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In zwei Stunden waren die Schienen weg

Von Jürg Spori. Aktualisiert am 12.07.2011 5 Kommentare

Ein 100 Tonnen schwerer Bagger riss gestern Morgen innert zwei Stunden die Tramschienen aus dem Boden. Die Sanierung des Zytglogge-Weichendreiecks dauert zwei Monate.

1/24 Mit Hobel und Zange an den Baggern werden die alten Tramschienen vor dem Zytglogge aus dem Boden gerissen.
Bild: Andreas Blatter

   

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Zytglogge, Montagmorgen Punkt 7 Uhr: Maschinist Peter Ritzmann setzt seinen 100 Tonnen schweren Bagger in Bewegung. Vorne am Ausleger ist keine normale Schaufel, sondern ein Schienenhobel befestigt. Damit setzt er unter den Stahlgeleisen an, fährt rückwärts und hobelt so die Schienen aus dem Untergrund. Das geht wie durch Butter.

Plötzlich wirbelt der mannshohe Schienenhobel Staub auf. Sofort befiehlt Reto Brägger, Projektleiter der Baufirma Marti AG, einem Mitarbeiter, Wasser zu spritzen. Rony Daudte ergreift einen Schlauch, spritzt gegen den Schienenhobel und bindet so den Staub. «Wir wollen ja auch Rücksicht auf die Passanten und die umliegenden Geschäfte nehmen», sagt Reto Brägger.

Ein anderer, kleinerer Bagger hat vorne am Ausleger eine Zange. Damit packt er die herausgerissenen Schienen und hievt sie zu einem Sammelplatz. Sind die Schienenstücke länger als sechs Meter, müssen sie zertrennt werden, damit sie später zum Abtransport in einen Container passen. Dies besorgt Schweisser Franz Wyss. Mit einer Hitze von 3000 Grad durchtrennt er eine Schiene in drei Minuten.

«Hier arbeiten nur die besten Profis», sagt der Projektleiter. Das sei sehr wichtig, weil sich der kleinste Fehler gravierend auswirken könne. «Wenn Maschinist Peter Ritzmann den Ausleger seines Baggers zu hoch ausfährt, könnte er die ganze Oberleitung herunterreissen und so bereits am ersten Tag Verzögerungen hervorrufen», erklärt er.

Bauleiter Reto Brägger ist auf der Baustelle nicht zu übersehen. Der 198 Zentimeter grosse Mann hat nicht nur wegen seiner Grösse den Überblick, sondern auch wegen seiner Fachkenntnisse: «Besonders der heutige Start ist sehr wichtig – auf diesen scharfen Tag hin haben wir über zwei Monate lang logistisch geplant.» Dann zeigt er auf dem Boden des Kornhausplatzes auf je zwei abgestellte Baggerhobel und -zangen. «Das ist Ersatzmaterial, wenn etwas ausgestiegen wäre, hätten es die Mechaniker sofort auswechseln können», erklärt Brägger.

Punkt 9 Uhr, nach nur zwei Stunden, hobelt Baggerführer Peter Ritzmann das letzte Geleisestück der 350 Meter langen Strecke aus dem Boden. Bauleiter Reto Brägger ist mit dem Start der Zytglogge-Weichensanierung zufrieden: «Es lief alles nach Plan.»

In den nächsten Tagen wird der Schutt ausgehoben und mit Lastern weggeführt. Dann beginnen die Arbeiten im Untergrund. Am ersten Bautag gab es für die Umfahrungsbusse keine Probleme: «Es lief alles reibungslos ab», sagt Bernmobil-Direktor René Schmied. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.07.2011, 06:32 Uhr

5

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5 Kommentare

Roger Daniela

11.07.2011, 14:28 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Herr Weber, ich halte das nicht für "böse Vermutungen".
Mir scheint das ein Fakt zu sein :-)
Antworten


franz anliker

11.07.2011, 12:42 Uhr
Melden

hätte man die längst geforderte 2.achse (bundesgasse/bundesplatz/casinoplatz) wäre das puff nur halb so schlimm....diese achse kommt schon noch, aber in bern dauert alles doppelt so lange wie zb in basel oder zürich....eifach......nume nid gschhprängt..... Antworten



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