Eisige Gefahr für die Früchte

Die vergangenen frostigen Nächte haben in der Landwirtschaft im Seeland Schäden verursacht. Erfrorene Bohnen, Erdbeeren und Spargel bringen den Bauern hohe Ertragseinbussen.

Zugedeckt: Vliese sollen die Kirschbäume vor den frostigen Temperaturen in der Nacht schützen.

Zugedeckt: Vliese sollen die Kirschbäume vor den frostigen Temperaturen in der Nacht schützen. Bild: Stefan Leimer/BT

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Daniel Weber hat die letzten Nächte kaum geschlafen. Der Gemüsebauer aus Gerolfingen sagt, dass er noch nie in seinem Berufsleben eine solche Situation erlebt habe: Eisige Kälte plus eine hartnäckige Bise – und das in einem Moment, in dem bei seinen Obstbäumen die Blüte schon durch ist und sich die ersten kleinen Früchte zeigen. «Der Frost hat bei mir schon einzelne Zwetschgen zerstört. Noch mehr solche Nächte wären sehr schlimm», sagt er.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sank das Quecksilber in der Schweiz stellenweise deutlich unter den Gefrierpunkt. Den Landwirten bereitet diese Kälte grosse Sorgen. Denn durch den bisher sehr milden Frühling sind die Pflanzen und Bäume bereits weit entwickelt – und damit besonders anfällig für Frost.

Grosses Schadenspotenzial

Von den nächtlichen Minusgraden sind auch die Gemüsebauern im Seeland betroffen. So sagt Christian Bucher, Leiter der Fachstelle für Gemüsebau des Kantons Bern: «Das Problem ist, dass wir durch den bisher sehr schönen Frühling etwa zwei Wochen Vorsprung auf andere Jahre haben.»

Das heisst, dass die Bauern schon viele Gemüsearten gepflanzt haben. Zum Gemüse, das besonders gefährdet ist, zählt Bucher Zucchetti, Frühkartoffeln, Kohlrabi, Chinakohl und Salate. Junge Pflanzen würden bei starkem Frost erfrieren und danach absterben. Und auch wenn die Pflanzen die kalten Nächte überleben, ist oft mit Ertragseinbussen und sichtbaren Schäden zu rechnen.

Um die Pflanzen vor der Kälte zu schützen, wenden die Landwirte verschiedene Methoden an. Christian Bucher von der Fachstelle für Gemüsebau nennt das Zudecken mit Vlies – wenn nötig mit mehreren Schichten – oder die Frostschutzbewässerung. Bei Letzterer werden die Pflanzen gezielt mit Wasser besprüht.

Die Schutzwirkung entsteht, weil das Wasser Wärme abgibt, wenn es gefriert. Die Frostschutzbewässerung verursacht allerdings einen grossen Aufwand, weil das Beregnen der Pflanzen die ganze Nacht über kontrolliert werden muss. Eine weitere Möglichkeit, die Pflanzen vor dem Frost zu schützen, sind Paraffinkerzen oder Holzschnitzelhaufen, die neben Obstbäumen angezündet werden.

Bielersee als Heizung

Mit einem blauen Auge davongekommen ist bisher der Winzer Adrian Klötzli vom Weingut zum Twannbach in Twann. «Der Bielersee speichert Wärme, was für unsere Reben wie eine Heizung wirkt», sagt Klötzli.

(Bieler Tagblatt)

Erstellt: 21.04.2017, 08:34 Uhr

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