Haus der Religionen nimmt Formen an
Von Hannah Einhaus. Aktualisiert am 30.04.2010
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Nun haben sie sich alle zusammengerauft: Die Religionsgemeinschaften des Vereins Haus der Religionen – Dialog der Kulturen, die dazu gehörende Stiftung, die Planer des Gesamtprojekts am Europaplatz und die Stadt. Seit acht Jahren tragen Pfarrer, Rabbiner, Imame und Priester sowie Interessierte am interkulturellen Dialogs die Vision mit sich, Gebetsräume der verschiedenen Religion unter einem Dach zu vereinen. Das Haus der Religionen sollte Teil eines grösseren Projekts mit Hotel, Wohnungen, Büros und Läden werden. Schon vor drei Jahren war eine Umsetzung unter der Führung des Berner Architekturbüros Bauart in greifbarer Nähe, eine Baubewilligung lag vor, doch die Suche nach Investoren harzte. Die Übernahme der Bauherrschaft durch die Zürcher Firma Halter AG hat neue Dynamik ins Spiel gebracht. Gestern haben die Beteiligten das neue, mehr auf Wirtschaftlichkeit getrimmte Projekt vorgestellt. Als «Ankermieter» wird ein Schweizer Grossverteiler die Verkaufsflächen mieten, ein Vorvertrag mit einem 3-Sterne-Hotel ist unterzeichnet. Namen nannte Markus Mettler, Geschäftsführer Halter Entwicklungen, nicht. Die Wohnungen und Büros werden erst ausgeschrieben. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, denn das Baugesuch wird demnächst eingereicht.
«Neues Wunder von Bern»
Der Europaplatz liegt im Herzen des Quartiers Ausserholligen, welches die Stadtplaner als dritten Entwicklungsschwerpunkt der Stadt Bern (ESP) ausgeschieden haben, neben dem Wankdorf und dem Bahnhof. Stadtpräsident Alexander Tschäppät bezeichnete Ausserholligen als «bisher mühsamsten» ESP und bezifferte das Potenzial dieses Gebiets: In diesem Raum könnten bis 7000 Arbeitsplätze und bis zu 800 Wohnungen geschaffen werden. Die Präsidentin des Vereins Haus der Religionen – Dialog der Kulturen, Gerda Hauck, bezeichnete den Durchbruch nach Jahren zähen Ringens als «Wunder». Das Europaplatz-Projekt kommt auf 70 bis 80 Millionen zu stehen, davon stammen gut 11 Millionen vom Verein beziehungsweise von der Stiftung. Laut Stiftungsrätin Regula Mader wird der Betrag finanziert durch Hypotheken, den Lotteriefonds, der Rudolf-und-Ursula-Streit-Stiftung und Einzelpersonen.
«Einmaliges Pilotprojekt»
Wenn keine weiteren Probleme bei der Planung, der Bauphase oder der Finanzierung auftauchen, dürfte das Haus der Religionen im Herbst 2013 bezugsbereit sein. Der Verein muss Ende Juni das jetzige Lokal an der Schwarztorstrasse verlassen. Ab Juli wird er sich an der Laubeggstrasse 21 einnisten, bis das neue Wunder von Bern wahr wird. (Berner Zeitung)
Erstellt: 30.04.2010, 07:43 Uhr
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