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Eindringlich, intim, explosiv
Von Maria Künzli . Aktualisiert am 02.07.2009 7 Kommentare
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Leserreporter
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Morgenröte und Abendsonne ziehen im Eiltempo über die Leinwand – als wärens kleine, in den Himmel steigende Explosionen. Bruce Springsteen, die Hemdsärmel hochgekrempelt, schreitet auf der kleinen Rampe Richtung Menschenmenge, die Gitarre locker umgehängt. Immer wieder sucht er den Kontakt zum Berner Publikum, dem er zu Beginn des Konzerts mit einer Akkordeonversion von «Wenni nume wüsst, wos Vogulisi wär» ein Ständchen brachte. Doch nicht das, sondern das schillernde «Outlaw Pete» seiner aktuellen CD «Working on a Dream», das eine skurrile, melancholische Geschichte erzählt, ist der erste Höhepunkt des Konzerts im Berner Stade de Suisse. Es ist Springsteens einziger Schweizer Halt auf der Welttournee. Das altersmässig sehr gemischte Publikum nimmt die Aufforderung zum Rocken an diesem noch frühen Sommerabend noch etwas verhalten klatschend an.
Pilotenbrille und Bluejeans
«Wie geht es euch? Ich bin glücklich, in Bern zu sein.» Die Auftaufloskel wirkt. Schon wedelt eine erste USA-Fahne aus dem Publikum. Einige wenige haben sich mit Cowboyhut auf Amerika getrimmt. Der 59-jährige Superstar verbreitet das Amerika-Klischee äusserlich weitaus unauffälliger: mit Pilotenbrille, Bluejeans und Ziegenbärtchen.
Von der ersten Minute an bietet Bruce Springsteen mit seiner E-Street Band eine energiegeladene Show mit vielen älteren Rocknummern wie «Badland», «Waiting on a Sunny Day» oder «Born to Run». Erst nach etwa einer Stunde – das graue Hemd ist schon lange triefend nass – gönnt sich «The Boss» mit dem nachdenklichen «Atlantic City» eine kurze Verschnaufpause. Eindringlich intim, mit geschlossenen Augen und durchdringender Stimme. Er sei nicht den ganzen Weg nach Bern gekommen, um «nur» das Haus zu rocken, erzählt Springsteen anschliessend. «We wanna build a house of love, hope and happiness.» Rocken und Glücklichsein also. Trotz oder gerade wegen der Probleme des kleinen (amerikanischen) Mannes, die Springsteen in seinen Liedern immer wieder besingt.
Auch wenn es eine Weile dauert, bis Springsteen auch die Menschen auf den Sitzplätzen zumindest zum Tanzen bringt: Nach der Eindämmerung und den einigen Zugaben – darunter das folkige «American Land» und «Dancing in the Dark» – hat er das Stadion in der Tasche. Höhe- und Schlusspunkt: «Rockin’ all over the World» von Status Quo.
Rockexplosionen
Während fast drei Stunden erfüllt der Rockstar Songwünsche, singt sich durch 30 Jahre Rockgeschichte, schreit, lacht und bringt die Mehrheit zum Mitsingen. Rund 40000 Menschen beschert er mit einigen wenigen langsamen Songs eindringliche, starke Momente. Kleine intime Inseln inmitten von vielen, in den Himmel steigenden Rockexplosionen.
(Berner Zeitung)
Erstellt: 02.07.2009, 10:20 Uhr
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7 KOMMENTARE
Er ist und bleibt "The Boss"!! 1988 im Joggeli, 2009 im Wankdorf ... und beide Male unschlagbar, grandios !! "He rocked the house" wie's kaum ein anderer vermag, bis auf die hintersten Plätze !! Wunderbar auch sein wiederholter Kontakt zu der jüngsten Generation der Konzertbesucher !! Von Hühnerhaut bis Schweissausbrüche hat er alles aus uns rausgeholt !! Sensationell und unvergesslich !!
War wirklich toll! Leider war zuerst der Sound tatsächlich schlecht, aber so ab dem 5. Song hats gepasst! Der Rest war einfach einzigartig! Würde es gerne mal sehen wenn Springsteen und Status Quo "Rockin' all over the World" gemeinsam bringen, da ginge wohl die Post ab! :-)
Nach über 20 Jahren habe ich den Boss mal wieder live erlebt. Ich muss sagen : es war gigantisch!. Ausser dass die Konzerte anstatt 5 "nur" noch 3 Std dauerten, hat Springsdeen nichts an Dynamik, Power, Energie und Stimmgewalt verloren. Wahnsinn.!! Das einzige was leider wirklich ganz miserabel war, war der Sound ! Grottig !. Riesen Kompliment an die SBB ! Super Abwicklung nach dem Konzert !
Dem "Boss" muss ein Kränzchen für Charsima und Rampensau-Qualitäten gewudnen werden. Er vermochte mich nach ca. 60 Minuten in den Bann zu ziehen und mitzureisen. Allerdings hat der Mischer auf der ganzen Linie versagt. Auf dem Balkon war der Sound zu grell, breiig, in den Mitten undifferenziert und vor allem - viel zu laut!!! Schade - denn das hat vielen den Genuss schwierieger gemacht.
Wir waren enttäuscht: Einerseits war die Soundqualität zu breiig und auch der Veranstalter hat u. E. versagt: Es ist zwar toll, wenn in Bern mal ein Spektakel geboten wird, aber für 160 chf wie eine Sardine im "Golden Circle" eingepfercht zu sein, das ist schlicht eine Frechheit. Bleibt die Erinnerung an die 80er Jahre und das tolle Album "Live 1975-1985". Wir sind um 21:30 Uhr gegangen...
Es war ein eindrückliches Erlebnis, musikalisch und auch organisatorisch perfekt! Zwei kleine Präzisierungen: Nicht Bruce sondern Nils Lofgren spielte das Vogellisi auf dem Akkordeon und Rockin’ all over the World» ist von exCCR John Fogerty und nicht von Status Quo.
Guten Tag Habe das erste Mal ein solches gigantisches Rock-Konzert besucht. Ich war mit meinem Partner und es hat uns sehr beeindruckt. Diese Gruppe hat wirklich alles gegeben. SChön, dass der Boss in Bern aufgetreten ist. Freundliche Grüsse SIeglinde Gafner + Marcel Häusermann
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