Region
Grosse Angst vor riesiger Industriezone
«Es geht nicht um uns»: Paul Schär, Besitzer Mosimann AG (Bild: Thomas Peter)
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Infoabend:
Freitag, 19.Februar, 20 Uhr, Mehrzweckhalle Oberwangen.
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«Man kann sagen, es geht nur um ein paar Quadratmeter, und wir machen ein grosses Gestürm.» Doch dem sei nicht so, sagt Markus Moser. «Das ist der Start für eine grössere Entwicklung.» Moser ist Präsident der Arbeitsgruppe für Planungsfragen im Wangental (APW). Und die hat wenig Freude daran, dass in Oberwangen Zonenpläne angepasst werden sollen, damit die Holzbau Mosimann AG aus Köniz bauen kann. Die Firma hat 2006 das Areal eines Auto-Occasionshändlers gekauft.
Tür und Tor geöffnet
Rund 900 Quadratmeter Land müssten eingezont werden. Zudem müsste auf der Parzelle eine maximale Gebäudehöhe von 15,8 statt 8,5 Meter erlaubt sein, damit die Mosimann AG neben Autobahn und Bahngeleise die für sie unabdingbaren Hallen erstellen kann (wir berichteten).
Doch diese Pläne werden zum Zankapfel. Denn für die APW ist klar: Damit öffnet man Tür und Tor, um dereinst die ganze Wiese zwischen Thörishaus und Oberwangen als Industrieland einzuzonen. Die Erschliessung mit Kanalisation und Strassen deute darauf hin. Überhaupt: «So eine Änderung müsste man im Rahmen der laufenden Ortsplanungsrevision angehen», sagte Moser gestern vor den Medien. Mit einem Infoabend und einer Petition will die APW mobilisieren. Auch der Verein zum Schutz des Kulturlandes wehrt sich.
Umzug ist dringend«Es geht gar nicht um unser Projekt», ist Paul Schär überzeugt. Er fühlt sich missbraucht. «Die Arbeitsgruppe hat einfach Angst, dass im Wangental zu viel eingezont wird.» Schär ist Chef der Hector Egger Holzbau AG in Langenthal und hat Mosimann 2004 übernommen. «Wir müssen weg aus dem Zentrum von Köniz.» Dort könne sein Betrieb nicht mehr optimal produzieren. Letztes Jahr hätte Schär bauen wollen. Doch die Änderungen des Zonenplans ziehen sich auch hin, weil das Amt für Gemeinden und Raumordnung interveniert hat. Es verlangte eine Abstimmung. Sie ist für Juni geplant. Schär macht klar: Ein Nein könnte das Ende für die Mosimann AG bedeuten. 60 Arbeitsplätze soll es in Oberwangen geben. Bis 12 Millionen Franken will Schär investieren.
Nicht auf Eis legen
Schär sei ein innovativer Arbeitgeber, lobt Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP). Man wolle ihn nicht verlieren. «Wir können nicht alle wichtigen Projekte bis zum Ende der Ortsplanungsrevision auf Eis legen.» Auch der Gemeinderat wolle im Wangental Grüngürtel erhalten. Bis 2025 gebe es sicher keine weiteren Einzonungen mehr, nachher höchstens massvolle. Aus dieser kleinen Einzonung jetzt den Niedergang des Wangentals abzuleiten, sei «polemisch und fahrlässig», findet Sedlmayer. (Berner Zeitung)
Erstellt: 09.02.2010, 08:47 Uhr
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