«Hinter Selden ist eine komplett neue Landschaft entstanden»
Aktualisiert am 12.10.2011 6 Kommentare
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Fritz Jost, der Chef des Kandersteger Gemeindeführungsstabs, sagte am Mittwoch auf Anfrage, hinter Selden sei «eine komplett neue Landschaft entstanden». Dort sehe es aus wie beim riesigen Murgang, der nahe der Lötschentaler Ortschaft Wiler die Strasse verschüttet hat.
Ganz zuhinterst im Gasterntal, am Kanderfirn, entspringt ja die Kander. Das ist der Fluss, der am Montag so viel Wasser führte wie im Durchschnitt nur alle hundert Jahre einmal und in Mitholz, weiter unten im Tal, grosse Schäden angerichtet hat.
Berggasthäuser intakt
Trotz allem scheinen die Bewohner des Hochtals auf über 1300 bis 1400 Metern über Meer noch Glück im Unglück gehabt zu haben: Laut Jost sind nämlich alle drei Berghotels und auch das Berghaus Gfellalp vom Wasser verschont geblieben und intakt. Die Existenz dieser Familien sei deshalb nicht gefährdet.
Nur etwa fünfzehn bis zwanzig Menschen leben laut Jost im Sommer ständig im Tal. Im Winter ist niemand oben; die steile Strasse hinauf zur Idylle wird nicht vom Schnee befreit.
Gemeindeangestellte sind nun daran, mit einem Bagger die am Montag vom Wasser beschädigte Strasse bis Selden wieder befahrbar zu machen. Bis Donnerstagabend sollte das geschafft sein. Hinter Selden brauche es eine komplett neue Strasse und eine neue Holzbrücke.
Die Leute im Gasterntal hätten schon viel erlebt, erzählt Jost weiter. «Ungewöhnlich war am Montag, dass innert sehr kurzer Zeit sehr viel Wasser und sehr viele Steine kamen.»
Kandersteg: Dank Hochwasser von 2005 verschont geblieben
Alt-Bundesrat Adolf Ogi zeigte seinem Freund Kofi Annan auf einer gemeinsamen Wanderung im Jahr 2000 Kandersteg und das Gasterntal. Der Tourismusort Kandersteg, wo Ogi aufwuchs, blieb am Montag praktisch unversehrt - dank den Massnahmen, welche die Gemeinde nach einem anderen Jahrhunderthochwasser ergriff, jenem von 2005.
Zum neuen Hochwasserschutzkonzept gehörte unter anderem die Verstärkung der Dämme entlang der Kander und ein Warnsystem. Dank ihm konnte der Gemeindeführungsstab am Montag rechtzeitig den Überlaufkorridor installieren.
Dieser künstliche Kanal aus Verschalungsbrettern führte laut Jost entlang dem Bahndamm kontrolliert fünf bis zehn Kubikmeter Wasser pro Sekunde ab - jene Menge, die sonst unkontrolliert über die Dämme ins Dorf geflossen wäre. (cls/sda)
Erstellt: 12.10.2011, 13:28 Uhr
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6 Kommentare
Frage an die lieben Journalisten, was hätte in diesem Fall mit der " Warnung " besser gemacht werden können? Es hat weder Tote noch Verletzte gegeben, also haben die örtlichen Behörden und Wehrdienste gute Arbeit geleistet! Gegen solche Wassermassen ist der Mensch machtlos, Schäden können nur durch Freilassen der Gefahrenzonen reduziert werden,was allerdings immer schwieriger wird . Antworten
Wer bitte ist die "Katastrophenwarnung"? Ist es umgangssprachlich einfach nur den imaginären schwarzen Peter? Wo hat denn nun die Katastrophenwarnung versagt? Wo es doch angeblich weder Tote noch Verletzte gab. Also hört auf, sich solche Fragen nach amerikanischen Denkmuster zu stellen. Ich klage an...... weil ich zu doof bin. Antworten
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