Freude über S-Bahn-Halt
Von Lucia Probst. Aktualisiert am 08.12.2011 1 Kommentar
Am 11.Dezember wird man sich im Wangental zuprosten: Dann hält mit dem Fahrplanwechsel die S1 neu wieder in Thörishaus Dorf. Deshalb lädt der Ortsverein am Bahnhof zum Apéro.
Seit 2008 gilt durchs Wangental der Halbstundentakt der S1 und der S2. Abgeschafft wurde damals die S11 zwischen Bern und Freiburg, die nur in Stosszeiten verkehrte und Freiburgern ein rasches Pendeln nach Bern ermöglichte.
Weil die S11 wegfiel, wurden nicht zuletzt auf Druck aus Freiburg die Stopps der S1 gestrafft. In Ausserholligen, Oberwangen und Thörishaus Dorf sowie Station hielt sie neu nicht mehr. Das aber verschlechterte die Verbindungen aus dem Wangental nach Freiburg massiv.
Wieder den Zug statt das Auto
Drei Jahre lang haben sich nun die Ortsvereine des Wangentals mit den Gemeinden Köniz und Neuenegg für den erneuten Halt eingesetzt. «Mit dem Zug nach Freiburg zu pendeln, wurde für uns praktisch unmöglich», sagt Barbara Rothen, Vizepräsidentin des Ortsvereins Thörishaus. Jetzt wird sie ihr Auto wieder daheim stehen lassen. «Das werden auch andere tun, denn mit der S1 ist man viel schneller», ist Rothen überzeugt.
Auch beim Kanton Bern ist man froh darüber, den Halt in Thörishaus Dorf wieder einführen zu können. «Das war ein langer Aushandlungsprozess zwischen uns und Freiburg», sagt Christian Aebi, stellvertretender Vorsteher des Amts für öffentlichen Verkehr.
Viertelstundentakt als Ziel
Gleich wie früher wird es aber nicht: «Mehr als ein zusätzlicher Stopp im Wangental liegt nicht drin, sonst fällt die Fahrplankonstruktion auseinander», sagt Aebi. Die Ortsvereine mussten sich deshalb auf einen Halt einigen. «Gemeinsam haben wir uns für Thörishaus Dorf entschieden», sagt Barbara Rothen. Aufgrund der Nachfrage war das auch der von den Behörden und der BLS favorisierte Bahnhof.
«Natürlich wäre es schön gewesen, wenn wir auch zum Zug gekommen wären», sagt Christine Stalder, Präsidentin des Ortsvereins Oberwangen. «Jetzt ist es nur ein Halt, und das ist auch in Ordnung.» Der Gesamtbevölkerung bringe dieser am meisten.
Langfristig ist laut Christian Aebi ein Viertelstundentakt der S-Bahnen im Wangental mit Halt an allen Stationen das Ziel des Kantons Bern. «Bis wir so weit sind, wird es noch mindestens zehn Jahre dauern, da grössere Ausbauten zwischen Gümligen und Münsingen nötig sind», so der Verkehrsexperte.
«Wir sind sehr stolz darauf, dass wir mit unserem Widerstand etwas erreicht haben», sagt derweilen Barbara Rothen. Die Züge der S1, die am 11.Dezember um 10.54 Uhr aus Bern und 11.01 Uhr aus Freiburg in Thörishaus eintreffen, werden deshalb feierlich begrüsst.
Apéro: Sonntag, 11.Dezember, kurz vor 11 Uhr, Bahnhof Thörishaus Dorf. (Berner Zeitung)
Erstellt: 08.12.2011, 07:59 Uhr
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1 Kommentar
das ist eine katastrophe......völlig unnötig......als pendler hat man jetzt länger.....die s1 wird nun deutlich unattraktiver.....die 1-2 personen die davon profitieren...na ja......als nächste werden sicher die einwohner von oberwangen und bern-ausserholligen einen halt verlangen.......umsatteln auf den pw kommt wieder in mode.... Antworten
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