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Exodus bringt leere Büros in der City

Von Christian Zeier. Aktualisiert am 08.02.2012 9 Kommentare

In wenigen Jahren dürfte sich der Büroleerstand in der Stadt Bern mehr als verdoppeln. Der Grund: Immer mehr grosse Firmen und Ämter zügeln nach aussen an die Peripherie.

Leerstand Büronutzflächen in Bern.

Leerstand Büronutzflächen in Bern.

Im Dienstleistungszentrum Wankdorf City entstehen 4000 Arbeitsplätze. (Bild: Andreas Blatter)

In Bern bahnt sich ein Exodus aus der Innenstadt an. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die den verfügbaren Büroraum in verschiedenen Gebieten des Wirtschaftsraumes Bern untersucht hat. In der Altstadt etwa hat sich der Leerstand im Vergleich zum Stichtag von 2010 beinahe verdoppelt (von 1,7 auf 3,2 Prozent); im Stadtteil Länggasse stehen nun gar 4,7 statt 0,3 Prozent aller Büroräumlichkeiten zur Verfügung. Im Klartext heisst das: Der Wegzug von Firmen aus der Innenstadt hinterlässt eine Lücke, die bislang noch nicht gefüllt werden konnte.

9000 Stellen in Bewegung

Dass sich die SBB, die Postfinance, Swisscom oder das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation bald im Norden niederlassen, ist seit längerem bekannt. Die gestern veröffentlichte Studie des Immobilienunternehmens Colliers International Schweiz zeigt nun aber erstmals das ganzheitliche Ausmass des grossen Firmenumzugs: Alleine 4000 Arbeitsplätze werden bis 2014 im neuen Dienstleistungszentrum Wankdorf City konzentriert, der künftige Hauptsitz der Postfinance beim Eishockeystadion birgt 850 Arbeitsstellen, an der Ittiger Ey finden 2000 Personen einen neuen Arbeitsplatz und auf dem Areal Meielen in Zollikofen sowie neben dem Liebefeld-Park werden es je rund 700 sein.

«Die Unternehmen konzentrieren ihre Kräfte», sagt Daniel Stocker, Leiter Research&Market Analysis bei Colliers International Schweiz. Den Trend beobachte man auch in anderen Schweizer Städten – allen voran Zürich. «Weil es nicht möglich ist, eine solche Konzentration im Zentrum durchzuführen, wandern die Firmen an die Peripherie ab», erklärt Stocker. Die günstigeren Mietbedingungen seien dabei ein zusätzlicher Anreiz.

Leerstand steigt stark an

Während sich die Agglomeration über den Zuwachs freuen darf, wird in der Stadt Bern immer mehr Bürofläche frei. «Bis 2014 rechnen wir mit einem Leerstand von 7 Prozent», sagt Daniel Stocker. Ein starker Anstieg, wenn man die Prognose mit dem heutigen Wert von knapp 3 Prozent vergleicht.

«Das muss aber nicht unbedingt negativ sein», sagt der Immobilienexperte. Erstens sei ein solcher Wert im internationalen Vergleich immer noch Durchschnitt, zweitens könne man einen gewissen Leerstand auch als Chance begreifen: «Für die Wirtschaftsförderung ist das sicher nicht schlecht. Gut möglich, dass die freie Fläche vermehrt KMU in die Stadt zieht.» Verstärkt werden könnte dieser Effekt laut Stocker durch eventuell sinkende Mietpreise: «Wenn das Angebot steigt, geraten die Tarife unter Druck.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.02.2012, 07:16 Uhr

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9 Kommentare

Adriano Granello

08.02.2012, 07:54 Uhr
Melden 27 Empfehlung

Zahlreiche mit Büros belegte Standorte im Stadtzentrum waren einst Wohnungen. Die Rückwandlung dieser Liegenschaften in Wohnraum wäre naheliegend und würde einem echten Bedürfnis entsprechen. Antworten


Peter Münger

08.02.2012, 09:24 Uhr
Melden 11 Empfehlung

Dies könnte eine Chance sein für Bern. Wenn es so ist, so könnten die Büros wieder zu dem gemacht werden für was sie gebaut wurden, zu Wohnungen. Wer möchte aber noch in der Stadt Bern leben? Das Gewerbe wurde vertrieben, Firmen scheuen Bern und Familien mit Kindern wollen gute Schulen und ziehen auf das Land. In der Stadt ist es dreckig. Derweilen möchte RG den Bremer opfern. Antworten



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