EWB will 20 Ladestationen bauen

Das Energieunternehmen EWB plant, das Netz an Ladestationen für Elektroautos in der Stadt Bern zu verdichten. In diesem Jahr ist die Errichtung von zwanzig Stationen vorgesehen.

Unter Strom: Ladestationen werden in Bern bei immer mehr öffentlichen Parkplätzen zu sehen sein.

Unter Strom: Ladestationen werden in Bern bei immer mehr öffentlichen Parkplätzen zu sehen sein. Bild: Beat Mathys

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Der Präsident ist ein Vorreiter: Franz Stampfli, Verwaltungsratspräsident des Stadtberner Energieunternehmens EWB, fährt ein Elektroauto. Standesgemäss ist es ein Tesla, das meistverkaufte Elektroauto in der Schweiz. Und er ist damit sehr zufrieden.

Zwar sind die meisten Schweizer Autokäufer in Sachen Elektro­autos immer noch zurückhaltend: Nur rund ein Prozent der verkauften Autos hatten im vergangenen Jahr einen Elektroantrieb. Doch Stampfli und EWB-Chef Daniel Schafer wollen in diesem Bereich vorwärts­machen.

«Wir planen im laufenden Jahr den Bau von zehn bis zwanzig neuen Ladestationen», erklärte Schafer am Montag bei der Präsentation der Jahreszahlen. Das Ziel wird im Geschäftsbericht wie folgt beschrieben: «In enger Zusammenarbeit mit der Stadt soll ein Netz von öffentlichen und halböffentlichen Ladestationen entstehen.» Das Gebiet umschreibt EWB mit Stadt und Region Bern.

Wie viele zusätzliche Lade­stationen EWB bis Ende Jahr effektiv betreiben wird, hängt laut Schafer stark davon ab, wie rasch das Unternehmen die Baube­willigungen erhalten wird. Als Standorte kommen vor allem öffentliche Parkplätze infrage.

Mit der Initiative setzt EWB auch einen Auftrag der Stadt Bern um, der Alleinaktionärin des Energieunternehmens. In der neuen Eignerstrategie ist explizit festgehalten, dass der Betrieb eines Netzes von Lade­stationen eine Aufgabe von EWB ist.

Unternehmenschef Daniel Schafer will beim Aufbau des Netzes indes nichts überstürzen. «Der Umbau des Wagenparks braucht seine Zeit. Wir werden sicher keine Ladestationen auf Vorrat hinstellen», betont er.

Anschluss an Schweizer Netz

Für die Besitzer von Elektroautos ist es wichtig, dass sie ihren Wagen auch ausserhalb der Region laden können. Aus diesem Grund hat sich EWB dem Zugangs- und Abrechnungssystem Easy4you angeschlossen.

Dieses wiederum will sich mit dem anderen grossen Anbieter Move, hinter dem die Groupe E steht, zusammenschliessen. So werden den EWB-Kunden künftig schweizweit dreihundert Ladestationen zur Verfügung stehen.

Für Einfamilienhausbesitzer wird die Eigenproduktion von Strom für das Elektroauto immer mehr zu einem Thema. Auch solchen Kunden will EWB künftig eine Lösung anbieten können. Und wenn immer möglich aus einer Hand. «Doch in der Stadt Bern ist dies nicht der typische EWB-Kunde», räumt Schafer ein.

Ladestationen in Quartieren

Mengenmässig viel stärker ins Gewicht fallen dagegen die Vielzahl von Autos, die über Nacht in den Quartierstrassen parkiert werden. Auch diesen Autofahrern will Schafer mittelfristig eine Lösung anbieten. Eine Gedanke ist, die Strassenlaternen über ein intelligentes System anzuzapfen. Doch technologisch gibt es hier noch einige Probleme zu lösen.

Da die Zahl der Elektroautos wohl auch in den nächsten Jahren nicht exorbitant wachsen wird, stellt deren zusätzlicher Strombedarf für EWB noch keine Herausforderung dar. «Unsere Produktionskapazitäten sind gross genug, um die zusätzliche Stromnachfrage von Elektroautos decken zu können», betont Daniel Schafer. Selbst wenn das Atomkraftwerk Gösgen, an dem EWB einen Aktienanteil von acht Prozent hält, vom Netz geht.

Entsprechend hat sich EWB auch gegen einen Kauf von Be­teiligungen an Wasserkraftwerken entschieden, die der Oltner Stromkonzern Alpiq im vergangenen Jahr im Paket zum Kauf angeboten hatte. (Berner Zeitung)

Erstellt: 03.04.2017, 20:35 Uhr

Weniger Umsatz, mehr Gewinn und zwei Abschreiber

Tieferer Umsatz: Der Umsatz von EWB ist 2016 von 442,4 auf 413,3 Millionen Franken geschrumpft. Der Hauptgrund dafür sind laut EWB-Chef Daniel Schafer die tieferen Strompreise. EWB setzt rund die Hälfte des Stroms an Unternehmen ab, die sich am Markt eindecken können und sofort von tieferen Preisen profitieren. Die Haus­halte, die den Anbieter nicht wählen können, zahlten dagegen 2016 rund 1,1 Prozent mehr als 2015.

Mehr Gewinn: Beim Gewinn konnte EWB dagegen eine Verdopplung verbuchen. Von 16,3 auf 32,8 Millionen Franken. Im Jahr 2015 hatte eine Sonder­belastung im Zusammenhang mit dem Entsorgungsfonds für das AKW Gösgen die Rechnung mit 17,3 Millionen Franken ­belastet. Es gab indes auch 2016 eine Sonderbelastung: EWB musste auf ihrem Portefeuille an ausländischen Produktions­anlagen von erneuerbaren Energien einen Abschreiber von 7,4 Millionen Franken vornehmen.

Mehr Betrieb in der Energiezentrale: Die Energiezentrale von EWB war im vergangenen Jahr besser ausgelastet als in den Vorjahren. Die Gasturbine, mit welcher EWB im kälteren Halbjahr Strom und Wärme produziert, war während 4000 Stunden in Betrieb. Ein Rekord.

5-Millionen-Abschreiber auf Bären Haustechnik: Im vergangenen Jahr stellte EWB fest, dass sie die Bären Haustechnik AG um fünf Millionen Franken zu hoch bewertet hatte. Die Tochterfirma ist vor allem im Sanitärgeschäft tätig. EWB hat diese Firma von der Bären Elektro ­abgespalten. Der Interpretation, dass die Aufspaltung eine Vorbereitungshandlung für einen Verkauf der Bären Haustechnik AG ist, wollte Schafer nicht widersprechen.

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