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Im Spital Belp ist Ruhe eingekehrt

Von Sandra Rutschi. Aktualisiert am 06.07.2009

Vor einem Jahr wurde im Spital Belp die Akutabteilung geschlossen. Ein Aufschrei ging durch die Bevölkerung. Heute, ein Jahr später, ist Ruhe eingekehrt. Die neue Abteilung für Geriatrische Rehabilitation ist im Vollbetrieb.

Vor einem Jahr gingen hier die Emotionen hoch. Denn im Spital Belp wurde der Akutbereich geschlossen. Heute ist in der Reha-Klinik der Alltag eingekehrt.

Vor einem Jahr gingen hier die Emotionen hoch. Denn im Spital Belp wurde der Akutbereich geschlossen. Heute ist in der Reha-Klinik der Alltag eingekehrt.

Die Belper protestierten

Im Februar 2008 gab die Spital Netz Bern AG bekannt, dass Notfall- und Akutbereich im Spital Belp geschlossen werden sollen. Die Bevölkerung und das Personal protestierten. Insbesondere wurde befürchtet, dass das Gürbetal medizinisch unterversorgt sein könnte. Initiative zeigten die damals drei grössten lokalen Parteien, die SVP, SP und FDP – in Belp war Wahljahr. Die SVP veranstaltete ein Podium, die SP organisierte eine Demonstration beim Spital, und die FDP sammelte 3500 Unterschriften. Trotzdem wurden am 1.Juli 2008 die Notfallstation und am 1.August die Abteilung für Innere Medizin geschlossen. Seither wird im Spital die Abteilung für Geriatrische Rehabilitation aufgebaut. Gestartet wurde mit 24 Betten. Seit letzter Woche sind alle 48 Betten in Betrieb.

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Wenn sich Fredy Furrer, CEO der Spital Netz Bern AG, an die Schliessung des Spitals Belp erinnert, fallen ihm zwei Aspekte ein: «Die grosse Enttäuschung der Bevölkerung. Und der Widerspruch dieser Trauer dazu, dass sie dieses Angebot eigentlich viel zu wenig nutzten.» Vor einem Jahr schloss die Spital Netz Bern AG den Akutbereich an ihrem Standort in Belp. Dies, weil er nicht rentierte. Stattdessen wird seither eine Abteilung für Geriatrische Rehabilitation aufgebaut. Alte Menschen werden dort nach einer Akutbehandlung wieder soweit gepflegt und therapiert, dass sie nach Hause gehen können.

Diese Abteilung läuft seit dem 1.Juli im Vollbetrieb. Zuvor war nur die Hälfte der Betten belegt. Heute besetzen 43 Patienten 48 Betten. Eigentlich hätte Chefarzt Andreas Stuck bereits im Februar die Abteilung voll belegen wollen. «Das war aber nicht möglich, weil wir zu wenig Personal hatten», sagt er. Besonders im Pflegebereich sei die Suche schwierig gewesen. Der Betrieb der Geriatrischen Rehabilitation in Belp benötigt etwa 48 Pflege-, 6 Arzt- und 12 Therapie-, 2 Sozialdienst- und 3 Sekretariatsstellen.

Dieses Jahr 200 Patienten

Die Nachfrage nach Betten indes war immer gross. Nicht nur aus der Region Bern kommen Patienten nach Belp, sondern auch aus Spitälern im Emmental oder im Oberland. Dieses Jahr wurden 200 Patienten behandelt. «Der Betrieb läuft im Moment sehr gut», sagt Stuck. Besonders freue ihn, dass Patienten und deren Angehörige zufrieden seien.

Man habe inzwischen Wege gefunden, um die Abteilung möglichst kostengünstig zu betreiben, sagt Stuck. So ging man letzten Herbst davon aus, dass die Patienten im Durchschnitt einen Monat bleiben würden. «Heute variieren wir zwischen zwei und vier Wochen.» Je kürzer ein Aufenthalt dauert, desto weniger kostet er. Der Kanton Bern limitiert die Kosten pro Fall auf etwa 8000 bis 29000 Franken je nach Gesamtdauer der Rehabilitation.

Der Erfolg der neuen Abteilung lässt sich aber erst durch den Vollbetrieb messen. Denn erst ab jetzt wird eine Statistik darüber geführt, wie lange die Patienten nach der Behandlung in Belp tatsächlich zu Hause bleiben können. Ob die Geriatrische Rehabilitation auch in anderen Spitalgruppen eingeführt wird, werde abgeklärt.

Neue Praxis ab Oktober

«Die Bevölkerung trauert noch heute dem Akutspital nach», sagt CEO Fredy Furrer. Doch grundsätzlich hat sich die Lage in Belp beruhigt (siehe unten). Abgeschlossen ist auch der Umbau, der für die neue Abteilung nötig war. Eine halbe Million Franken hat die Spitalgruppe dafür investiert. Ein weiterer Umbau wird nun im Erdgeschoss nötig sein. Dort soll am 1.Oktober eine Praxisgemeinschaft eröffnen. Zwei Chirurgen, eine Hebamme, später eine Gynäkologin und wohl auch ein Sportarzt werden laut Furrer Sprechstunden anbieten.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 06.07.2009, 07:55 Uhr

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