Edel-Burger von McDonald’s mit Käse vom Längenberg

OberbalmDerzeit wirbt McDonald’s auf allen Kanälen für seinen neuen Premium-Burger «The Prime». Der Käse, der darin steckt, kommt von den Längenberger Hügeln – die kleine Käsereigenossenschaft Borisried stellt ihn her.

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Am Wochenende ging Daniel Lauper bei McDonald’s essen. Ein spezielles Gefühl sei das gewesen, erzählt der Betriebsleiter der Käserei Borisried. Nicht weil er noch nie in einem Fast-Food-Restaurant war, sondern weil er einen «The Prime»-Burger bestellte. Denn den Käse, der im neuesten McDonald’s-Sandwich steckt, hat Lauper selbst produziert, in seiner kleinen Käserei auf dem Hoger hoch über Oberbalm. Der kleine Halbhartkäse heisst Edel-Suisse Rustique – die Fast-Food-Kette bewirbt ihn als «Urigen Bergkäse aus Borisried».

Der «Prime»-Burger wurde vom Oberländer Fernsehkoch René Schudel zusammengestellt, er bewirbt den teuersten Burger von McDonald’s auch mit seinem Namen. Schudel wollte einen Bergkäse darin haben. Da kam es gelegen, dass die Käsereigenossenschaft Borisried auf 878 Metern über Meer als Bergkäserei gilt, obwohl der Längenberg eher voralpines Gebiet ist. «Wir haben im vergangenen Herbst von einem Vermarkter davon gehört», erzählt Lauper. Darauf hat sich die Käsereigenossenschaft beworben und den Zuschlag schliesslich erhalten.

15 Gramm pro Burger

Zwischen der Bewerbung und dem Moment, als die ersten Burger mit dem Borisrieder Käse über die Theke gingen, war ein langer Prozess. «Wir schickten eine Käseprobe nach Boston, damit die Chefs von McDonald’s ebenfalls ihren Segen dazu geben konnten», sagt Lauper. Dann wurde getestet, ob die Verarbeitung in den Fast-Food-Küchen mit dem Edel-Suisse klappt. Erst als alles gesichert war, kam das Okay. Der Käse wird abgeholt, dann geschält und in sogenannte Schnitzel zerkleinert. Danach landen exakt 15 Gramm der Schnitzel in jedem «Prime»-Burger, der in der ganzen Schweiz erhältlich ist.

Innerhalb des nächsten Jahres kann die Käserei Borisried mindestens 30 Tonnen des Edel-Suisse an McDonald’s liefern. «Das ist ein grossartiger Auftrag, der uns die Existenz vorläufig sichert», sagt Lauper. Zudem kann die Genossenschaft den 16 Lieferanten genug für ihre Milch zahlen, das ist dem Käser wichtig. Er ist seit 2011 Betriebsleiter der Käserei und lebt zusammen mit seiner Frau und der kleinen Tochter im oberen Stock der Käserei.

84 Laibe pro Tag

Laupers kamen in einer Zeit des Umschwungs nach Borisried. Bis 2011 wurde dort ausschliesslich Emmentaler produziert. Als Investitionen anstanden, musste die Genossenschaft über die Bücher, weil die Preise für Emmentaler seit Jahren rückläufig sind. Eine Schliessung stand zur Debatte. Am Ende entschied sich die Genossenschaft, einen neuen Käse zu produzieren und in eine neue Käsepresse zu investieren: Das war die Geburtsstunde des Edel-Suisse. Lauper verkäst heute jeden Tag rund 5000 Liter Milch, daraus entstehen 84 Laibe Edel-Suisse à fünf Kilogramm. Diese ziert ein geschütztes Edelweissrelief. Mit dem Rest produziert er einen Borisrieder Käse für den Direktverkauf und noch einige Laibe Emmentaler.

Den Edel-Suisse gibt es als jüngere Classic-Version und als reiferen Rustique. Für den Classic hat die Genossenschaft mit der Migros-Tochter Mifroma letzten Sommer einen Exklusivvertrag abschliessen können – allerdings liegt der Absatz noch unter den Erwartungen. Da kam die neue Verkaufsmöglichkeit für den reiferen Rustique gerade recht: Sie verschafft der Genossenschaft Zeit, in Migros-Filialen auf Werbetour für den Käse zu gehen.

«The Prime» hat geschmeckt

Der Selbstversuch bei McDonald’s war übrigens ein Erfolg: Der «Prime»-Burger hat Daniel Lauper gut geschmeckt – es hätte allerdings seiner Meinung nach nicht geschadet, wenn ein bisschen mehr Käse darin wäre.

(Berner Zeitung)

(Erstellt: 05.04.2014, 15:41 Uhr)

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