Region

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Haus nach Explosion nicht mehr bewohnbar

Von Lucia Probst. Aktualisiert am 03.07.2009

Die Hausbewohner der Büschiackerstrasse 61 müssen ihre Koffer packen. Ihre Wohnungen sind vorerst nicht bewohnbar. Weshalb es am Mittwoch zur Explosion kam, ist noch unklar.

1/18 66-12373379.JPG
Schutt und Asche vor dem Haus.
Bild: Urs Baumann

   

Artikel zum Thema

TeleBärn-Video

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Von der orangen Sonnenstore sind nur noch ein paar Fetzen auszumachen. Die Halterung hängt schief herunter. Die Fensterrahmen sind völlig verkohlt. Die Scheiben zerborsten. Überall hat es Scherben im Gras. Und ein Rauchgeruch liegt in der Luft. Wucht und Hitze waren gewaltig, als es am Mittwochabend kurz nach 18 Uhr in der Hochparterre-Wohnung an der Büschiackerstrasse 61 in Schliern bei Köniz zu einer Explosion gekommen ist. Es brauche Zeit, die Identität des Opfers zu klären, heisst es seitens der Polizei. Doch bei der Frau, welche die Feuerwehr nur noch tot auf dem Balkon bergen konnte, dürfte es sich um die 55-jährige Bewohnerin der Viereinhalbzimmerwohnung handeln. Was zur Explosion führte, bleibt unklar. Die Spezialisten des Branddezernats ermittelten gestern weiter.

Gasflaschen sichergestellt

Klar ist jedoch: Die allein stehende Frau war auf Sauerstoff angewiesen und hatte Sauerstoff-tanks in ihrer Wohnung. «Sie war eine Patientin von uns», bestätigt Hendrik Baumgartner, Leiter der Regionalstelle Bern der Lungenliga. Er kam gestern Morgen vor Ort, um sich ein Bild von der Situation zu machen. «Die Tanks sind ganz», sagt Baumgartner nach einem Augenschein. Einzig die Kunststoffteile seien geschmolzen. «Ich habe auch noch nie gehört, dass eine solche Flasche explodiert wäre.» Viele Leute seien auf Sauerstoff angewiesen: «Sie sollen jetzt nicht in Panik geraten.»

Auch Jürg Schlichting, der auf der Abteilung Sicherheit in Köniz für die Feuerwehr zuständig ist, winkt punkto Sauerstoffflaschen als Brandursache eher ab: «Sauerstoff ist zwar brandfördernd, doch solche Flaschen explodieren nicht einfach so.» Die Polizei hält nur fest, sie habe «Gasflaschen» sichergestellt.

Küche ohne Gasherd

Im Haus wird nicht mit Gas gekocht oder geheizt. Trotzdem scheint es sich um einen Gasunfall gehandelt zu haben. «Meine Tochter hat das Gas gesehen, das ausgeströmt ist», erzählt eine Nachbarin. Es habe zuerst nur gezischt und keine Flammen gegeben. Eine andere Nachbarin berichtet von einem «riesigen Chlapf» und enorm viel Rauch. Ein Nachbar habe darauf versucht, mit dem Gartenschlauch ans Werk zu gehen. «Er hat jetzt eine Rauchvergiftung.» Laut Polizei konnte der Mann aber gestern das Spital wieder verlassen.

Mit rund 60 Mann war die Feuerwehr Köniz am Mittwoch vor Ort, unterstützt von vier Mitgliedern der Berufsfeuerwehr Bern. Bis gestern um 10 Uhr hielten noch sechs Mann Brandwache. «Das war schon kein alltäglicher Einsatz für uns», sagt Jürg Schlichting. Mit der Feuerwehr seien sofort auch Spezialisten an den Brandort gekommen. «Sie haben rasch mit der Spurensicherung begonnen und Anwohner befragt.» Das sei alles sehr ruhig und gezielt abgelaufen. Ebenfalls vor Ort war ein vierköpfiges Careteam, das sich um die Leute kümmerte. Die Anwohner waren auch gestern sichtlich gezeichnet von den Ereignissen. Alle 18 Wohnungen des Gebäudetrakts an der Büschiackerstrasse 59 bis 63 waren am Mittwoch vorerst evakuiert worden. Um 22 Uhr gab es dann für die Bewohner der Gebäude 59 und 63 Entwarnung. Sie konnten zurückkehren. An der Büschiackerstrasse 61 hingegen war an ein Übernachten nicht mehr zu denken. Die Bewohner kamen alle privat unter.

Schutzmasken nötig

Gestern wurde dann klar, dass die Hausbewohner für längere Zeit nicht zurück können. «Der Schaden ist sehr gross», erklärte Hausverwalter Erich Weber an einer Orientierung. «Es ist unmöglich, so weiter hier zu wohnen.»

Mit Schutzmasken bestückt konnten die Bewohner ins Haus, um das Allernötigste zu holen. Bis am Nachmittag hatte die Verwaltung für sie Ersatzwohnungen in Köniz und Ittigen organisiert. Auch die Gemeinde hätte Hand geboten. «Die Leute sollen spüren, das wir sie nicht alleine lassen», so Gemeinderätin Marianne Streiff (EVP), die gestern nochmals an den Unglücksort gekommen ist. «Zu wissen, dass ihre Wohnungen nicht mehr brauchbar sind, ist happig.»

Derweil hat Immobilienverwalter Erich Weber alle Hände voll zu tun. Er hat eine langjährige Mieterin verloren. «Die verwitwete Frau hat seit 1988 hier gewohnt», erzählt er. Ihre Wohnung sei komplett ausgebrannt. Backsteine seien lose, an den Wänden sei der Verputz weggerissen und die Decke bis zum Beton zerstört. «Es muss zwei bis drei Explosionen gegeben haben.» Den Sachschaden aber kann Weber noch nicht abschätzen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 03.07.2009, 10:14 Uhr


Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.

WERBEN SIE ONLINE

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie gerne.

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.