Eine Kindertagesstätte für die Schulferien
Von Herbert Rentsch. Aktualisiert am 16.10.2010
20 Plätze im Jugendhaus
Das Ostermundiger Projekt «Ferieninsel» will die Betreuung von Kindergarten- und Schulkindern während der Ferien anbieten. Als Standort ist das Jugend- und Freizeithaus vorgesehen. Von den 13 Ferienwochen sollen 2013 zwei Wochen und 2014 vier bis sechs Wochen angeboten werden.
Es stehen 20 Plätze zur Verfügung. Sie stehen in erster Linie den Kindern offen, die in Ostermundigen den Mittagstisch oder die Tagesschule besuchen. Wenn Platz vorhanden ist, können auch andere Kinder teilnehmen.
Die Ferieninsel ist nicht gratis. Eltern müssen für ein Kind pro Halbtag einen Beitrag von Fr.12.50 bezahlen. Weitere Kinder einer Familie bezahlen ermässigte Tarife.hrh
Schulferien. Für Kinder und Jugendliche eine ersehnte Zeit ohne Unterricht und Hausaufgaben. Für berufstätige Eltern aber oftmals ein Problem. Wer soll ihre Kinder betreuen, wenn sie selbst ausser Haus sind? In den Ferien fallen einerseits die Kindergarten- und Schulstunden weg, andererseits stehen auch Tagesschulangebote und Mittagstische nicht zur Verfügung. Es gibt gar Elternteile, die wegen Ferien ihrer Kinder unbezahlten Urlaub nehmen müssen.
Interesse für 47 Plätze
In Ostermundigen liegen jetzt die Resultate einer Bedürfnisabklärung für eine «Ferieninsel» vor, eine Betreuungsorganisation für Kinder während der Ferienzeit. Eine überparteiliche Motion des Grossen Gemeinderates (Ortsparlament) gab dem Gemeinderat vor einem Jahr den Auftrag dazu.
160 Eltern, welche Kinder in einer familienergänzenden Betreuung haben, erhielten einen Fragebogen, 61 Bögen kamen zurück. Fazit der Umfrage: Das Bedürfnis für eine Ferieninsel ist vorhanden. Über die Hälfte der Eltern befürwortete eine solche. 47 Kinder wurden im Rahmen der Umfrage für die Ferieninsel gemeldet. Praktisch ausgeglichen ist die Anzahl der Kinder, welche das Angebot in den Frühlings-, Sommer- und Herbstferien nutzen würden.
Vorbehalt Finanzlage
Der Gemeinderat steht der Ferieninsel positiv gegenüber. Er schlägt dem Parlament vor, die Ferienbetreuung ins Leben zu rufen. Aber aus finanziellen Gründen soll diese erst 2013 starten – sofern die Finanzlage von Ostermundigen dannzumal besser ist als heute. Denn die Einrichtung kostet. Rund 12000 Franken müsste die Gemeinde für eine zweiwöchige Ferieninsel bezahlen. Würde die Betreuung vier oder gar sechs Wochen angeboten, so käme das netto auf 21000 Franken beziehungsweise 31000 Franken zu stehen.
Zwei Jahre Pilotprojekt
Der Gemeinderat schlägt vor, die Ferieninsel während zweier Jahre als Pilotprojekt durchzuführen, die erste, zweiwöchige während der Sommerferien 2013. Je nach Erfolg sollen 2014 zwei oder maximal drei Inseln zu zwei Wochen angeboten werden. Dann entscheidet der Gemeinderat, wie es mit den Ferieninseln weitergehen soll. Das Parlament behandelt den Antrag des Gemeinderates an seiner Sitzung vom 28.Oktober. (Berner Zeitung)
Erstellt: 16.10.2010, 10:55 Uhr
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