Fachmärkte: Bald werden die Fahrten auf der Feldstrasse gezählt
Von Anna Tschannen. Aktualisiert am 21.02.2011 8 Kommentare
Neuer Fachmarkt
Gegen das Bauvorhaben der Implenia auf dem Gümligenfeld ist eine Einsprache eingegangen. Eingereicht haben sie der VCS sowie das Podium Tannacker und Gümligenfeld, die sich um das Verkehrsaufkommen auf dem Gümligenfeld sorgen.
Implenia plant, neben dem Media-Markt-Gebäude einen Fachmarkt zu bauen. Für das Gebäude besitzt das Bauunternehmen eine Bewilligung. Das Verwaltungsgericht forderte zusätzlich ein Nutzungsgesuch, das Implenia Ende 2010 einreichte. Die Einspracheverhandlungen sind noch für Februar vorgesehen. Können sich die Parteien einigen, erfolgt der Baustart für den neuen Fachmarkt im Sommer.
Um die Fachmärkte auf dem Gümligenfeld tobt seit Jahren ein juristisches Hin und Her. Das Hauptproblem dabei ist die Anzahl der Fahrten von und zu den Fachmärkten. Das bereits bestehende Gebäude der HRS Real Estate, das den Media-Markt beherbergt, darf täglich maximal 2000 Fahrten verursachen. Die heutige Nutzung schöpft diese Fahrten gemäss Zählungen des Media-Markts nicht aus.
Auf der benachbarten Parzelle will das Bauunternehmen Implenia einen weiteren Fachmarkt mit einer gemischten Nutzung errichten. Das Baugesuch lag im Januar auf. Dieses würde ein Kontingent von 2500 Fahrten erhalten (1250 Zu- und Wegfahrten pro Tag).
Fahrtenzähler im Boden
Die Gemeinde Muri-Gümligen hat nun vor, ein Controlling-Organ ins Leben zu rufen, das die Fahrten beim Gümligenfeld genau zählt. Das wird auch im entsprechenden Amtsbericht des kantonalen Wirtschaftsamtes Beco, der integrierender Bestandteil des Bauentscheids ist, gefordert. Die Gruppe wird in Kürze konstituiert. Sie soll noch im ersten Halbjahr 2011 erstmals zusammenkommen, um ihr Vorgehen zu besprechen, wie Rolf Eberhard, Leiter Hochbau und Planung der Bauverwaltung Muri-Gümligen, sagt. In dieses Gremium werden alle Betroffenen Einsitz nehmen: Nebst der Gemeinde ist auch das Beco mit von der Partie. Dazu kommen die Eigentümerinnen Implenia und HRS Real Estate sowie das Reitsportzentrum, das ebenfalls im Gümligenfeld angesiedelt ist.
Wie das Erfassungssystem aussieht, ist momentan noch unklar. Möglich ist, dass auf der Feldstrasse, beim Eingang zum Areal, ein Zähler im Boden installiert wird. «So können wir die Gesamtzahl der durchfahrenden Autos erfassen. Mit den Zählungen bei den einzelnen Parkplätzen finden wir schnell heraus, wer sein Kontingent einhält und wer nicht», sagt Eberhard. Zuerst wird ein Jahr lang gezählt. Dann werden allfällige Sünder mit Massnahmen wie beispielsweise höheren Parkgebühren belegt.
Allgemein gültige Zahlen
Vordringliches Ziel ist allerdings, Zahlen zu erhalten, die von allen Seiten akzeptiert sind. Heute stützen sich die Prognosen auf Berechnungen des Kantons und Zahlen, die von den Betroffenen selbst geliefert werden.
Diese genügen vor allem dem VCS und dem Podium Tannacker und Gümligenfeld nicht. Diese Organisationen stehen der Verkehrsentwicklung im Gümligenfeld kritisch gegenüber und haben bereits eine ganze Reihe von Einsprachen eingereicht. Die jüngste betrifft das Baugesuch für die Nutzung durch die Implenia (vgl. Kasten). (Berner Zeitung)
Erstellt: 21.02.2011, 07:13 Uhr
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8 Kommentare
Und die ersten Eigentümer der Feldstrasse verkaufen bereits wieder. Das Reitsportzentrum Gümligen an Ende der Feldstrasse steht zum Verkauf. Wer will so ein Gewerbeobjekt kaufen, wenn er weiss, dass um jede Autofahrt "gestürmt" wird. Wie sollen die Fahrten gezählt werden? Die Fahrten dürften nur angerechnet werden, wenn auch wirklich parkiert wird sonst nicht. Big Brother watching you. Antworten
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