ruedi Löffel Das Kantonsparlament hat ein eigenes Recht gebastelt mit dem Rauchverbot. Beim Arbeitnehmerschutz masste sich das Kantonsparlament eine Regelung an, obschon nach Bundesverfassung allein der Bund zuständig ist. Verfassungskonform war es nicht. Der unbedachte Beschluss des Rauchverbots wurde deshalb so schnell gemacht, damit Politiker wie Sie mit dem Kopf durch die Wand rennen können. Antworten
haha, das rauchverbot. hat für mich maximal empfehlungscharakter (genauso wie alle anderen unsinnigen gesetze, für welche sich leider immer genug bürger finden lassen, die es gut finden und dafür stimmen) so geht das weiter und weiter bis wir schliesslich in einem völlig überregulierten staat leben. zwar gesund und sicher, leider aber auch stinkelangweilig. ich will nicht gesund sterben. Antworten
Das Rauchverbot zeit eindrücklich, wie der Staat überall eingreift und den Bürger bevormundet. Ich bin Pfeifenraucher. Mein Genuss dauert ein Stündchen - oder mehr. Soll ich auch raus an die Kälte? Dass es Fumoirs braucht, ist auch meine (langjährige) Meinung. Aber die Eröffnung eines Fumoirs ist mit so viel Schikanen verbunden, dass man Rest. mit Fumoirs an einer Hand abzählen kann. Antworten
Bravo Jimu! Es sollte jedem Wirt freigestellt sein, ob er Raucher bewirten will oder nicht. Schön, dass im Bröncu die Raucher auch noch Platz finden. Es wäre schade, wenn in der Schweiz die "Beizenkultur" verfallen würde und die Leute nur noch zu Hause feiern würden (siehe Irland). Eröffne doch einen Raucherclub. Dein Namensvetter (Polo) hätte vielleicht auch nichts dagegen. Antworten
Nicht jammern Kreativ denken! Macht doch aus den Beizen Privatclubs. Nur Eintritt als Member, wie das aussieht dass der Gast Member wird sollte Krativ gelöst werden. Für eine Memberkarte zb. 25.-Fr gibts ein Kotelett mit Rösti usw. Trickst die "Guten Buben" doch aus. Ich war nie Raucher seit 58 Jahren, aber hier wird etwas Verboten und da usw. vielleicht gibts morgen ein Verbot das mich stört. Antworten
Ganz nebenbei, aber auch im Zusammenhang mit dem Rauchverbot in Beizen: Vorgestern begegnete ich im Fumoir eines Spiezer Restaurants dem Hinweis "Zutritt nur ab 18 Jahren". Kommt hier sang- und klanglos eine neue Schikane auf die Bürger zu? Auf leisen Sohlen und sang- und klanglos - quasi aus dem Hinterhalt? Sehen die Versicherungen hier eine weitere Fingine, wie sie den Profit steigern können ? Antworten
Wie sang schon Reinhard May: Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette.... So wie jeder Gast sich sein Restaurant aussuchen kann, sollte sich auch jeder Gastwirt seine Gäste aussuchen können. Seit dem Rauchverbot in Restaurants geniesse ich zu Hause mit Freunden, hohe Qualität, vernüftige Kosten und die Konsequenzen (entlassenes Personal) werden via RAV finanziert. Antworten
Jimy Hofer hält sich an das Gesetz: «Offiziell gilt auch bei uns das Rauchverbot» @Daniel Steiner: Bezüglich der Untätigkeit vieler Wirte im Vorfeld des Rauchverbots stimme ich ihnen zu. Es kann nicht angehen, dass Verbote dermassen in die persönliche Freiheit einer Minderheit eingreifen. Antworten
Zwischenzeitlich habe ich das Gefühl, dass in Kürze der durchschnittliche Nichtraucher dem Raucher nicht mal mehr einen einzigen Raum pro Gebäude gönnt, wo dieser seinem Tun nachgehen kann – denn Fumoirs scheinen nur eine Zwischenetappe zum angestrebten Endsieg zu sein. Antworten
Ein herzliches Danke an Fred Flükiger. Oder sind uns die ‚normalen‘ Nichtraucher abhanden gekommen? In Zeiten als das Rauchen in der Gesellschaft noch akzeptier und toleriert war, forderte nicht mal der extremste Raucher, dass es keinen einzigen rauchfreien Raum pro Gebäude geben solle, wo frei ein und aus gegangen werden kann. Antworten
Gesetz ist Gesetz - ob es sinnvoll ist oder nicht sei dahingestellt. Wenn jemand gegen das Gesetz verstöss muss das geahndet werden. Wenn jemand in einem politischen Amt dagegen verstösst muss derjenige demissionieren - politische Aemter sind auch immer mit einer hohen Verantwortung und einer grossen Vorbildsfunktion verbunden. Dazu aufrufen das Gesetz zu missachten und zu brechen ist inakzeptabel Antworten
Für mein Empfinden ist es ausserordentlich unverschämt und frech, wenn ein Politiker, der gewöhnlich mehr Ruhe und Ordnung fordert, einen demokratisch gefällten Mehrheitsentscheid des Kantonsparlamentes einfach ignoriert und sich sein eigenes "Recht" bastelt. Antworten
Ich bin selber Raucher aber das Stimmvolk hat nun mal entschieden und das muss akzeptiert werden! Zudem muss ich sagen, dass die Wirte selber schuld sind an der jetzigen Situation. Das Bedürfnis für Nichtraucher Restaurants ist seit langem bekannt aber so gut wie kein Wirt hat entsprechend reagiert! Wer so unflexibel ist darf sich nicht beschweren! Antworten
Ist Hofer denn der Herr über Recht und Unrecht? Ein seltsames Demokratieverständnis für einen Stadtrat, der sich sonst so gern als Ordnungshüter ausgibt! Möglicherweise sind seine Äusserungen auch nur spätpubertäre Auswüchse, aber für einem Mann in Amt und Würden sind sie mehr als daneben. Mich nervt das Rauchverbot auch sehr,aber ich habe es zu akzeptieren - genau wie das Fahrverbot in der Matte. Antworten
Es wird immer Ausweichmöglichkeiten für Raucher geben - und sei es nur im Privaten. Die Schwarzgastronomie und "Vereinswirtschaften" konkurrieren das herkömmliche Gastgewerbe. Es gibt nur eine gesetzliche Regelung, die nicht zu Wettbewerbsverzerrungen führt: die Deklarationspflicht beim Eingang. Dann kann jeder Gast und Arbeitnehmer selber entscheiden. Stoppt die Bevormundung! Antworten
Ich finde Jimmi Hofer hat vollkommen recht mit seiner Aussage!Es sollte jedem Wirt frei gestellt sein,ob er ein Raucher,/oder nicht Raucher Lokal will! Dann gib es in kürze bald keine Nichtraucher Lokale mehr! Bei uns im Luzerner ist das Ruchen noch nicht Verboten, und das zur Freude einigen Bernergäste!Werde garantiert nicht in ein Restaurant gehen wo RAUCHVERBOT ist ! Antworten
Jimy Hofer vertritt sein Recht auf Handels- und Gewerbefreiheit und diskriminiert die Raucher nicht (BV). Das Rauchverbot ist absoluter Unsinn. Jeder Wirt muss bei Rauchverbot das Recht haben, sein Lokal als Raucher, Nichtraucher- oder Gemischtbetrieb zu führen. Polo Hofer hatte aufgezeigt, dass der Vollzug des Verbots, bei Ungehorsam von allen Rauchern, unmöglich ist. Rauchverbot = vielf.Schaden Antworten
Im Rössli in der Reithalle wird geraucht, und zwar von allen Gästern. Direkt neben dem Rössli befindet sich das Sous-le-Pont Restaurant, in welchem nicht geraucht wird. Also ist eigentlich das Rössli quasi das Fumoir des Sous-le-Pont. Wen stört dies? Antworten
Wo er recht hat, hat er recht!!! Das Vermmumungsverbot wird auch nicht durchgezogen! Und wenn in der Reithalle geraucht wird, wo ja vom Steuerzahler "gesponsert" wird. Warum müssen sich dann die andern Beizer sich daran halten, wo ja keine STeuergelder erhalten?! PS. bin Nichtraucher!!! Antworten
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Monika Dubach
Bei uns im Dorf werden auch nicht alle gleich behandelt. Einer lässt wieter paffen und der Rest darf nicht. Was sollen wir tun, sollen wir auch weiter paffen lassen? Antworten