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«Gierig, gieriger, Berner Gemeinderat!»

Von Tanja Kammermann, Perrine Bischof. Aktualisiert am 02.02.2012 6 Kommentare

Die angestrebte Lohnerhöhung der Berner Gemeinderäte gibt zu diskutieren. Die meisten Leser von Bernerzeitung.ch sind wütend und halten das Vorhaben für eine eine absolute Frechheit.

Gemeinderat informiert über  neues Lohnmodell für die Stadtverwaltung . V.l.n.r.: Stadtpräsident Alexander Tschäppät und Gemeinderätin Barbara Hayoz .

Gemeinderat informiert über neues Lohnmodell für die Stadtverwaltung . V.l.n.r.: Stadtpräsident Alexander Tschäppät und Gemeinderätin Barbara Hayoz .
Bild: Urs Baumann

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«So eine Unverschämtheit! Das würde sich eine bürgerliche Regierung nie erlauben!», schreibt Paul Haas stellvertretend für viele Bernerzeitung.ch-Leser. Auch Leserin Soraya Moana reagiert wütend über das Vorhaben des Gemeinderats: «Jetzt reicht es aber! Gierig, gieriger, Berner Gemeinderat. Nur einsacken aber nichts leisten? Sparen tun sie überall, nur nicht bei sich selber.»

René Widmer findet, bereits heute sei die Obergrenze mit 200'000 Franken hoch genug. «Die linken und grünen Berner Politiker und Staatsangestellten sollen nicht immer nur schön schwätzen, sondern mit gutem Beispiel vorangehen! Löhne über 200'000 Franken gibt es wohl in der Privatwirtschaft nirgends über längere Zeit, bei Firmen, welche immer Verluste schreiben.»

Leser Arthur Flückiger, dessen Sohn bei der Stadt arbeitet, kritisiert, dass sich die Lohnschere bei den Stadtangestellten zu stark öffnet: «Mein Sohn arbeitet in einer Kindertagesstätte der Stadt Bern als ausgebildeter Kleinkinderzieher zu einem lausigen Lohn. Laut Leiterin müsste er eigentlich besser bezahlt werden. Das Lohn-Budget reiche dafür aber offenbar nicht aus. Jetzt wissen wir warum! Wie wäre es mal mit Lohnerhöhungen an der Basis, diese Leute arbeiten hart und mit sehr viel Verantwortung.»

Schwierig, Gemeinderäte zu finden

Rückendeckung erhält der Gemeinderat fast keine. Leser Christian Grogg reagiert aber mit Fragen auf die Kritik anderer Kommentarschreiber: «Kennen Sie denn das Arbeitspensum und die Verantwortung dieser Mitarbeiter? Haben Sie eine Ahnung, wie viel diese Leute für die gleiche Leistung in der Privatwirtschaft verdienen würden? Es wird immer schwieriger, überhaupt noch Gemeinderäte zu finden! Das sagt einiges.»

Paul Rohner hält mit einer Rechnung entgegen:« Gehen wir von einem behaupteten 16 Stunden Arbeitstag aus. Offensichtlich sind mindestens eine Gemeinderätin und der Stapi in keiner Weise ausgelastet. Ansonsten könnten diese nicht zusätzlich im Nationalrat beisitzen. Für den Stapi macht dies dann ca. 250’000 Stapi-Lohn plus 150’000 Lohn aus dem Nationalrat. Wenn es so schwer wäre Gemeinderäte zu finden, wieso stellen sich jeweils so viele zur Wahl?»

«Aperöle ist gratis»

Gleich von mehreren Lesern mit Spott eingedeckt wird Stadtpräsident Alexander Tschäppät. Franz Anliker fragt sich beispielsweise, wieso der Stadtpräsident so viel Geld braucht: Für sein teures Hobby «Aperöle» brauche er jedenfalls kein Geld, da werde er ja immer eingeladen.

Heinz Gerber findet, dass die Angestellten die richtigen «Chrampfer» seien. Er sehe die Aufgaben eines Gemeinderats, wie «Cüpli» trinken und toll Essen nicht als Arbeit, sondern als Erholung.

90 Prozent sind dagegen

Ein klares Resultat zeigt übrigens auch die Umfrage zum Thema auf Bernerzeitung.ch: 90 Prozent der 445 Teilnehmer (Stand: 15.45 Uhr) würden die Lohnerhöhung nicht unterstützen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.02.2012, 15:52 Uhr

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6 Kommentare

Werner Scheidegger

02.02.2012, 18:14 Uhr
Melden 17 Empfehlung

Es stehen ja bald Wahlen an. Da kann man die Gier korrigieren, wenn man will. Antworten


Hans Zimmermann

02.02.2012, 18:38 Uhr
Melden 17 Empfehlung

Wenn man einem Strassenbauarbeiter etwas mehr geben will ist das OK. Bei dem soll es aber bleiben. Es ist etwas billig zu behaupten die Stadtbehörde könne keine guten Kaderleute wegen des weniger konkurrenzfähigen Lohnes anstellen. Es gibt noch heute in der Privatwirtschaft sehr gut gutausgebildete und ausgewiesene Kaderleute welche nach wie vor nicht über Fr. 120'000.- Jahressalär verdienen. Antworten




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