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Drei Engel für die Agglomeration

Von Tanja Kammermann. Aktualisiert am 27.01.2010

Noch kennt kaum jemand die Berner Engel: Seit sieben Jahren singen Atomic Angels Songs von Abba und anderen Altmeistern. Jetzt wollen die drei Teenager aus Bethlehem und dem Spiegel mit einem eigenen Song durchstarten.

In den Startlöchern: die drei Engel Martina Lara, Michelle Corales und Francesca Lara (von links).

Iris Andermatt

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Kostprobe der Atomic Angels

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«Vielleicht werden wir ja in der Schweiz einen Nummer-1-Hit landen», antwortet Francesca auf die Frage, wo sie mit ihrer Band Atomic Angels in einem Jahr stehen möchte. Mit 15 Jahren ist sie die Älteste in der Gruppe. Auch ist die 8.Klässlerin der vorwitzigste der drei Engel und ehrgeiziger als die anderen, ihre 13-jährige Schwester Martina und die ebenfalls 13-jährige Michelle.

Francesca und Martina aus Bethlehem sind die Töchter philippinischer Einwanderer, die Wert legen auf ihre spanischen Wurzeln. Michelle ist halb Philippinin und halb Schweizerin und lebt mit ihrer Familie im Spiegel bei Köniz. Die drei Mädchen mit den langen schwarzen Haaren, die sich auf den ersten Blick verblüffend ähnlich sehen, starteten ihre Musikkarriere im Alter von sechs und acht Jahren mit Playbackshows. Dann folgten private Liveauftritte und Musikwettbewerbe wie zum Beispiel der kleine Prix Walo. Das Trio Atomic Angels wurde 2003 nach einem Kindervorsingen in einer katholischen Kirche gegründet.

«Singen ist Leben»

Nach jahrelangem Covern von Altmeistern wie ABBA soll jetzt der erste eigene Song ein neues Kapitel in der Bandgeschichte eröffnen. «Singen bedeutet für mich Leben» sagt Francesca. Schnell wird klar, wer hier welche Ziele verfolgen will. «Es war schon immer mein Traum, berühmt zu werden», sagt Francesca. Am liebsten würde sie sofort alles auf die Karte Musik setzen, nach Amerika zu ihrer älteren Schwester ziehen und Karriere machen. Doch der Teenager bleibt realistisch: «Ich will noch das KV machen.»

Michelle ist vernünftiger und will aufs Gymnasium, die Musik soll eine Nebensache bleiben. Bei der Castingshow «Deutschland sucht das Supertalent» letzten Herbst wurde Francesca von der Jury um Dieter Bohlen als «heisse Nummer» gelobt. Trotz einem guten Auftritt reichte es aber nicht für das Halbfinale.

Das Äussere zählt

Auf der Bühne tragen die Teenager meistens sexy Outfits, genau wie ihre Vorbilder, die Pussycat Dolls und Beyoncé. «Alle sagen, dass wir gut aussehen und dass wir vielleicht deswegen weiterkommen werden», sagt Francesca auf die Frage, wie wichtig das Äussere sei. Unterstützt werden die drei Engel seit der Gründung von Michelles Vater und Bandmanager, Thomas Born. Er ist stolz auf die Mädchen und überzeugt vom Talent der drei Sängerinnen. Er spricht von einer Win-Win-Situation: «Sie haben Spass und ich hoffe, dass etwas Gutes dabei herauskommt.»

Er finanziert den Mädchen professionellen Gesangsunterricht. Dort sollen die Mädchen Songs für die geplante Single einstudieren. Etwas in Richtung Pop oder R’n’B soll es werden, auf Englisch. «Wir interessieren uns nicht für Klassik oder Rock», sagt Francesca. Und er soll bestimmt nicht von Klimaproblemen handeln, stellen die drei klar. Das Projekt stecke aber noch in den Kinderschuhen, sagt Thomas Born. Mindestens vier Tage im Musikstudio «B Note» beim Berner Loryplatz sind geplant. Ein Tag kostet um die 600 Franken, sagt Produzent Ben Mühlethaler. Er gibt den Mädchen wenig Chancen auf kommerziellen Erfolg: «Sie sind sehr reif für ihr Alter und haben gute Stimmen und eine gute Bühnenpräsenz. Aber wenn man in der Schweiz nicht Mundartmusik macht, wird es meist schwierig.»

Träume sind erlaubt

Bis im April werden Atomic Angels ihren ersten Song aufgenommen haben, am 8. Juni werden sie ihn auf dem Waisenhausplatz live präsentieren. Eine CD werde nur produziert, wenn sich der Song vorgängig gut über Internet verkaufe und von den Radios gespielt werde, sagt Born.

Wenn die Atomic Angels Geld verdienen, kommt die Hälfte auf ein Konto und die andere Hälfte können die Mädchen ausgeben. Und auch wenn das Ganze nur Spass machen soll, dürfe man trotzdem ein bisschen träumen, meint Born: «Vielleicht kommt der Song ja so gut an, dass sie im Fernsehen auftreten können. Und vielleicht schaffen sie es wenn sie älter sind sogar über die Schweizer Grenze hinaus.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.01.2010, 11:14 Uhr

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