Hohe Mietpreise werden zum Hindernis für den Umzug
Von Sandra Rutschi. Aktualisiert am 08.01.2013 15 Kommentare
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In der Stadt Bern ist Wohnraum knapp. Der Leerwohnungsbestand stagniert auf tiefen 0,45 Prozent. Gerade hohe Mietpreise sind für viele Mieter ein Problem. Der Mieterinnen- und Mieterverband Regionalgruppe Bern und Umgebung hat deshalb eine Studie über die Situation der Mieter in der Agglomeration und der Region Bern in Auftrag gegeben. Die Bilanz: Wohnungen, die auf dem Markt sind, kosten meist massiv mehr als die statistisch erhobenen Durchschnittswerte einer Wohnung, die vermietet ist (Bestandesmiete).
So kostet zum Beispiel eine 5-Zimmer-Wohnung in der Länggasse, die gerade im Angebot ist, 40 Prozent mehr als die Bestandesmiete einer gleich grossen Wohnung im gleichen Stadtteil. Bei einer 4-Zimmer-Wohnung beträgt der Unterschied 30 Prozent, bei einer 3-Zimmer-Wohnung 25 Prozent. Es gibt aber Ausnahmen: Die Angebotsmiete einer 1-Zimmer-Wohnung in Bümpliz-Oberbottigen zum Beispiel liegt nur 1 Prozent über der Bestandesmiete. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2010 (siehe Tabelle in der Bildstrecke). Es handelt sich um Nettomietpreise.
«Drastische Verschärfung»
Den Grund für den grossen Preisunterschied von angebotenen und vermieteten Wohnungen ortet die Studie in der aus Mietersicht schlechten Marktlage. «Günstiger Wohnraum wird ungern aufgegeben, Mieterwechsel finden eher im teureren Preissegment statt», schlussfolgert die Studie. Dieser Fakt verschärfe die Situation für Wohnungssuchende «drastisch». «Während für langjährige Mieterinnen und Mieter von günstigem Wohnraum der Zins vielleicht noch knapp erträglich ist, liegen die Mietzinse im Angebotsmarkt ausserhalb der Möglichkeiten vieler Wohnungssuchender», steht in der Studie. Die «massiv angestiegenen Nebenkosten» würden das Budget zusätzlich strapazieren. Gerade Familien mit Kindern, die finanziell schon stark belastet seien, wären oft auf neue Wohnungen angewiesen.
Eigentlich wollte der Mieterverband mit der Studie analysieren, wie viele Wohnungen von gemeinnützigen Wohnbauträgern, von Privaten und von Gemeinden es gibt und wie sich die Mietpreise diesbezüglich verhalten. Doch entsprechende Werte konnten nicht erhoben werden. Zwar wird in der Stadt Bern der Anteil von gemeinnützigen Wohnbauträgern auf rund 10 Prozent beziffert. Doch in den anderen in der Studie erfassten Gemeinden* sind die gemeinnützigen Wohnbauträger nicht speziell erfasst.
Halbjährlich erfasste einheitliche und detaillierte Kriterien bei der Datenerhebung auf Gemeindeebene wären vorteilhaft, damit die Situation für Mieter entschärft werden kann, ist der Verband überzeugt. Ebenso gelte es die politischen Beziehungen zwischen der Stadt und den Nachbargemeinden unter Einbezug des Bau- und Mietwesens zu intensivieren. Tendenzen im Mietsektor wären so frühzeitig erkennbar, und es könnten rascher und effektiver Massnahmen getroffen werden. Das wäre gemäss der Studie sinnvoll, weil die Stadt teilweise mit den Nachbargemeinden zusammenwächst.
Vorstösse in Gemeinden
Um diese Zusammenarbeit zu fördern und einen entsprechenden politischen Rahmen zu schaffen, plant der Mieterverband auf Gemeindeebene Massnahmen. Vorstösse in Ortsparlamenten und Gespräche mit Exekutiven sollen dazu führen, dass die Daten in den Gemeinden besser erfasst werden. So könne gezeigt werden, wie sich gemeinnütziger Wohnungsbau auf die Preise auswirke, sagt Michael Aebersold, Präsident Mieterverband Regionalgruppe Bern und SP-Grossrat. Mit solchen Grundlagen wäre es dann auch möglich, gemeinnützigen Wohnungsbau konkret zu fördern. «Nach heutigen Kenntnissen sind gemeinnützige Wohnungen rund 20 Prozent günstiger als jene anderer Wohnbauträger», so Aebersold.
*Bei der Studie erfasst: Allmendingen, Bäriswil, Belp, Bern, Bolligen, Bremgarten, Deisswil, Diemerswil, Frauenkappelen, Jegenstorf, Ittigen, Kehrsatz, Kirchlindach, Köniz, Mattstetten, Meikirch, Moosseedorf, Münchenbuchsee, Muri, Oberbalm, Ostermundigen, Scheunen, Stettlen, Urtenen-Schönbühl, Vechigen, Wiggiswil, Worb, Wohlen, Zollikofen und Zuzwil. (Berner Zeitung)
Erstellt: 08.01.2013, 06:54 Uhr
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15 Kommentare
Einfache Erklärung: Einwanderer aus der EU suchen Wohnung über Online-Portale. Sie schliessen den Mietvertrag ab, bevor sie in die Schweiz umziehen. Sie zahlen einfach, was gefordert wird. Einwanderer aus Deutschland überschäzen ihren Lohn. Sie sind gewohnt mit Netto-Löhnen zu rechnen und haben das Augenmass nicht für Steuerrechnungen und Krankenkassenprämien. Sie übernehmen sich bei der Miete! Antworten
Gemeinnütziger Wohnungsbau ist nichts anderes als Wohnungsbau mit Steuergeldern. Würde damit nur den ärmsten geholfen, wäre das noch akzeptabel,aber mit dieser Methode bekämpft man nicht die Ursache sondern die Symtome und hilft noch mit die hohen Mieten zu halten und zu rechtfertigen. Zu dem ist auch dies eine Umverteilung von unten nach oben.Die Ursache ist die Einwanderung Antworten
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