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Hinter den Kulissen des Lichtspektakels auf dem Bundesplatz

Von Christian Zeier. Aktualisiert am 29.10.2011

Das Licht- und Tonspiel «Rendezvous Bundesplatz» zieht Abend für Abend Tausende von Schaulustigen an. Für den problemlosen Ablauf der internationalen Produktion zeichnet ein kleines Berner Unternehmen verantwortlich

1/14 Ein Rendez-vous auf dem Bundesplatz.
Bild: Daniel Rohr

   

Verlängerung um zwei Tage

Auch Tschäppät ist begeistert

Dem Berner Stadtpräsidenten ist der grosse Erfolg von «Rendez-vous Bundesplatz» nicht entgangen. Wie Initiantin Brigitte Roux von Starlight Events bestätigt, hat sich Alexander Tschäppät
erkundigt, ob das Spektakel noch einige Tage länger in der Bundesstadt verweilen könnte. Konkret möchte er die Licht- und Tonshow um zwei Tage bis zum 28.November verlängern – so würden auch die Besucher des Zibelemärit in den Genuss der Show kommen. Laut Brigitte Roux kläre man momentan ab, ob das möglich sei. Dass die Stadt im Vorfeld eine finanzielle Unterstützung des Projekts verweigerte, wirft sie ihr nicht vor: «Man wusste eben nicht, worauf man sich einlässt. Wir sind froh, dass die Wertschätzung zumindest jetzt sichtbar wird.» cze

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Einen besseren Blick auf das Lichtspektakel am Bundeshaus hat keiner. Patrick Joder sitzt im eigens aufgebauten Kontrollraum über dem Käfiggässchen und blickt auf den Bildschirm seines Computers. In 50 Meter Entfernung entstehen die ersten Bilder der 19-Uhr-Show von «Rendezvous am Bundesplatz». Neben ihm surren fünf riesige Beamer, zwei Meter weiter unten stehen die Zuschauer und blicken gebannt auf die Fassade des Bundeshauses. Für sechs Wochen liegt Patrick Joders Arbeitsplatz inmitten der Stadt Bern.

Joder leistet mit seinem kleinen Team der Eventtechnik-Firma Light&Sound Factory einen grossen Beitrag zum Gelingen der beliebten Show. Zusammen mit den französischen Erschaffern haben die Berner die Infrastruktur aufgebaut und die Technik installiert. Nun, während der Spielzeit, zeichnen die Techniker für den reibungslosen Ablauf verantwortlich. «Wir sind stolz, als keines Berner Unternehmen an einem solchen Schauspiel teilhaben zu dürfen», sagt Joder, der das 3-Mann-Unternehmen als Co-Chef führt. «Als die Show das erste Mal über das Bundeshaus gelaufen ist, lief es mir kalt den Rücken runter.» Die Initianten der Eventfirma Starlight Events sind über das Internet auf den kleinen Betrieb aus Bern gestossen. «Offensichtlich haben wir einen guten Eindruck gemacht», so Joder lachend.

Einen guten Eindruck haben die Berner Techniker auch während der ersten Wochen der Vorstellung gemacht. Ob Kondenswasser auf einem Beamer, verschmorte Nachtfalter auf einem Objektiv oder Fahrzeuge, welche in der Projektionslinie standen – die wenigen Komplikationen wurden souverän gelöst. Im Normalfall ist bei jeder Vorführung ein Techniker vor Ort. Im Vorfeld der Show löscht dieser die Lichter auf dem Bundesplatz, montiert störende Verkehrsschilder ab und kontrolliert die Kabel und den Ton. Sobald die Show läuft, zieht er sich meist in einen der drei Projektionstürme zurück.

Bereits viele Stammgäste

«Achtung, jetzt kommt der erste Applaus», sagt Patrick Joder, als das Bundeshaus als hell erleuchtete Linienkonstruktion erscheint. Tatsächlich: Wie auf Kommando klatscht die Menge. Joder ist durchschnittlich jeden dritten Abend vor Ort und kennt das Programm auswendig. Das führt auch dazu, dass er bereits den einen oder anderen Stammgast ausgemacht hat: «Es gibt Hobbyfotografen oder Technikfreaks, die sehe ich immer wieder.» Diese seien es auch, welche die kleinsten Ungenauigkeiten am Lichtbild erkennen würden und sich daraufhin beschwerten. Ansonsten sei der Kontakt mit den Zuschauenden äusserst positiv. Immer wieder würden Leute am Ende der Vorstellung zu ihm kommen und ihm Komplimente machen oder Fragen stellen. «Wo sind die Lautsprecher?», «Wer hat die Show produziert?», «Welche Leistung haben die Beamer?». Weil er der einzige sichtbare Verantwortliche ist, muss der Techniker auch als Ansprechperson herhalten. Dann nimmt sich Patrick Joder Zeit und erklärt, dass die Lautsprecher in Boxen vorne an der Bundeshausfassade angebracht sind, dass die Show von der französischen Unternehmung «spectaculaires» produziert wurde und dass die Projektoren eine Leuchtstärke von rund 22000 Lumen haben – das Zehnfache eines handelsüblichen Beamers.

Obwohl er die Show jeden Abend sieht, hat Patrick Joder noch lange nicht genug. «Ich würde mich freuen, wenn das Gastspiel verlängert würde», sagt er. Möglich wäre es, denn das Interesse der Bernerinnen und Berner nimmt nicht ab: «Durchschnittlich haben wir wohl rund 2000 Leute pro Show», schätzt Joder. Laut einer gestrigen Medienmitteilung von Starlight Events haben sich bisher über 50000 Zuschauer vom Spektakel verzaubern lassen. Zum bisherigen Rekord von 5000 Zuschauenden an einem Abend habe UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon beigesteuert: «Er fuhr mit dem Auto vor und blieb dann vor dem Bundeshaus stehen», sagt Joder. Auch der Staatsgast kam nicht um ein Rendezvous herum. (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.10.2011, 10:44 Uhr

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