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Es sieht schlecht aus für das Mini-Disneyland in der Ka-We-De

Von Tobias Habegger. Aktualisiert am 30.11.2011 2 Kommentare

Die Sportdirektorin Edith Olibet (SP) will die Ka-We-De zu einem Freizeitpark machen. Doch nun liegt eine Machbarkeitsstudie vor, die diesen Plänen schlechte Noten erteilt.

Schlittschuh laufen in der Ka-We-De: Wie lange ist dieser Spass im Kirchenfeld noch möglich?

Schlittschuh laufen in der Ka-We-De: Wie lange ist dieser Spass im Kirchenfeld noch möglich?
Bild: Urs Baumann

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Der Kampf der Quartierbevölkerung für den Erhalt der Ka-We-De scheint sich zu lohnen. Die von der Stadt geplante Schliessung der Anlage haben die Menschen aus dem Kirchenfeldquartier mit 6600 Unterschriften bereits abgewendet. Nun verflüchtigen sich auch die Umnutzungspläne von Gemeinderätin Edith Olibet (SP) und von Sportamtleiter Roger Schnegg.

Im Februar 2011 hatte Roger Schnegg verkündet: «Die Ka-We-De soll zum Freizeitpark werden.» Die Eisbahn und das Wellenbad kämen weg. Dafür gebe es ein Gartenschachspiel, eine Bocciaanlage, einen Skaterpark, einen Abenteuerspielplatz, einen Veloparcours, eine Kletterwand, ein Eisfeld aus Kunststoff, ein Trampolin, Minifussballfelder und einen Wasserpark für Kinder.

Wieder protestierte die Quartierbevölkerung. «Wir wollen die Ka-We-De erhalten, wie sie ist. Wir wollen kein Mini-Disneyland», sagten Ka-We-De-Kämpfer an einer Podiumsdiskussion.

Nun erhält die Ka-We-De-Lobby Unterstützung in Form einer Machbarkeitsstudie, die dieser Zeitung vorliegt. Der Auftrag zu dieser Studie kam von den Stadtbauten Bern. Im 65 Seiten umfassenden Papier empfiehlt das Zürcher Architekturbüro Ernst Niklaus Fausch, die von Roger Schnegg und Edith Olibet bevorzugte Variante nicht weiter zu vertiefen. «Der Standort ist für Trendsportarten kaum geeignet», steht in der Machbarkeitsstudie.

Status quo oder verkleinern

Die Zürcher Architekten schlagen vor, lediglich zwei Varianten weiterzuverfolgen. Das wäre einerseits der Erhalt des Status quo mit der Eisbahn im Winter und dem Wellenbad im Sommer. Und anderseits die Verkleinerung des Nichtschwimmerbeckens um die Hälfte. Der dadurch gewonnene Platz soll zum Sandstrand werden. Das Wellenbad soll einem Schwimmbecken weichen und die Eisbahn im Winter zugunsten einer Plastikeisfläche verschwinden.

Für Eva Zbinden Kaessner vom Komitee Ka-We-De ist klar: «Wir kämpfen jetzt erst recht für den Erhalt des Status quo.» Die Resultate der Machbarkeitsstudie wertet sie als Erfolg.

Kosten sind gleich hoch

Brisant: Die Investitionskosten für den Erhalt des Status quo sind gemäss der Machbarkeitsstudie mit 30 Millionen Franken etwa gleich hoch wie die Kosten für die Umnutzung. «Jetzt wissen wir, dass die Ka-We-De auch aus finanzpolitischer Sicht zu retten ist», sagt FDP-Stadtrat Alexandre Schmidt. «Der Gemeinderat hat bisher immer die hohen Sanierungskosten als Argument gegen den Erhalt des Status quo erwähnt.»

Sportamtleiter Roger Schnegg stellt klar: «Wenn wir auf den Winterbetrieb mit der Eisbahn verzichten würden, könnte die Stadt jährliche Betriebskosten von 1,2 Millionen Franken sparen.» Dieses Argument lässt Eva Zbinden Kaessner nicht gelten. «Die Ka-We-De ist ein Teil von Bern, ein einmaliges Bauwerk, ein Monument.» Diese Anlage müsse der Stadt Bern etwas wert sein. «Für den Schutz der Altstadt geben wir ja auch Geld aus.»

Die beliebteste Eisbahn Berns

Der geplante Verzicht aufs Eisfeld wurde bisher mit den sinkenden Eintrittszahlen begründet. Auch hier zeichnet die Machbarkeitsstudie ein differenziertes Bild: Zwar gehen in Bern immer weniger Menschen eislaufen, doch die Zahlen bei der Ka-We-De sind seit den 70er-Jahren konstant. Im Jahr 2010 war die Ka-We-De sogar die beliebteste Eisbahn in der Stadt Bern.

«Die Ehre der Ka-We-De ist mit dieser Studie wiederhergestellt», sagt Stadtrat Alexandre Schmidt. Er bezeichnet die Studie als Zwischensieg. «Zum Glück haben wir vor einem Jahr auf unser Bauchgefühl gehört. Unser Kampf für den Erhalt der Ka-We-De war goldrichtig.»

Sven Baumann, Generalsekretär von Gemeinderätin Edith Olibet, sagt: «Die Machbarkeitsstudie bestätigt unsere Annahmen, wonach es in der Stadt Bern zu viel Eisfläche gibt.» Er sieht in der Studie keinen Widerspruch zu bisher gemachten Aussagen aus der Direktion von Edith Olibet. Ob die Idee des Freizeitparks nun vom Tisch sei, entscheide der Gemeinderat bis Ende Jahr. (Berner Zeitung)

Erstellt: 30.11.2011, 06:26 Uhr

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2 Kommentare

Bernhard Eicher

30.11.2011, 08:26 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Die Studienergebnisse sind interessant - besonders die Tatsache, dass mit einer Umnutzung kaum Geld gespart werden kann. Nun sollte definitiv klar sein: Die Ka-We-De bleibt! Antworten


B. Habegger

30.11.2011, 07:42 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Bern fehlt es an allen Ecken an Geld, aber nie wenn es um unsinniges Machbarkeitsstudien oder das Durchzwängen von Bauten usw. geht! Über den KA-WE-DE-Freizeitpark wird nun wie immer diskutiert und debatiert bis ihn Frau Olibet durchgezwängt hat. Logo wäre ja nicht SP/Bern. Antworten



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