Im Dorf gibt es jetzt eine Kirche mehr
Von Anna Tschannen. Aktualisiert am 30.12.2011 2 Kommentare
Ein Jahr Schwarzenburg
Am 1.Januar 2011 trafen sich über 200 Personen aus Wahlern und Albligen zum Fusionsfest bei der Ruchmühlebrücke. Das erste Jahr als gemeinsame Gemeinde Schwarzenburg sei gut gelaufen, sagt Gemeindepräsident Ruedi Flückiger (SP). Geholfen habe dabei, dass Wahlern bereits vor der Fusion viele Verwaltungsaufgaben für Albligen erledigt habe.
Ein Problem ist nach wie vor die Busverbindung zwischen den Ortsteilen Albligen und Schwarzenburg. Laut Flückiger bemüht sich die Gemeinde, die Linie trotz mässiger Nachfrage zumindest zu erhalten.
An Neujahr steigt erneut ein Fest für eine Fusion in Schwarzenburg: Ein Jahr nach den politischen Gemeinden schliessen sich auch die Kirchgemeinden Wahlern und Albligen zusammen. Diesmal gibt es nicht ein Fest auf der Gemeindegrenze, sondern einen zweigeteilten Gottesdienst: Den Anfang macht um 17 Uhr die Kirche Wahlern, um 20 Uhr folgt ein Gottesdienst mit Jodeluntermalung in der Kirche Albligen. Dazwischen offeriert die Kirche im Mehrzweckraum Wahlern einen Imbiss. «Wir wollten die Fusion der Kirchgemeinde anders feiern, als die Gemeinde dies vor einem Jahr tat», sagt Fritz Indermühle, der neue Kirchgemeinderatspräsident.
Neue Gebiete für die Pfarrer
Der kirchliche Zusammenschluss erfolgt ähnlich wie derjenige der Gemeinde. Vor rund zweieinhalb Jahren gaben die beiden Kirchgemeindeversammlung grünes Licht für Verhandlungen. Im März dieses Jahres schliesslich stimmten beide gleichzeitig der Fusion zu. Dann wurden die Reglemente angepasst und der neue, gemeinsame Auftritt kreiert. Weiter ging es darum, einen neuen, auf sieben Personen verkleinerten Kirchgemeinderat zusammenzustellen. Dieser wurde im Dezember gewählt, ein Mitglied kommt aus Albligen. Die beiden bisherigen Präsidenten – Gerhard Remund in Wahlern und Fritz Brüllhardt in Albligen – treten auf Ende Jahr zurück.
Nun verfügt die Kirchgemeinde über drei Sakralbauten: die Kirchen Wahlern und Albligen sowie das Käppeli in Schwarzenburg. In allen drei werden die zwei Pfarrerinnen und zwei Pfarrer abwechselnd predigen.
Mit der Fusion ändert sich einiges in der neuen Kirchgemeinde Schwarzenburg. Die Gebiete für die Seelsorge der vier Pfarrerinnen und Pfarrer werden neu aufgeteilt. Verena Hegg Roth, bisher Albliger Pfarrerin, wird neu auch Lanzenhäusern und einen Teil von Schwarzenburg betreuen. Kleiner wird dafür der Kreis von Pfarrerin Regula Dürr Hänni. «Frau Dürr widmet sich dem grossen Schwerpunkt Kinder und Familie in der gesamten Kirchgemeinde», begründet Indermühle die Verkleinerung.
An den 310 Pfarrstellenprozenten, welche die Kirchgemeinden Wahlern und Albligen bisher zusammen hatten, ändert sich vorderhand nichts.
«Eine Einheit soll wachsen»
Ebenfalls auf das neue Jahr hin verändern sich die Zuständigkeiten. Neu gibt es fünf ständige Kommissionen: Zentrale Dienste, Liegenschaften und Bau, Kirchenanlässe, Diakonie sowie Jugend und Familie. Vor der Fusion gab es in Wahlern drei grosse Ressorts mit je drei Ratsmitgliedern – und keine ständigen Kommissionen. Indermühle ist aber zuversichtlich, dass sich die neue Organisation bewährt, auch wenn am Anfang bestimmt nicht alles fehlerfrei laufe. Bereits im Januar ist zu diesem Zweck eine Retraite vorgesehen, an der auch die Verwaltung teilnimmt.
Vor allem aber ist dem Präsidenten der neuen Kirchgemeinde wichtig, dass die Grenzen überwunden werden können und trotz dem Schwarzwassergraben zwischen Albligen und Wahlern eine Einheit wachsen kann.
Fusionsfeier am 1. Januar 2012 ab 17 Uhr. Um 16.30 Uhr fährt ab Albligen ein Bus, der die Leute nach Wahlern und zurück bringt. (Berner Zeitung)
Erstellt: 30.12.2011, 06:39 Uhr
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