Die Verwirrung um den Stadtstrand

Von Mirjam Messerli. Aktualisiert am 12.03.2010 11 Kommentare

Eine Eventagentur will diesen Sommer die Grosse Schanze in einen Stadtstrand verwandeln. Sicherheitsdirektor Reto Nause unterstützt die Idee: Wenn die Schanze belebt werde, könnte sie von ihrem Problemimage weg kommen.

Mit etwas Glück sonnen sich die Berner ab Juni am City Beach auf der grossen Schanze.

zvg

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Weyerli-Lounge auf Eis

Mittels Vorstoss forderte die CVP letztes Jahr einen abendlichen Loungebetrieb im Marzili. Der Gemeinderat zeigte sich der Idee grundsätzlich wohlgesinnt, war aber wegen des zu befürchtenden Lärms gegen den Standort Marzili und zügelte die Idee ins Weyerli.

Das Sportamt hat danach mit potenziellen Loungebetreibern das Gespräch gesucht. Laut Sportamt-Chef Roger Schnegg befanden sich darunter auch die Promotoren des City-Beach. Nachdem alle Interessenten auf andere Standorte umgeschwenkt seien, war das Thema vorläufig erledigt.

Im Juni will der Gemeinderat ein Massnahmenpaket für die städtischen Sportanlagen in die Konsultationsphase schicken. Dabei sollen laut Schnegg auch Vorschläge für die Attraktivierung der Freibäder gemacht werden. Klar ist aber: Kommenden Sommer wird es im Weyerli sicher keine Badilounge geben.

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Die Grosse Schanze in Bern sorgt häufig für negative Schlagzeilen: Auf der Terrasse vor der Universität wird mit Drogen gedealt, kommt es immer wieder zu Schlägereien, werden Passanten ausgeraubt. Die Stadt sucht in Gesprächen mit Anwohnern und politischen Parteien nach Möglichkeiten, um die Schanze aus der Schmuddelecke zu holen. Für die SP Länggasse-Felsenau wäre die Belebung der Grossen Schanze ein wichtiger Schritt.

Auch für Bern einen Strand

Nun liegt ein pfannenfertiges Projekt vor: Eine Luzerner Eventagentur möchte diesen Sommer die Uni-Terrasse in einen Stadtstrand verwandeln. Ein Swimmingpool, Palmen und Liegestühle sollen zum Verweilen einladen, ein Gastrobetrieb für Umsatz sorgen. Dass diese Idee zieht, zeigen Erfahrungen aus anderen Städten. Seit 2008 hat die City-Beach AG sechs Stadtstrände betrieben. «700000 Gäste sind gekommen», sagt Geschäftsführer Michael Achermann. Das brachte natürlich einerseits Einnahmen für die Veranstalter, andererseits konnten auch die Städte profitieren.

Strand statt Strassenstrich

Die Stadtstrände würden immer an sehr zentralen Plätzen eingerichtet, sagt der Geschäftsführer. Plätze, die vorher häufig Problemorte waren. «In Luzern beispielsweise richteten wir den City Beach dort ein, wo sich sonst der Strassenstrich mit all seinen Nebenerscheinungen befindet.» Während der «Strandsaison» habe sich die Situation am vorher problematischen Ort «massiv beruhigt». Die Gegend sei «gewissen Leuten plötzlich zu belebt» gewesen.

Stadt unterstützt die Idee

Solche Aussagen hört man in Bern gern. «Ein solcher Stadtstrand wäre sicherlich einen Versuch wert», sagt Sicherheitsdirektor Reto Nause. Dass eine Belebung die Grosse Schanze sicherer mache, zeige sich jeweils während des Open-Air-Kinos. «In dieser Zeit haben wir viel weniger negative Vorfälle.» Das Projekt City-Beach stiess auch bei Vertretern der Stadtgärtnerei und Quartierverbänden auf Zustimmung, wie ein Treffen zur Zukunft der Grossen Schanze zeigte. Nause wurde darum bereits im Januar beim Kanton vorstellig. Dieser ist Grundeigentümer des fraglichen Geländes.

Die Uni hat Bedenken

In einem Brief an Regierungsrätin Barbara Egger bat Nause deshalb um «wohlwollende Prüfung» des Projekts. Wie der «Blick am Abend» publik machte, soll Egger daraufhin der Idee eine Abfuhr erteilt haben. Der Grund: Die Leitung der Universität habe Angst, dass der Stadtstrand den Uni-Betrieb störe.

«Diese Bedenken hat die Uni-Leitung tatsächlich», sagte Egger gestern gegenüber dieser Zeitung. «Es ist aber ein Missverständnis, dass ich in dieser Sache etwas entschieden haben soll.» Klar ist für sie: «Die Bedürfnisse der Uni haben Priorität.» Für die Veranstalter wäre das kein Problem. «Wir könnten den Strand nur am Abend oder in den Semesterferien öffnen», sagt Achermann. Es habe in anderen Städten nie Probleme mit Anwohnern gegeben.

Wer ist zuständig?

Es scheint also, als hätte die Idee auch in Bern Realisierungschancen. Was Reto Nause freut, denn auch er hatte Eggers Antwortbrief «als doch eher skeptisch gegenüber dem Projekt» verstanden. Weniger diplomatisch formulierte es City-Beach-Mitinitiant Remo Neuhaus gestern gegenüber Capital FM, wo er aus Eggers Antwortbrief zitierte: «Die starken Einschränkungen des Uni-Betriebes sind der Hauptgrund, weshalb wir den Pilotversuch nicht unterstützen können.» Egger entgegnete, das sei lediglich eine unverbindliche Rückmeldung unter Regierungskollegen gewesen, und sie sei gar nicht sicher, ob der Kanton für die Bewilligung zuständig sei. «Der Kanton ist Bewilligungsbehörde», betont dagegen Reto Nause. Allzu viel Zeit für das Hin und Her bleibt nicht mehr. Laut City-Beach-Chef Achermann müsste die Zusage bis Ende April vorliegen. «Nur dann reicht die Zeit, damit wir im Juni in Bern loslegen können. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.03.2010, 08:27 Uhr

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11 Kommentare

christoph scheidegger

11.03.2010, 16:11 Uhr
Melden

nieder mit den alpen, freie sicht auf`s mittelmeer..! Antworten


rolf zürcher

11.03.2010, 17:00 Uhr
Melden

und wer zahlt diesen scheiss?steuerzahler?sponsoren,deren geld eigentlich auch nicht ihres ist?oder machen die migranten mal was für die schweizer? oder tschäppät als wiedergutmachung?? Antworten



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