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Insel kann als erstes Schweizer Spital mit GPS angeflogen werden

Aktualisiert am 27.07.2011

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat die Anflüge mit Satellitennavigation auf das Inselspital in Bern freigegeben. Die Rettungsflugwacht (Rega) kann die Anflüge mit ihren Helikoptern nun auch bei schlechtem Wetter durchführen.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt erfolgten die Anflüge aufs Inselspital in einem so genannten Sichtverfahren, wodurch sie nur ausgeführt werden konnten, sofern gute Wetterbedingungen herrschten.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt erfolgten die Anflüge aufs Inselspital in einem so genannten Sichtverfahren, wodurch sie nur ausgeführt werden konnten, sofern gute Wetterbedingungen herrschten.
Bild: Tomas Wüthrich

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Das neue Anflugverfahren, das auf Satellitennavigation basiert, ermöglicht es der Rega, Flüge mit Patienten zum Inselspital auch bei Nebel oder tief hängenden Wolken durchzuführen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt erfolgten die Anflüge in einem so genannten Sichtverfahren, wodurch sie nur ausgeführt werden konnten, sofern gute Wetterbedingungen herrschten, wie das Bazl am Mittwochmorgen bekannt gab.

«Grundsätzlich kann den Patienten somit auch bei schlechter Witterung eine erhöhte Sicherheit gewährleistet werden», wie Rolf Bürgin, Leiter der Medienstelle des Inselspitals Bern, gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet erklärte. Bin an hin mussten diese bei schlechter Witterung mit dem Strassentransport ins Inselspital geliefert werden. Bürgin: «Dies erleichtern natürlich auch unsere Logistik, da die Patienten auf direktem Weg zu uns gelangen.» Bisher wurden Verletzte, die mit dem Helikopter transportiert wurden, in Belp in ein Krankenwagen umgeladen. «Die Sicherheit ist extrem wichtig. Dieses neue Anflugverfahren macht daher auch in Zukunft Sinn», erklärte Bürgin zum Schluss.

Navigieren mit Hilfe von GPS

Das Inselspital Bern verfügt somit über den ersten Landeplatz der Schweiz, der mit diesem Verfahren angeflogen werden kann. Um diese Anflüge freigeben zu können, mussten zuerst die Voraussetzungen in Bern überprüft werden, wie ein Verantwortlicher des Bazl auf Anfrage erklärte: «Eine Problematik bei der Satellitennavigation ist es, dass bei Komplikationen kein Backup besteht, man kann sich notfalls nicht auf die Sicht verlassen.» Dies bedinge daher eine gründliche Überprüfung aller Faktoren.

Mit dem neuen Verfahren navigiert der Pilot den Helikopter gestützt auf Satellitennavigation und unter Aufsicht der Flugsicherung bis zu einem definierten Punkt im dreidimensionalen Raum. Verfügt er bei diesem Punkt über Sichtkontakt zur Landestelle, kann er den Anflug fortsetzen und den letzten Teil inklusive die Landung nach Sicht absolvieren. Ist der Landeplatz jedoch von diesem Punkt aus nicht erkennbar, muss der Anflug aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden.

Erfolgreiche Probeflüge

Seit dem vergangenen Herbst hatte die Rega in zwei Phasen Probeflüge mit Satellitennavigation auf das Inselspital durchgeführt. Die Testflüge sollten zeigen, wie sich das neue Verfahren in das Flugverkehrssystem der Region Bern integrieren lässt und ob bei den Anflügen wichtige Punkte am Boden, sowie allfällige Hindernisse insbesondere bei Nacht gut sichtbar sind. Nachdem die Auswertung der Probeflüge gezeigt hat, dass die erforderlichen Kriterien an die Sicherheit der Flüge erfüllt sind, hat das Bazl die satellitengestützten Anflüge der Rega auf das Inselspital definitiv freigegeben.

Das Anflugverfahren der Rega ist Teil eines nationalen Programms zur Förderung von satellitengestützten Anflügen in der Schweiz. Unter der Leitung des Bazl sind verschiedene Akteure an diesem Programm beteiligt, das über ein Dutzend Projekte und Ideen zur Anwendung von Satellitennavigation umfasst. (jzu)

Erstellt: 27.07.2011, 10:24 Uhr

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