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Hoch mit den Hanteln, runter mit den Preisen

Von Peter Steiger. Aktualisiert am 22.03.2011 4 Kommentare

In der Region Bern konkurrenzieren seit einigen Monaten billigere Selbstbedienungsfitnesszentren die herkömmlichen Betriebe. Sie bringen nicht nur die Nutzer, sondern auch die konventionellen Studios ins Schwitzen.

Runter kommen die Gewichte immer. Jetzt sinken auch die Preise. Im neuen Discountfit in Köniz-Liebefeld trainiert man billiger.

Runter kommen die Gewichte immer. Jetzt sinken auch die Preise. Im neuen Discountfit in Köniz-Liebefeld trainiert man billiger.
Bild: Susanne Keller

Geeignet für Erfahrene, problematisch für Einsteiger

Wer noch nie ein Fitnessstudio besucht hat, sollte bei einem herkömmlichen Betrieb starten. Dort zeigen Fachleute, wie man richtig trainiert. Vor allem an den Kraftgeräten können Ungeübte nicht bloss einen Muskelkater, sondern auch schlimmere Verletzungen holen. Wer Erfahrungen hat und weiss, auf was man achten muss, kann bei den Discountern tatsächlich sparen.

Allerdings sollten Sparfüchse genau hingucken. Die Differenz zu den herkömmlichen Studios schmilzt, wenn man die Rabatte der Etablierten berücksichtigt. Einige bieten AHV- und Studi-Ermässigungen oder verbilligen das Abo, wenn man nur während der schlechter frequentierten Zeiten trainiert. Ausserdem verbilligen manche Krankenkassen das Abo mit jährlichen Beiträgen bis zu 200 Franken. Davon profitieren können nur Kunden von konventionellen Fitnesscentern mit Qualitätslabel. Alle Ermässigungen zusammengezählt, ergibt dies Abobeträge, die sich kaum von jenen der Discounter unterscheiden.

Abonnemente: So viel kostet ein Jahr trainieren

Die Zusammenstellung erfasst die wichtigsten Fitnesszentren in der Region Bern. Die Jahresabonnemente gelten für Kraft- und Ausdauergeräte. Nicht berücksichtigt sind Probetrainings, Kurse, Vergünstigungen für Studierende, AHV und so weiter. Einige Anbieter erheben zusätzliche Eintritts- oder Grundgebühren. Die Kosten sind nur bedingt vergleichbar: Die Zentren sind verschieden gross und unterscheiden sich im Angebot und durch die Öffnungszeiten. Zum Teil sind Saunen, Wellnesseinrichtungen oder Gruppenfitness in den Abos inbegriffen.

DIE NEUEN


  • Fitmade, Dammweg 25a, Bern. 387 Franken.

  • Discountfit. Murtenstrasse 235, Bern. Worblentalstrasse 161, Bolligen, Kirchstrasse 2, Liebefeld. Reichenbachstrasse 64, Zollikofen. 468 Franken.



DIE BISHERIGEN

Bern

  • Fit-life, Lorystrasse 14, 790 Fr.

  • Bodyfit, Wankdorffeldstrasse 64, 790 Franken.

  • Gymline, Schwarztorstrasse 87, Nur für Frauen. 798 Franken.

  • Arena-Fitness, Sandrainstrasse 12. 820 Franken.

  • Arena-Fitness, Stade de Suisse. 1070 Franken.

  • TST, Training, Schulung, Therapie, Seilerstrasse 21. 850 Franken.

  • Fitalis, Bümplizstrasse 101. 920 Franken.

  • Exersuisse. Sulgenrain 28. 940 Franken.

  • Kieser-Training, Monbijoustrasse 10. 990 Franken.

  • Fitness-Plus, Effingerstrasse 12. 1160 Franken.

  • Gym-Fit, Randweg 9. 1350 Fr.

  • Bernaqua inkl. Erlebnisbad, Westside, 1350 Franken.


Region

  • Jegenstorf. Tom’s Training, Jegi-Center, Bernstrasse 41. 870 Franken.

  • Konolfingen. Ambiente, Bernstrasse 22. 870 Franken.

  • Lyss. Lysspark-Fitness, Werkstrasse 65. 995 Franken.

  • Münsingen. Fitnesscenter Highlight, Erlenauweg 15. 870 Fr.

  • Ostermundigen. Time-Out. Bernstrasse 114. 1100 Franken.

  • Verschiedene Orte. Fitotal. Waldeggstrasse 27 C, Liebefeld-Köniz. Talstrasse 9, Münchenbuchsee. Hauptstrasse 20, Lyss (in Lyss nur für Frauen). 980 Franken.

An den Hanteln und auf dem Indoorvelo ermüdet man überall gleich rasch. Aber in den neuen Discountstudios kann man billiger stemmen und strampeln. In der Region Bern werben seit einigen Monaten neue, billigere Fitnesszentren um Kunden. Discountfit ist mit acht Filialen in der Region Bern und im Freiburgischen präsent. Fitmade hat in der Berner Lorraine einen Standort. Bei beiden Anbietern trainiert man für rund 400 bis 500 Franken im Jahr. Die Konventionellen verlangen ab 800 Franken.

Es sind keine Schmuddelstudios. Im Discountfit in Liebefeld-Köniz zum Beispiel zieht sich der Kunde in hellen, etwas kleinen Garderoben um. Dann trainiert er in ansprechender Umgebung samt Grünpflanzen. Er bewegt sich an 28 Ausdauergeräten und stemmt, stösst und stöhnt an ebenso vielen Kraftmaschinen. Allerdings muss er nachher verschwitzt in die Kleider steigen: Discountfit hat keine Duschen.

Fast rund um die Uhr offen

Fitmade funktioniert ähnlich. Beide Anbieter sind fast rund um die Uhr offen, 365 Tage, von 6 bis 23 Uhr. Bei Fitmade ist die Theke zwar besetzt, aber das Personal ist nur fürs Administrative zuständig. Bei Discountfit ist der Empfang wöchentlich nur während einiger Stunden bedient. Hier wie dort muss man den Fitnessinstruktor zusätzlich bezahlen. Bei Fitmade können die Kunden zwar duschen, müssen aber einen Münzautomaten füttern. Zusammengefasst: Die Discounter bieten wenig Betreuung, erfordern viel Selbstbedienung, sind aber günstig.

Bei den Etablierten ist die Empfangstheke ständig besetzt. Fachpersonal zeigt, wie man richtig trainiert. Auf die Kunden warten Duschen, oft Solarien und Wellnesseinrichtungen. Die Benützer müssen sich an eingeschränkte Öffnungszeiten halten. Sie können Pilates-, Power-Yoga- oder andere Kurse besuchen, beim Spinning zusammen strampeln oder es beim Seniorenfitness gemächlicher angehen. Hier gilt: Der Kunde wird umsorgt, dafür muss er tiefer in die Tasche greifen.

Die Aldis und Lidls unter den Fitnesszentren konkurrenzieren die Angestammten. Dies bestätigt Roland Steiner, der Vizepräsident des Schweizer Fitness- und Gesundheitscenter-Verbands (SFGV). Er differenziert allerdings: In den Städten sei die Nachfrage für die Neuen genügend gross. In kleineren Ortschaften aber würden sie die Bisherigen ins Schwitzen bringen.

«Unverantwortlich»

Der SFGV hat 270 Mitglieder und erfasst damit rund die Hälfte der Fitnesszentren. Alle Verbandsbetriebe unterliegen Qualitätskriterien. Nichtmitglieder können dieses Zertifikat ebenfalls erwerben, müssen aber nicht. Das Label ist für die Kunden Geld wert: Die Krankenkassen beteiligen sich nur an Fitnessabos von zertifizierten Betrieben. Discountfit und Fitmade haben dieses Label nicht. Für Steiner ist diese Qualität nötig. Selbstbedienungsstudios seien «unverantwortlich». Ausgebildete Instruktoren würden verhindern, dass sich Ungeübte verletzten. In den SFGV-Betrieben sei überdies ständig jemand mit einer Notfallausbildung präsent.

Rough Ruch ist Besitzer der Discountfit-Studios und unterhält mit dem «Let’s go» in Düdingen ausserdem einen herkömmlichen Betrieb. Er lässt Steiners Argumente nicht gelten. «Wer regelmässig trainiert, braucht keinen Instruktor», sagt er. Bei modernen Fitnessgeräten könne man kaum was falsch machen. Er sei seit zwanzig Jahren im Geschäft und habe noch nie einen Notfall erlebt. Ruchs Zusammenfassung: Konventionelle Betriebe offerieren Leistungen, welche die meisten Kunden gar nicht wollen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.03.2011, 09:07 Uhr

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4 Kommentare

Fabian Alegries

27.01.2012, 20:04 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Ich habe jetzt meine Mitgliedschaft bei Fitmade gekündigt, weil es unverantwortlich ist, was man da sieht. Irgendwelche Bengel, die sich mit viel zu viel Gewichten den Rücken kaputt machen. Und Niemand interessiert es. Solche Billig-Clubs sind eigentlich gefährlich - auch für Nichtanfänger. Bei jedem schleicht sich mal eine falsche Haltung ein und dann bedarf es einer Korrektur durch einen Trainer Antworten


Schneider Steve

22.03.2011, 10:16 Uhr
Melden

Trainieren ohne Anleitung ist für mich wie Autofahren ohne Fahrlehrer: Es kann gut kommen, kann aber auch in einer Katastrophe enden... Gerade die Schulter ist extrem heikel und kann auch in der modernsten Maschine verletzt werden, wenn man nicht weiss worauf man achten muss. Ganz heikel wird es dann beim Training mit Freigewichten. Da liegt die Fehlerquote ohne Anleitung extrem hoch. Antworten



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